Die beiden Rüden kommen aus der landeseigenen Zucht der Diensthundestaffel in Schloss Holte-Stukenbrock.
Neue DiensthundeKnox und Pablo beginnen bei der Kreispolizei in Siegburg ihre Ausbildung

Bei der Kreispolizei Rhein-Sieg beginnen zwei Welpen ihre Ausbildung zum Diensthund: Pablo (l.) und Knox. Christian Gerich (r.) und Patrick Bell sind die Diensthundeführer.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Die neuen Kollegen bei der Kreispolizei Rhein-Sieg in Siegburg sind verspielt, balgen herum und stupsen mit ihren Nasen an, was ihnen in die Quere kommt. Knox und Pablo sind gerade mal elf Wochen alt, die beiden Rüden sind eine wollige Mischung aus Malinois und Tervueren. Sie stammen aus der landeseigenen Zucht der Diensthundestaffel der Polizei in Schloss Holte-Stukenbrock.

Pablo hat, wie gefordert und sein Bruder Pablo auch, einen ausgeprägten Spieltrieb.
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Seit fast drei Wochen sind sie bei ihren Diensthundeführern in den Familien und stecken mittendrin in ihrer Ausbildung. Nach 14 bis 15 Monaten geht es zur Eignungsprüfung, da entscheidet sich, ob sie zum Diensthund taugen. Anschließend folgt ein gutes halbes Jahr der Vorbereitung auf die Zertifizierung zum Diensthund, bevor sie im wahrsten Sinne des Wortes auf Menschen los gelassen werden.
Die beiden, gut elf Wochen alten Rüden stammen aus einem Wurf
Polizeioberkommissar Patrick Bell und Polizeihauptkommissar Christian Gerich gehen das Abenteuer an. Denn ein solches Tier ist besonders zu Beginn ein Fulltime-Job. „Man muss schon Freude daran haben“, sagt Polizeihauptkommissar Mark Renner, einer der vier Diensthundeführer. Geboren wurden Knox und Pablo am 27. Dezember 2025, sie sind Geschwister aus einem Wurf. Nach acht Wochen gab es einen Termin, sich die Tiere anzuschauen. Beide hatten angemeldet, einen Rüden haben zu wollen.

Marc Pfeiffer ist seit 33 Jahren Diensthundeführer und Ausbilder.
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Der Wunsch ging in Erfüllung. Seit knapp zwei Wochen haben sie die Neuen zu Hause. Die Arbeit ist schon los gegangen. „Wir waren in einer Schreinerei, einer Autowerkstatt, auf dem Flughafen Köln/Bonn, auf Treppen und glatten Böden“, erzählt Gerich. Das ist das Training in der Umwelt, um Sicherheit zu bekommen. Was in der 9. bis 12. Woche positiv belegt wird, bleibt haften, so Gerich, der mit Knox seinen vierten Diensthund bekommt.
In der Zucht wurden Malinois-Mutter und Tervueren-Vater gekreuzt
„Wir haben sie selber ausgesucht“, erinnert sich Kollege Bell. Der Ausbilder der Hundeführer, Polizeihauptkommissar Marc Pfeiffer, erzählt, worauf es ankommt. „Die Hunde müssen im Umweltraum ruhig bleiben. Wir schauen, ob sie auf glatten Böden krallen. Wir bieten ein Spielzeug an und schauen, ob das Tier Spaß am Spiel hat.“ Mit der Kreuzung in der Zucht sollen die positiven Eigenschaften der Malinois-Mutter und des Tervueren-Vaters zusamengeführt werden.
Es muss für den Dienst passen. Ich muss das fördern, kann das aber nicht erzwingen.
Sportlich müssen sie sein, um bei der Nacheile, wie die Verfolgung im Polizeideutsch heißt, schnell und erfolgreich zu sein. Ein ausgeprägter Spiel- und Beutetrieb ist ebenso gefragt wie beste Gesundheit. „Es muss für den Dienst passen“, sagt Pfeiffer. „Ich muss das fördern, kann das aber nicht erzwingen.“ Eingesetzt werden sie zum Beispiel, wenn es zu Tumulten kommt, wenn Täter noch am Ort sind oder bei Durchsuchungen.
Schutzhund werden sie alle. Mutig sollen sie sein, aber genau so absolut gehorsam. Denn sie sind auch ein Zwangsmittel zur Anwendung von Gewalt, da müssen sie aufs Wort gehorchen, jederzeit kontrollierbar sein. Einen Flüchtenden müssen sie packen, aber wenn einer steht, ihn auch nicht weiter verletzen. Auf Knox kommt ein weiterer Job zu: Er soll Rauschgiftspürhund werden und bei Patrick Bell Murphy ablösen, der bald in Rente geht.
