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Zum MitnehmenSiegburger Kulturcafé gibt Essen an Bedürftige aus

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Alle Gemüsezutaten hat Koch Wolfgang Schmitz schon vorbereitet. Das vegane Angebot ist bei den Kunden beliebt.

Siegburg – Fastfood zum Mitnehmen, da liegt der Gedanke an zu viele Aromastoffe, Fette, Zucker und Verpackungsmüll nahe. Doch das Essen, das seit kurzem freitags im Kulturcafé an der Ringstraße an Bedürftige ausgegeben wird, ist mindestens so praktisch wie Burger und Pommes aus der Styroporschale.

Und doch ist es von Hand aus frischen Zutaten gekocht, vegan, gut gewürzt, ausgesprochen schmackhaft und geht im Einmachglas an den Gast. Zuhause werden nur noch 300 Milliliter heißes Wasser aufgegossen, bei dicht verschlossenen Deckeln wird die richtige Verzehrtemperatur erreicht.

„Ich versuche, alles zu verwerten und nichts wegzuwerfen“

Vor der Essensausgabe hat Wolfgang Schmitz, der Koch des Kulturcafés, alle Zutaten auf Tellern vorbereitet, Brokkoliröschen, Kügelchen aus Kohlrabi, Karotten, Petersilienwurzeln und Pastinaken, feine Streifen aus Zucchini sowie Lauch und und Sellerie. Hinzu kommen vorgekochte Spaghetti. „Ich versuche, alles zu verwerten und nichts wegzuwerfen“, erläutert der festangestellte Koch, der seit Ende 2019 in „Kultis Koch-Werkstatt“ hungrige Mägen füllt und clevere Kochtipps gibt.

Die Mischung wird frisch in die Gläser gefüllt.

So kocht er seine Gemüsegrundbrühe aus Schälresten und verwendet für eine besonders wichtige Zutat, seine Gemüse-Würzpaste, neben Gemüse die Stengel von frischem Bohnenkraut, Thymian, Majoran und Petersilie. „So etwas könnte man natürlich auch kaufen, aber dann hätte man eben auch Farb- und Aromastoffe mit drin. So isst man 90 Prozent Gemüse und zehn Prozent Meersalz.“

Eingeschränkter Betrieb

Normalerweise herrscht im Kulturcafé die Regel: „Wer mitkocht und aufräumt, hat freies Essen.“ Doch derzeit herrscht wegen der Corona-Pandemie ein eingeschränkter Betrieb. Nur nach telefonischer Anmeldung kann das Essen freitags abgeholt werden. Schmitz geht es indes nicht nur um die Versorgung, sondern um die Vermittlung seines Wissens: Seine Rezepte stellt er auf Instagram zur Verfügung.

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Auf Koch und Kundschaft kommen deutlich besser Zeiten zu: Das ehemalige Areal eines Spielplatzes an der Cecilienstraße wird zu einem naturnahen „Treffpunk Garten“, dessen Bewirtschaftung das Kulturcafé übernimmt, voraussichtlich ab September. Kräuter, Stauden und Gräser sollen dort gehegt und gepflegt werden, nebst Beeten für junges Gemüse, einem Gewächshaus, einem Gerätehaus sowie WC und Dusche.

Für Schmitz und seine kulinarisch interessierte Zielgruppe junger Menschen von 14 bis 27 Jahren wird außer der Zutatenversorgung eine Außenküche von besonderem Interesse sein. „Da freuen sich alle schon drauf.“

www.evaju.de/kulturcafe