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Steckdose oder ZigaretteUrsache des Feuers bleibt unklar

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Siegburg – Kerzen und Blumen stehen auf der Treppe, die in das Haus an der Mittelstraße führt. Freunde von Mike haben sie dort hingestellt. In der Nacht zu Mittwoch ist der 26 Jahre alte Wohnungsinhaber in seinem Schlafzimmer im ersten Obergeschoss ums Leben gekommen. Er ist nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung eindeutig identifiziert worden. Fünf weitere Menschen erlitten Rauchgasverletzungen.

Die Brandermittler der Siegburger Polizei und ein Sachverständiger haben am Donnerstag die Einsatzstelle untersucht. Ihr Ergebnis: Das Feuer hat in diesem Raum seinen Ausgang genommen, im Bereich der Schlafstatt. Ursache war entweder eine defekte Steckdose oder Zigarettenglut, die den Brand schließlich ausgelöst hat. Die Beamten fanden zahlreiche Kippen. Vermutlich wird die genaue Ursache aber nie abschließend geklärt werden können.

Nachbarn beschreiben den Verstorbenen als angenehmen Zeitgenossen. Eine Zeit lang habe er eine Ausbildung zum Dachdecker gemacht, diese aber nicht abgeschlossen. Sein tragisches Schicksal macht sie sichtbar betroffen. Empört äußern sie sich über die falsch geparkten Autos, die den Einsatzkräften die Anfahrt erschwert hatte. Diese Verstöße sind übrigens Teil der Gesamtermittlungen. Sollte festgestellt werden, dass Fahrer in Kauf genommen haben, dass Rettungswege versperrt sind, könnte das strafrechtliche Konsequenzen haben. Im Raum steht etwa fahrlässige Körperverletzung, wenn ein Zusammenhang zwischen einer verspäteten Rettung und den Verletzungen der fünf weiteren Opfer nachgewiesen werden kann. Im Fall des 26-Jährigen allerdings ist die Lage klar,  ihm konnte niemand mehr helfen. Die Einsatzkräfte, die versucht haben, ihn aus der brennenden Wohnung zu holen, sind nicht behindert worden.

Bei der Anfahrt haben Feuerwehrautos darüber hinaus andere Wagen leicht beschädigt. Die Wehrleute haben dabei ihren Auftrag wahrgenommen, möglichst schnelle Hilfe zu leisten. Deshalb werden sie wohl nicht belangt werden können. Zivilrechtlich werden sich die Versicherungen vermutlich streiten, wer für die Schäden aufkommen muss. Möglicherweise hat das Siegburger Unglück das Zeug zu einem Präzedenzfall. Vier Mieter des Hauses, das derzeit nicht bewohnbar ist, sind in Ferienwohnungen untergekommen, drei können vorläufig bei Verwandten oder Bekannten wohnen.