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KonzertKlangerlebnis im Klostergarten

2 min

Thomas Fox, Stephan Hierl, Irmgard Formes und Hans-Peter-Formes gestalteten einen stimmungsvollen Konzertabend.

Sankt Augustin – Vortrefflicher hätten die Veranstalter des Kulturamtes Sankt Augustin den vierten Open-Air-Sommerabend im Klostergarten wohl kaum antreffen können. Die zahlreichen Besucher umgab ein sternenklarer Bilderbuchabend mit zwei erlesenen klangvollen Höhepunkten.

Die Gestaltung des frühen Abends übernahmen die Musiker des Blasorchesters der Stadt, des Musikvereins „Siegklang“ Meindorf 1969 unter der Leitung von Gregor Franzen. Die klangvolle Reise im Klostergarten eröffneten die Bläser mit der bekannten Hymne der US-Marine „Anchors aweigh“. Gregor Franzen führte die Zuhörer durch das Repertoire. „Wir haben mit der Hymne die „Anker gelichtet“ und bieten zunächst einen bunten Melodienstrauß amerikanischer Volksmusik“, so Franzen. Dazu passend folgte die „Journey through america“. Kraftvoll fächerten die Musiker des großen Orchesters das breite Spektrum ihrer Möglichkeiten auf. Gut eingespielt und präzise im Zusammenspiel meisterten die Spieler auch die schluckende Akustik des großen Gartens und trugen die Klänge weit über das Gelände hinaus. Das lockte einen stetigen Fluss weiterer Zuhörer an, die sich das Klangerlebnis nicht entgehen lassen wollten.

Zurück ging die musikalische Reise nach Europa. Der „Deutschmeister-Regimentsmarsch“ wurde 1893 von dem österreichischen Komponisten Wilhelm August Jurek erschaffen. Den Namen hat der Marsch von dem Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, dem Jurek seinerzeit angehörte. Bekannt wurde der Marsch in dem Film „Die Deutschmeister“ mit Romy Schneider. Gebannt lauschten die Zuhörer der anspruchsvollen Militärmusik, während die Bläser einmal mehr virtuose Meisterlichkeit an ihren Instrumenten bewiesen.

„Die Hochburg der Blasmusik ist Tschechien“, erklärte Franzen und ließ das Orchester auch zum Stück „Schönes Prag“ aufspielen. Mit tosendem Beifall dankten die Besucher für die herausragenden Darbietungen.Der spätere Abend gehörte dem Quartett „Vocal Line“ mit Irmgard Formes, Gesang, Hans-Peter Formes, Gitarre, Thomas Fox, Gesang, Gitarre, und Stephan Hierl, Gesang, Percussion. Gefühlvolle Lieder ab den 60er Jahren von bekannten Interpreten wie Bee Gees, Crosby Stills Nash oder Ronan Keating standen im Mittelpunkt. Irmgard Formes beeindruckte mit expressivem Stimmtimbre und fing damit auf, was an Klanggut von Gitarre und Perkussion gelegentlich in der Weite des Klostergartens verloren ging und sich allenfalls in den vorderen Zuhörerreihen zu halten vermochte.

Das tat indes der schönen Stimmung, die „Vokal Line“ in den nächtlichen Klostergarten zauberte, keinen Abbruch.Die Spenden der Besucher für das Konzerterlebnis gehen nach Orissa, Indien, in den Distrikt Bolangir für Menschen, die durch die Augenkrankheit „Grauer Star“ erblindet sind.