Mehr als 1.200 Schützinnen und Schützen aus ganz Nordrhein-Westfalen kamen zum Parlamentarischen Abend des Schützenbrauchtums im nordrhein-westfälischen Landtag zusammen, der in festlichem Rahmen stattfand und Anklang fand. Unter den Gästen befand sich auch das Niederpleiser Schützenkaiserpaar Werner IV. und Gabi, das auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Sascha Lienesch an der Veranstaltung teilnahm. Für die Schützenvereine der Region war dies ein besonderer Moment, denn die Einladung in das Landesparlament wird von vielen Schützenkaiserpaaren als große Auszeichnung empfunden, die weit über das eigene Dorf hinaus wahrgenommen wird.
Feierlicher Abschluss der Schützenfestsaison
Der Parlamentarische Abend bildete einen feierlichen Abschluss der Schützenfestsaison und würdigte die große Bedeutung des Schützenwesens für das gesellschaftliche Leben in Nordrhein-Westfalen. Im Mittelpunkt standen die Pflege von Traditionen, der generationenübergreifende Zusammenhalt und das vielfältige ehrenamtliche Engagement in den Schützenvereinen. Gerade in einer Zeit, in der sich das gesellschaftliche Leben in vielen Orten spürbar verändert, wurde deutlich, wie stark das Schützenwesen in den Ortschaften verankert ist und wie viele Menschen es über Generationen hinweg nachhaltig prägt.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Große Zapfenstreich auf dem Vorplatz des Landtags. Das Tambourcorps Ottfingen 1953 und der Musikverein Neuenkleusheim 1898 sorgten für den musikalischen Rahmen der feierlichen Zeremonie. Die zahlreichen Schützinnen und Schützen in ihren traditionellen Uniformen boten dabei ein eindrucksvolles Bild. Der Große Zapfenstreich ist ein festliches Zeremoniell mit Trommeln, Pfeifen und Musikstücken, das traditionell eine besondere Ehrung ausdrückt. Im Hof des Landtags fügte sich dieses Zeremoniell harmonisch und stimmig in die festliche Atmosphäre des Abends ein.
Gesellschaftliche Rolle der Schützenvereine
Landtagspräsident André Kuper begrüßte die Gäste gemeinsam mit Jürgen Treppmann, dem Präsidenten des Rheinischen Schützenbundes. In seiner Ansprache hob Kuper insbesondere die wichtige gesellschaftliche Rolle der Schützenvereine und das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitglieder hervor. Dabei machte er auch deutlich, dass die Vereine weit mehr sind als Veranstalter von Festen. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Ortschaften, pflegen das Brauchtum und schaffen Begegnungsorte, an denen sich Menschen jeden Alters treffen.
Die Geschichte der Schützenvereine reicht weit zurück. Schon im Mittelalter organisierten sich Bürgerinnen und Bürger in Schützengilden, um ihre Städte und Dörfer gemeinsam zu verteidigen und das Miteinander zu stärken. Aus diesen Anfängen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte ein vielfältiges Vereinswesen, das heute vor allem durch Geselligkeit, Brauchtumspflege und Gemeinschaft geprägt ist. Viele Vereine verbinden das Schießsport-Training mit kulturellen Veranstaltungen, Umzügen und Festen, die das Jahr in den Orten strukturieren.
Auch für den Landtagsabgeordneten Sascha Lienesch hat das Schützenbrauchtum einen besonderen Stellenwert: „Unsere Schützenvereine sind ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in unserer Heimat. Sie bewahren Traditionen, fördern den Zusammenhalt und bringen Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen. Hinter all dem stehen viele engagierte Ehrenamtliche, die mit großem persönlichen Einsatz das Vereinsleben gestalten. Dieses Engagement verdient unsere Anerkennung und Wertschätzung“, betont Lienesch.
Einblicke in den Landtag NRW
Neben dem offiziellen Programm erwartete das Niederpleiser Schützenkaiserpaar ein weiterer besonderer Programmpunkt: Gemeinsam mit Sascha Lienesch besuchten Werner IV. und Gabi den Plenarsaal des Landtags. Dort erhielten sie einen Einblick in den Ort, an dem die politischen Entscheidungen für Nordrhein-Westfalen getroffen werden. Der Plenarsaal ist der Raum, in dem die Abgeordneten debattieren, Gesetze beraten und über die Politik des Landes abstimmen. Für Gäste aus der Region ist ein solcher Besuch oft ein eindrucksvolles Erlebnis, das den Blick auf die Arbeit der Landespolitik verändert. Erinnerungsfotos rundeten den gemeinsamen Besuch ab.
„Ich habe mich sehr gefreut, Werner IV. und seine Gabi aus Niederpleis bei uns im Landtag begrüßen zu dürfen. Der Parlamentarische Abend zeigt eindrucksvoll, wie lebendig das Schützenbrauchtum in Nordrhein-Westfalen ist. Es war mir eine besondere Freude, diesen Abend gemeinsam mit unserem Niederpleiser Schützenkaiserpaar zu erleben“, so Lienesch abschließend. Die Schützenfestsaison ist für viele Ortschaften der Höhepunkt des Jahres. Vom Frühjahr bis weit in den Herbst hinein finden in zahlreichen Dörfern und Stadtteilen Königsschießen, Festumzüge, Krönungsbälle und Frühschoppen statt. Diese Veranstaltungen leben von der Mitarbeit vieler Menschen, die Zelte aufbauen, Straßen schmücken, Speisen zubereiten, Kinder betreuen oder Gäste willkommen heißen. Der Parlamentarische Abend war daher auch ein Dank an all jene, die in dieser Zeit im Hintergrund dafür sorgen, dass die Feste gelingen.
Die Zukunft des Vereinslebens
Ein zentrales Thema des Abends war die Zukunft des Vereinslebens. Schützenvereine stehen, wie viele andere Vereine auch, vor der Aufgabe, junge Menschen für das Brauchtum zu gewinnen und zugleich die Tradition lebendig zu halten. Dabei zeigt sich, dass gerade die Verbindung von Geselligkeit, Sport, Musik und Heimatpflege viele Interessierte anspricht. Wer einmal Teil eines Schützenzuges war oder bei einem Fest mitgeholfen hat, erlebt oft, wie stark der Zusammenhalt im Verein das eigene Leben bereichern kann.
Auch die Rolle der Frauen im Schützenwesen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Heute sind Schützinnen in vielen Vereinen selbstverständlich in Vorständen, im Schießsport und bei der Organisation von Festen aktiv. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Parlamentarischen Abend wider, an dem Schützinnen und Schützen aller Generationen gleichermaßen teilnahmen und das Bild der Veranstaltung prägten.
Niederpleis, der Ort des Schützenkaiserpaares, steht dabei beispielhaft für die lokale Verwurzelung des Schützenwesens. Das Kaiserpaar vertritt seinen Verein und seine Heimat nicht nur bei den Festen vor Ort, sondern auch bei Anlässen wie diesem im Landtag. Die Einladung nach Düsseldorf ist damit zugleich eine Anerkennung für das gesamte Dorf und alle, die den Schützenverein Niederpleis tragen. Solche Begegnungen stärken das Bewusstsein dafür, dass Heimat nicht nur ein Ort auf der Landkarte ist, sondern durch Menschen und ihr Engagement entsteht.
Die Veranstaltung im Landtag zeigte zudem, wie eng die Verbindung zwischen Vereinen und Landespolitik sein kann. Abgeordnete nehmen oft Anliegen aus den Wahlkreisen auf, besuchen Schützenfeste und Vereinsjubiläen und tragen die Erfahrungen aus der Basis in die parlamentarische Arbeit. Ein Gespräch im Plenarsaal oder auf dem Vorplatz des Landtags kann dabei ebenso wertvoll sein wie der Besuch eines Schießstands im Heimatort.
Der Besuch machte einmal mehr sehr deutlich, wie eng Heimatverbundenheit, gelebte Tradition und ehrenamtliches Engagement miteinander verbunden sind. Für das Schützenkaiserpaar aus Niederpleis wie für die vielen Schützinnen und Schützen aus dem gesamten Land war der Parlamentarische Abend damit mehr als ein Termin im Kalender. Er war eine wichtige Anerkennung für die Arbeit, die in den Vereinen täglich geleistet wird, und ein Zeichen dafür, dass das Schützenwesen auch in der Politik einen festen Platz hat. Mit Blick auf die kommenden Monate bleibt die wichtige Aufgabe, dieses Engagement sichtbar zu machen, junge Menschen einzubinden und die Vereine in ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu unterstützen. Der Abend im Landtag hat hierzu ein klares und deutliches Signal gesetzt. Gerade diese besonders enge Verbindung aus Erinnerung und Zukunftsblick macht das Schützenwesen für viele Menschen zu einem festen Bestandteil ihres Lebens. (jv)

