Kontroversen um die Hundesteuer gibt es oft. Neu ist aber die Information, wie viele steuerpflichtige Vierbeiner überhaupt im Kreis leben.
Ermäßigung für WachhundeSteuerdaten und Zahlen – So viele Hunde leben im Rhein-Sieg-Kreis

Die meisten Hunde im Kreis gibt es in Troisdorf, die wenigsten in Ruppichteroth. (Symbolbild)
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Stöhnen und Schimpfen über die Hundesteuer als solche oder zumindest über ihre Höhe gehört für viele Besitzerinnen und Besitzer schon seit vielen Jahren zur Hundehaltung. Dabei ist das Maß der Empörung nicht allein vom persönlichen Temperament abhängig, sondern auch von der jeweiligen Kommune, denn jede Stadt und Gemeinde legt diese Steuer selbst fest. Der Höhe ihrer Steuersätze nach liegen die 19 Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises laut einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler aus dem Frühjahr im Mittelfeld der 396 NRW-Kommunen.
Bemerkenswert und an dieser Stelle wohl erstmals im Gesamtüberblick veröffentlicht ist aber die Zahl der Vierbeiner in den 19 Kommunen zwischen Voreifel und Bergischem Land. Im Kreis gibt es beachtliche Unterschiede, das ergab eine aktuelle Abfrage der Redaktion.
Die Stadt Troisdorf hat die meisten bellenden Vierbeiner
Insgesamt sind 43.189 steuerpflichtige Hündinnen, Rüden und Welpen den kommunalen Steuerämtern zwischen Rheinbach, Siegburg und Windeck aktuell bekannt. Die Angaben der Kommunen beziehen sich entweder auf den Sommer 2026 oder auf das Vorjahresende, die Unterschiede zwischen Dezember und August dürften aber zu vernachlässigen sein. Dagegen bleibt die Zahl der illegalen, nicht angemeldeten Vierbeiner naturgemäß im Dunklen.
Die in absoluten Zahlen mit Abstand meisten Bellos, Waldis und Rambos, nämlich 3938 Tiere, gibt es in Troisdorf, die wenigsten, nämlich 1042, in Ruppichteroth. Das verwundert nicht, wenn man die Zahl der Vierbeiner einer Kommune ins Verhältnis zur Zahl der dort lebenden Zweibeiner setzt: Troisdorf ist mit knapp 76.000 Menschen (Stand laut IT.NRW Ende Juni 2025) die mit Abstand einwohnerstärkste Stadt im Kreis, Ruppichteroth mit knapp 11.000 die mit den wenigsten Einwohnern.
Auf dem Land ist die Hundequote viel höher als in den Städten
Betrachtet man dagegen die Zahl der Hunde je 1000 menschliche Einwohner, wird das große Troisdorf (rund 52 Hunde auf 1000 Menschen) vom kleinen Ruppichteroth (96) deutlich überholt. Und dabei landet die Gemeinde bei der Hundequote dennoch nicht auf Platz 1. Der gebührt vielmehr der Gemeinde Windeck mit 119, gefolgt von Much mit 111 und Neunkirchen-Seelscheid mit 107. Die niedrigsten Hundequoten haben dagegen drei Städte an der Sieg: Sankt Augustin kommt auf 51 Hunde auf 1000 Einwohner, Troisdorf auf 52 und Siegburg auf 55.
Wieder anders ist das Bild beim Flächenvergleich. Die größte Chance auf Vierbeinergeselligkeit, dass sich also zwei Hunde im Stadt- beziehungsweise Gemeindegebiet begegnen, besteht in Siegburg. Das liegt daran, dass die Kreisstadt mit nur knapp 24 Quadratkilometern die kleinste Flächenausdehnung hat, womit hier auf einen Quadratkilometer rund 98 Vierbeiner kommen.
In Much genießen manche Wachhunde eine Steuerermäßigung
Wer als Hund dagegen lieber wie ein einsamer Wolf leben mag, hat in Much die besten Karten: Bei einer Fläche von rund 78 Quadratkilometern kommen hier nur knapp 21 Hunde auf einen Quadratkilometer – und diese genießen auf Antrag auch noch eine Steuerermäßigung, wenn sie beispielsweise Gebäude bewachen, die vom nächsten bewohnten Haus mehr als 200 Meter entfernt liegen.
Was die Höhe der Hundesteuer angeht, so variiert diese im Kreis nach Zahl und Art der gehaltenen Hunde – die Halter sogenannter „gefährlicher“ Hunde werden deutlich stärker zur Kasse gebeten als Menschen mit Dackel oder Pudel. Wer einen nicht gefährlichen Hund hält, zahlt dafür nach der jüngsten Übersicht des Bundes der Steuerzahler (BdSt) innerhalb des Kreises am meisten in Bornheim (125 Euro) und am wenigsten in Eitorf, Königswinter, Rheinbach und Wachtberg (jeweils 90 Euro). Landesweit reicht diese Spanne übrigens von günstigen 24,60 Euro in Verl bis zu teuren 180 Euro in Hagen.
Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen fordert weiterhin die Abschaffung der Hundesteuer. So sei beispielsweise die in vielen Kommunen fehlende Kontrolle, ob alle Vierbeiner angemeldet seien, „unfair“ gegenüber den ehrlichen Hundebesitzern – was allerdings ein interessantes Argument auch bei vielen anderen Steuern, beim Fahrschein-Verkauf in Bus und Bahn oder beim Schwimmbad-Eintritt sein könnte. Zudem handele es sich um eine „Bagatellsteuer“ – bei denen es aber um Einnahmen von mehreren Hunderttausend Euro geht.
Auf den Hund gekommen – die Kennzahlen der Kommunen
Alfter: 1518 Hunde, 64 Hunde je 1000 Einwohner, 44 Hunde je Quadratkilometer, 120,00 Euro Steuern für den ersten Hund.
Bad Honnef: 1904 Hunde, 76 Hunde je 1000 Einwohner, 40 Hunde je Quadratkilometer, 96 Euro Steuern für den ersten Hund.
Bornheim: 2880 Hunde, 60 Hunde je 1000 Einwohner, 35 Hunde je Quadratkilometer, 125 Euro Steuern für den ersten Hund.
Eitorf: 1571 Hunde, 82 Hunde je 1000 Einwohner, 23 Hunde je Quadratkilometer, 90 Euro Steuern für den ersten Hund.
Hennef: 3838 Hunde, 80 Hunde je 1000 Einwohner, 36 Hunde je Quadratkilometer, 120 Euro Steuern für den ersten Hund.
Königswinter: 3347 Hunde, 83 Hunde je 1000 Einwohner, 44 Hunde je Quadratkilometer, 90 Euro Steuern für den ersten Hund.
Lohmar: 2693 Hunde, 87 Hunde je 1000 Einwohner, 41 Hunde je Quadratkilometer, 108 Euro Steuern für den ersten Hund.
Meckenheim: 1539 Hunde, 62 Hunde je 1000 Einwohner, 44 Hunde je Quadratkilometer, 102 Euro Steuern für den ersten Hund.
Much: 1619 Hunde, 111 Hunde je 1000 Einwohner, 21 Hunde je Quadratkilometer, 116 Euro Steuern für den ersten Hund.
Neunkirchen-Seelscheid: 2174 Hunde, 107 Hunde je 1000 Einwohner, 43 Hunde je Quadratkilometer, 114 Euro Steuern für den ersten Hund.
Niederkassel: 2579 Hunde, 67 Hunde je 1000 Einwohner, 72 Hunde je Quadratkilometer, 120 Euro Steuern für den ersten Hund.
Rheinbach: 1878 Hunde, 70 Hunde je 1000 Einwohner, 27 Hunde je Quadratkilometer, 90 Euro Steuern für den ersten Hund.
Ruppichteroth: 1042 Hunde, 96 Hunde je 1000 Einwohner, 17 Hunde je Quadratkilometer, 96 Euro Steuern für den ersten Hund.
Sankt Augustin: 2859 Hunde, 51 Hunde je 1000 Einwohner, 84 Hunde je Quadratkilometer, 120 Euro Steuern für den ersten Hund.
Siegburg: 2323 Hunde, 55 Hunde je 1000 Einwohner, 98 Hunde je Quadratkilometer, 95 Euro Steuern für den ersten Hund.
Swisttal: 1538 Hunde, 83 Hunde je 1000 Einwohner, 25 Hunde je Quadratkilometer, 95 Euro Steuern für den ersten Hund.
Troisdorf: 3938 Hunde, 52 Hunde je 1000 Einwohner, 64 Hunde je Quadratkilometer, 120 Euro Steuern für den ersten Hund.
Wachtberg: 1625 Hunde, 80 Hunde je 1000 Einwohner, 33 Hunde je Quadratkilometer, 90 Euro Steuern für den ersten Hund.
Windeck: 2324 Hunde, 119 Hunde je 1000 Einwohner, 22 Hunde je Quadratkilometer, 96 Euro Steuern für den ersten Hund.
