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Altenheim am KleibergMehr Privatsphäre für Heimbewohner

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Mark Ludwigs wird in den kommenden Jahren den Heimbetrieb in der Umbauphase managen.

Siegburg – Das Altenheim am Kleiberg wird komplett umgebaut. Anlass hierfür ist das Wohn- und Teilhabegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen, das mehr Einzelzimmer für Pflegepatienten in Heimen vorschreibt. Ab dem Jahr 2018 muss ein Pflegeheim zu 80 Prozent Einzelzimmer anbieten. Derzeit sind es am Kleiberg immerhin 65 Prozent.

Ferner steht eine Erneuerung der Badezimmer an. Und schließlich verbraucht der Bau aus dem Jahr 1975 nach heutigen Maßstäben viel zu viel Energie. Dies alles aus eigenen finanziellen Mitteln zu modernisieren, traut sich der Trägerverein, der Evangelische Verein für Altenhilfe, nicht zu. Deshalb hat der Vorstand des 400 Mitglieder starken Vereins vorgeschlagen, das Haus an ein bundesweit tätiges Unternehmen, das auf Sozialimmobilien spezialisiert ist, zu verkaufen. Auch die Trägerschaft des Heimes will der Siegburger Verein abgeben. An wen, das wurde noch nicht verraten. Heimleiter Mark Ludwigs machte aber klar, dass das kein börsennotierter Gesundheitskonzern wird, sondern ein caritativer Verein.

Der Evangelische Verein für Altenhilfe wird zum Förderverein des Altenheims. Diesem Konstrukt müssen die Mitglieder in einer Versammlung am 10. August allerdings noch zustimmen. Die Vorsitzende des Vereins, Helga Roland, teilte mit, dass die Vereinsmitglieder stets über die Planungen informiert worden seien. Im Jahr 2006 hatte der Verein damit begonnen, den Komplettumbau zu planen. Derzeit hat das Heim zu Füßen des Michaelsberges 104 Pflegeplätze. Nach dem Umbau sollen es nicht weniger sein, erklärte Ludwigs, so dass sich auch die 110 Mitarbeiter der Einrichtung, die zusätzlich 51 Plätze im betreuten Wohnen anbietet, keine Gedanken machen müssten. Der neue Träger zahle außerdem nach Tarif.

Der Umbau soll das gesamte Wohnklima verbessern, prognostiziert Ludwigs. „Heute gibt es andere Ansätze als in den 70er Jahren“, so der Heimleiter. Heute komme der Wohnqualität ein viel größere Bedeutung zu. Beispielsweise soll es künftig in allen Zimmern die Versorgung mit Internetanschlüssen geben. Der Umbau soll spätestens im Jahr 2016 abgeschlossen sein. Der Betrieb geht während dessen weiter.

Das Landesgesetz über die Anzahl der Einzelzimmer in der Pflege ist auch für die beiden anderen Siegburger Altenheime ein Thema. Im Haus zur Mühlen, dem Seniorenheim Sankt Josef, gibt es derzeit 39 Einzelzimmer und 27 Doppelzimmer. Die 80-Prozent-Quote kann nur durch die Umwandlung einiger Doppel- in Einzelzimmer realisiert werden. Dadurch gehen nach derzeitigen Berechnungen 15 von 95 Pflegeplätzen verloren, wie Heimleiterin Ute Kuhlmann vorrechnet. Sollte das eintreffen, müsste auch Personal abgebaut werden.

Gut aufgestellt für die ab dem Jahr 2018 geltende Regelung sieht sich die Stadt Siegburg, die das Altenheim am Hohen Ufer betreibt. Dort gibt es 126 Einzel- und 40 Doppelzimmer, die Quote liegt bei knapp 76 Prozent. Einige wenige Doppel- müssen also noch in Einzelzimmer umgewandelt werden. Da das Heim dann einige Bewohner weniger als die aktuell 206 haben wird und damit weniger Geld einnimmt, hat sich der Vermieter der Immobilie, die Nordrheinische Ärzteversorgung, mit einer Mietminderung einverstanden erklärt.

Mit dem Neubau, der oberhalb des Altenheims Am Hohen Ufer neben dem Jüdischen Friedhof entstehen wird, kommen noch einmal 80 Einzelzimmer hinzu.