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GedenkenSiegburg erinnerte an ermordete Geiseln aus Luxemburg

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An einer alten Mauer liegen Trauerkränze. Im Vordergrund salutiert ein Marinesoldat, Männer und Frauen verneigen sich.

Mit Kranzniederlegung und Gedenkfeier erinnerte Siegburg an die drei 1944 ermordeten Luxemburger.

An der Gedenkstätte Uhlrather Hof legten der Siegburger Bürgermeister und Gäste aus den Partnerstädten Kränze nieder. Sie erinnern an den Mord an drei Luxemburgern im August 1944.

Feiern und Gedenken – beides stand auf dem Programm der Gäste aus den Siegburger Partnerstädten: Feiern auf dem Stadtfest, sich freuen über 30 Jahre Partnerschaft mit Selcuk in der Türkei, aber auch Gedenken und Erinnern an den, so Bürgermeister Stefan Rosemann, wohl dunkelsten Tag der Siegburger Stadtgeschichte.

Am 23. August 1944 erschossen die Nationalsozialisten drei luxemburgische Geiseln. Am Uhlrather Hof endete das Leben von Jean Brück, Marcel Charpentier und Camille Körner. 

Die Gedenkfeier hat in Siegburg lange Tradition

Eine lange Tradition habe die Feier in Siegburg, sagte Rosemann. „Wir erinnern uns nicht, weil wir es müssen, sondern weil wir es wollen“; erinnern auch an andere Opfer des nationalsozialistischen Wahnsinns: an 400 jüdische Siegburger zum Beispiel oder an Zwangsarbeiter, die in Baracken sogar auf dem Michaelsberg hausen mussten. 

Zugleich rief der Bürgermeister ins Gedächtnis, dass furchtbare Kriegsereignisse auch in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu beklagen waren und sind. Aber, so Rosemann: „Der Mensch kann auch anders“. So sei Jean Brück nicht vor den Mördern nicht eingeknickt, hätten Häftlinge aus vielen Ländern später gegen das Fleckfieber im Siegburger Gefängnis gekämpft, Katharina Schmidt als „Engel von Kaldauen“ die Zwangsarbeiter versorgte und bestattete, die alliierte Truppen versehentlich beschossen hatten.

Der Mensch kann auch anders
Stefan Rosemann, Bürgermeister

Es brauche die Erinnerung an solche Sternstunden, um die Hoffnung zu erhalten, sagte der Bürgermeister. Dass die Siegburger damit nicht allein seien, versicherte Anne-France Jacquillat, die stellvertretende Bürgermeisterin der Partnerstadt Nogent-sur-Marne. „Wir möchten uns mit Ihnen, gemeinsam mit Ihnen vor diesen jungen Märtyrern verneigen“, sagte sie. Angesichts des Krieges an Europas Grenzen habe das Gedenken eine ganz besondere Bedeutung: „Frieden und Demokratie sind nie selbstverständlich.“ Gemeinsam mit Siegburg stellen wir uns den Herausforderungen.