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Siegwehr in SiegburgWarten auf den Lachssprung

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In der Sieg gibt es einen großen Bestand an Lachsen.

Siegburg/Sankt Augustin – Es sind Szenen, die man sonst nur aus Alaska und den dortigen Lachsflüssen kennt: Der Zug der Lachse ist ein grandioses Naturschauspiel und besonders spektakulär, wenn die Tiere auf ihrem Weg zu den Laichplätzen Hindernisse überwinden müssen. Von ihrem inneren Drang getrieben, unbedingt wieder ihre Kinderstuben zur Lachshochzeit erreichen zu müssen, ist ihnen keine Barriere hinderlich, die sich ihnen in den Weg stellt. Da geht es dann mit Schwung flussaufwärts. In kühnen Sprüngen segeln sie über das lästige Hindernis.

Ein Schauspiel, das sich nun schon seit Jahren an der Sieg, immer im Herbst, wiederholt und sich mittlerweile unter der Bevölkerung herumgesprochen hat. Sowohl auf der Siegburger wie auf der Sankt Augustiner Seite bleiben die Passanten stehen und starren auf das Wehr.

Geduldsprobe für die Fotografen

„Sind welche da?“, ist da die meist gestellte Frage, die sich an die Fotografen richtet, die hier seit Stunden auf der Lauer liegen – immer auf der Suche nach dem optimalen Sprungbild. Viele Siegburger Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Hundehalter legen hier gerne eine Pause ein, um vielleicht einen der blitzschnellen Sprünge mit eigenen Augen sehen zu können. Ganze Menschentrauben harren da der Dinge hinter den Absperrgeländern, besonders am Wochenende.

Für die Fotografen ist es eine wahre Geduldsprobe. Trotz moderner Technik ist es immer noch der Mensch, der das Bild bestimmt. Das hängt von der Reaktionsfähigkeit ab, genau den Moment zu erwischen, wenn der Fisch zum Sprung angesetzt hat. Das ist aber einfacher gesagt, als getan. Die Entfernung zum Motiv ist weit, so dass man nur mit Teleobjektiven arbeiten kann. Hinzu kommt, dass weitere Bedingungen stimmen müssen, wie zum Beispiel der Wasserstand oder das Licht. Und nicht jeder springende Lachs wird auch gleich „erwischt“. Oft sind die Sprünge so unvermittelt, dass man keine Chance hat, zeitnah zu reagieren. Und natürlich springen die Lachse nicht andauernd. Also ist warten angesagt und höchste Konzentration auf einen ausgesuchten Wehrbereich, auf den man sein Objektiv eingerichtet hat. Ein Geduldsspiel ohnegleichen.

Während also viele Lachse den direkten Weg über das Wehr suchen, gehen aber viele in die Fangreuse der Kontrollstation, die der Rheinische Fischereiverband mit seinen Fachleuten betreut. Und das bedeutet zurzeit Hochbetrieb für den Fischwirt Sven Wohlgemuth mit seinen Mitarbeitern. Jeden Tag sind sie unterwegs, um die Fangreusen an der Agger in Menden und am Buisdorfer Wehr zu kontrollieren. Die ankommenden Elternfische werden dringend zur Zucht gebraucht, um dem Sieglachs auch in Zukunft ein Auskommen zu sichern. Noch werden sie dann in eine große Zuchtanstalt der Landesanstalt für Ökologie im sauerländischen Albaum gefahren. Künftig soll diese Aufgabe von der neuen Fischzuchtanlage auf dem Gelände des Wahnbachtalsperrenverbandes übernommen werden.