Im Obergeschoss des Gebäudes über der Tiefgarage Holzgasse zieht ein „City Fit“-Club ein. Das Textilunternehmen hatte vor 46 Jahren Eröffnung gefeiert.
Vom Brauhof ins KaisercarréC&A-Umzug in Siegburger 1A-Lage steht kurz bevor

C&A in Siegburg zieht vom Brauhof ins Kaiser-Carré an der Kaiserstraße. Zwischen den Gebäudeteilen an Kaiserstraße und Brauhof wird die Verbindungsbrücke abgebaut.
Copyright: Andreas Helfer
Herzkreislauf- und Hanteltraining, Fitnesskurse für die Gruppen 60 Plus und Kids und anstatt von Pullis, Herrenhosen, Schlafanzügen und Socken: So sieht die Zukunft im C&A-Gebäude am Siegburger Brauhof 5 aus. Zumindest im Obergeschoss, das bereits freigezogen wird.
Das Unternehmen „City Fit“-Clubs, das bereits Standorte in Troisdorf, Spich, Niederkassel und Sankt Augustin betreibt, wirbt in sozialen Medien mit der Aussicht auf kostenlose Parkplätze für Mitglieder: Die stehen reichlich in der Tiefgarage Holzgasse zur Verfügung. Auf Facebook heißt es, es entstehe ein „neuer Ort für Training, Erfolg und Entspannung“ mit Sauna.
Einzelhandel im Erdgeschoss
Die markante Verbindungsbrücke, die die beiden Gebäudeteile am Brauhof und an der Kaiserstraße mit der Clockhouse-Abteilung verbunden hatte, wurde am Dienstag demontiert, wobei ein Autokran zum Einsatz kam. Dem Vernehmen nach soll die neue Filiale im Kaiser-Carré, in der deutlich weniger Verkaufsfläche zur Verfügung stehen dürfte, am 20. März eröffnen. Eine Anfrage hierzu und zu weiteren Details blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Am Kaiser-Carré und der alten Filiale weisen große Banner auf den Umzug hin.
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Im Erdgeschoss des Gebäudes am Brauhof, das ist aus gut informierten Kreisen zu erfahren, ist Einzelhandel vorgesehen. Mietverträge sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Offen ist, wie es in den alten Clockhouse-Räumen an der Kaiserstraße weitergeht. Im Kaiser-Carré wird C&A neben AOK und Aldi der dritte große Mieter.

C&A in Siegburg zieht vom Brauhof ins Kaiser-Carré an der Kaiserstraße.
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Ähnlich wie die Kaufhof-Eröffnung 1974 – ein Meilenstein bei der Entwicklung Siegburgs zur Einkaufsstadt - war der erste Verkaufstag von C&A am 4. September 1980 auf ungeheures öffentliches Interesse gestoßen. „Obwohl die Polizei vorsorglich zehn Beamte zur Verkehrsregulierung aufgeboten hatte, brach der Verkehr auf der Kaiserstraße teilweise zusammen. Der Stau reichte bis über die Kreuzung Johannesstraße/Heinrichstraße zurück“, schrieb eine Tageszeitung.
Den gesamten Tag über sei geworben worden: mit einem Plastikzeppelin am Himmel und einer überdimensionalen Jeanshose, die in 20 Metern Höhe über dem Spektakel schwebte. Damenblusen, Herrenhemden und Strümpfe seien die großen Renner gewesen - und ein Kleidungsstücke, die man kaum als erstes mit C&A in Verbindung bringt: Pelze. Zum Auftakt spielte die britische Militärkapelle „First Batallion Royal Welsh Fusiliers“.
Auch Troisdorf und Sankt Augustin bemühten sich um C&A
Im April 1987 wurden die Verkaufsflächen im Eckhaus an der Kaiserstraße erweitert, durch die Brücke über die Ankergasse wurde auch die Stromversorgung für die zusätzlichen Räume geführt. Der Textilkonzern hatte seit 1970 mit der Kreisstadt über den Kauf des 2160 Quadratmeter großen Grundstücks verhandelte. Auch Troisdorf und Sankt Augustin hatten sich um C&A bemüht, wie aus einem Zeitungsbericht von 1977 hervorgeht.
1995 wurde modernisiert und der Abschuss der Arbeiten groß gefeiert: Für drei Tage verwandelte sich C&A in „ein geheimnisvolles Land voller Zauber und Fantasie“, so ein Zeitungsbericht. Eine Zirkusschule habe im und vor dem Haus „eine bunte Show“ geboten.

Die Tiefgarage Holzgasse war Voraussetzung für den Bau der C&A-Filiale.
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Das Bekleidungshaus spielte eine große Rolle bei der Siegburger Stadtkernsanierung. Es war eng mit dem Bau der Tiefgarage verknüpft, von der jetzt der Fitness-Club profitieren will. Die Statik wurde so ausgelegt, dass C&A noch zwei weitere Etagen hätte aufstocken können. Im Vorfeld hatten 40 Geschäftsleute Interesse angemeldet, sich ebenfalls auf dem Areal anzusiedeln, auf dem auch der Bau der Brauhofgalerie in Angriff genommen wurde.
Die Abkürzung C&A geht auf die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer zurück, die 1841 im niederländischen Sneek ein Manufakturwarengeschäft gründeten und mit feinem Leinen handelten. Dieses kauften sie Webern ab, die ihre Waren zuvor selbst mit Kiepen den Verbrauchern angeboten hatten. Nach Unternehmensangaben gibt es europaweit 1300 Filialen.

