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Keine Sicherheit des Hangs garantiertBöschungshang in Alfter-Witterschlick droht abzurutschen

Ein Gutachter kann für die Sicherheit des Hangs an der Servaisstraße in Witterschlick nicht garantieren. Die Straße könnte bald ganz gesperrt werden.

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Der Hang droht abzurutschen.

Wie gefährlich ist die Situation an der Servaisstraße in Witterschlick wirklich? Bislang liegt der Verwaltung das endgültige Bodengutachten noch nicht vor, wohl aber eine erste Einschätzung des Experten. Die erreichte das Rathaus per E-Mail, wie Thomas Fink, Betriebsleiter der Gemeindewerke Alfter, am Dienstagabend im Gemeindeentwicklungsausschuss erklärte, und die klingt dramatisch: „Der Gutachter kann für die Sicherheit des Hanges nicht garantieren.“

Darum geht es: Ein Abschnitt der Servaisstraße in Witterschlick zwischen dem Bahnübergang und der Kreuzung Esserstraße ist seit einigen Monaten in Bewegung. Der Böschungshang droht Richtung Bahngleise abzurutschen. Die Strecke wird von der S 23 bedient.

Bislang stuften weder die Verwaltung noch Experten die Situation als bedrohlich ein, bei den im März im Gremium vorgelegten Messdaten hieß es noch, dass ein plötzliches Abrutschen „eher unwahrscheinlich“ sei. Die Gemeinde sperrte die Strecke dennoch vorsorglich für Lkw ab 7,5 Tonnen. Autofahrer können die Straße seitdem nur noch einseitig befahren.

Schließung der Straße könne Gemeinde selbst festlegen

Das könnte sich aber kurzfristig ändern, wie Fink signalisierte. Fink empfahl dem Ausschuss, die Straße aufgrund der bedrohlichen Lage nun auch für den Pkw-Verkehr zu schließen. Allerdings brauche es dafür keinen politischen Beschluss, dies könne die Gemeinde auch selbst festlegen.

In der Verwaltungsvorlage hatte die Gemeinde noch empfohlen, die aktuelle Verkehrsführung beizubehalten, sprich: Einbahnstraße für Pkw in Richtung Esserstraße, keine Durchfahrt für Lkw und die Fußgänger nutzen den bestehenden Gehweg. Erst wenn sich die Situation verschlechtert, was jetzt die Einschätzung des Bodengutachters ergab, sollte die Nutzung der Straße weiter eingeschränkt werden.Um den Straßenabschnitt dauerhaft zu sichern, müssten allerdings bauliche Maßnahmen ergriffen werden.

Drei Varianten stehen im Raum, die von der Arbeitsgemeinschaft Bach und Mergel/PlanIng.Plus bereits im März vorgestellt worden sind.

Sperrung seit einigen Monaten.

Am Dienstag präsentierten Sascha Bach (Bach und Mergel) und Magdalena Dimler (PlanIng) die Varianten mit ihren Vor- und Teilen und den geschätzten Kosten noch einmal und legten konkretere Zahlen vor. Aufgrund der klammen Haushaltslage wollte die Verwaltung von baulichen Maßnahmen zunächst Abstand nehmen und die Umsetzung erst in zwei Jahren in Angriff nehmen.

Die Politik sieht dies angesichts der aktuellen Entwicklungen aber anders. Mit deutlicher Mehrheit von CDU, Grüne, SPD, Kompetenz für Alfter (KofA) und Die Linke empfiehlt der Ausschuss dem Rat, möglichst schnell und zeitnah die sogenannte Variante drei, den Einbau einer Spundwand, umzusetzen und die entsprechenden finanziellen Mittel im Haushalt 2027 einzustellen. Gegen den Vorschlag stimmten FDP und UWG.

Susanne Lenerz (Grüne) meinte: „Warum sollen wir noch zwei Jahre warten? Wir müssen jetzt handeln. In den nächsten zwei Jahren wird es nicht billiger.“ Holger Gratz (CDU) ergänzte: „Wir erkennen die Dringlichkeit. Ich als Rollstuhlfahrer sehe aus eigener Erfahrung, wie kritisch die Situation ist.“ Manfred Wanke (KofA) plädierte ebenfalls für zügiges Handeln: „Je länger wir abwarten, desto teurer wird es.“ Aus Sicht der FDP-Fraktion waren hingegen noch zu viele Kostenfragen abschließend nicht geklärt. Deswegen stimmten die Liberalen dagegen.

Bereits im März favorisierten die Ausschussmitglieder den Einbau einer Spundwand (Variante drei). Die anderen Varianten sind aufwendiger und teurer.

Möglichkeit eins sieht eine Winkelstützwand in Stahlbetonweise vor. Dafür sind aber größere Baumaßnahmen erforderlich und es kommt zu Kollisionen mit den vorhandenen Versorgungsleitungen. Die Kosten hierfür werden auf rund 1,58 Millionen Euro netto geschätzt. Hinzu kämen noch Baunebenkosten, die noch nicht genau beziffert werden können. Bei der Variante zwei würde eine überschnittene Bohrpfahlwand mit Stahlbetonkopfbalken hergestellt. Im Gegensatz zur ersten Option wären größere Baugruben nicht erforderlich, es käme im nördlichen Bereich des Straßenabschnittes aber ebenfalls zu Kollisionen mit den Versorgungsleitungen. Die Kosten lägen in diesem Fall bei circa 1,17 Millionen Euro brutto bei einer Bauzeit von rund acht Monaten. Zu spürbaren Erschütterungen für die Anwohner soll es laut Bach voraussichtlich nicht kommen, die Grundstücke seien weit genug entfernt.