Maschinenbauer in Sankt AugustinBei Hennecke wird genau auf Hygiene geachtet

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Die Ausbildung der Industriemechaniker findet weiter in der Firma statt, die Berufsschule ist digital.

Sankt Augustin – „Wir haben auch schon Hotelzimmer angemietet, damit unsere Mitarbeiter nach einem Auslandseinsatz in Quarantäne gehen können“, berichtet Hennecke-Personalchef Jens Frandrup. Insbesondere für Familien und Partner sei dies wichtig, um das Risiko eines Infektionsfalles deutlich zu senken.

Hennecke ist weltweit aktiv, und zum Aufbau der Maschinen und Anlagen müssen die Fachleute beim Kunden sein. „Für uns bedeutet das, dass wir ganz besonders auf die Einhaltung der Hygienevorschriften achten müssen und auch wollen“, so Frandrup.

Bis zu zehn Facharbeiter gehen pro Woche für die Firma rund um den Globus auf Dienstreisen. „Als in Indien ein starker Anstieg der Virusmutante verzeichnet wurde, haben wir unseren Montagemeister, der dort im Einsatz war, sofort eine schnelle Rückreisemöglichkeit organisiert“, so der Personalchef.

Die Auszubildenden bei Hennecke absolvieren ihre Berufsschule online von zu Hause. „Die praktischen Abschnitte müssen allerdings weiter in der Firma stattfinden“, berichtet Michael Sieberz-Rohde, der in der Lehrwerkstatt für die elektrotechnische Ausbildung verantwortlich ist. Er erklärt den zukünftigen Facharbeitern gerade, wie eine elektrische Schaltung funktioniert.

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Und die müsse „mit den Händen gebaut werden, weil dies auch später beim Kunden so gemacht wird.“ Allerdings finden die Übungseinheiten ausschließlich mit Maske statt. Die Tische sind zudem weiter auseinandergeschoben als sonst üblich. Die Jugendlichen würden darüber hinaus genau auf die Hygienevorschriften achten. 14 Tage zuhause alleine in Quarantäne sitzen, das wolle keiner.

„Alle sind sich bewusst“, so Frandrup, „dass sie bei einer Infektion eine Kettenreaktion in der ganzen Firma auslösen könnten. Ein spezieller Ausschuss, dem der Betriebsarzt, der Betriebsrat, die Personalabteilung und Mitglieder der Geschäftsführung angehören, berät jede Woche über die Situation und erarbeitet Maßnahmen, damit Infektionsfällen wirksam vorgebeugt und „in einem Infektionsfall schnell reagiert werden kann.“

400 Mitarbeiter am Standort Birlinghoven

Immerhin arbeiten 400 Menschen am Standort in Birlinghoven, einige wohnen in Rheinland-Pfalz. Dass jedes Bundesland eigene Vorschriften hat, hat der Ausschuss schnell gemerkt. „In Rheinland-Pfalz gelten teilweise andere Regelungen als in Nordrhein-Westfalen“, sagt Frandrup. Auch darauf musste geachtet werden.

50 Prozent der Mitarbeiter des Sankt Augustiner Maschinenbauers arbeiten zurzeit im Homeoffice. In der Produktion ist dies allerdings nur vereinzelt möglich. Die rund 150 Fachkräfte in diesem Bereich müssen jeden Tag anwesend vor sein. „Wir geben kostenfreie Corona-Tests für jeden Mitarbeiter am Standort aus, sodass sich jeder zwei Mal die Woche testen kann“, berichtet Frandrup. Die Mitarbeiter „ziehen alle diszipliniert mit, damit das gemeinsame Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und den Betrieb aufrecht zu erhalten, erreicht wird.“

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