Die Preise für das weiße Gold fallen meist erst nach dem Osterfest. Moderne Technik hilft bei der Ernte.
Feinkörniger, krümeliger Boden ist wichtigDie Spargelsaison im Rhein-Sieg-Kreis beginnt bald

Max Fritzen zeigt die frisch verlegte Folie auf seinem Spargelfeld in Eschmar.
Copyright: Stefan Villinger
Die schwarze Folie kann nicht bei jedem Wetter über den Spargeldamm gezogen werden. Hat es einige Tage zuvor geregnet, ist die Erde zu nass. „Sie wird beim Trocknen hart wie Beton, und die Spargelpflanze kann nicht optimal wachsen“, erklärt Max Fritzen. Hat es dagegen wochenlang nicht geregnet, ist die Erde zu trocken. „Wenn sie staubt, fehlt die Feuchtigkeit für die Pflanze.“ Der Landwirt hat den Termin am Montag dieser Woche optimal abgepasst. Der Boden sei nicht zu nass gewesen, er habe eine gute Feuchte gehabt. „Er war feinkörnig und krümelig“, schildert Fritzen. Schon um 6.30 Uhr begann er daher mit der Arbeit.
Die schwarze Folie wirkt wie eine wärmende Decke und regt das Wachstum an. Bis zu 70 Zentimeter tief ist die Pflanze in der Erde. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sie ihre Triebe nach oben gebracht hat. Das Osterfest, das in diesem Jahr mit Karfreitag am 3. April beginnt, ist jedes Jahr der Zielpunkt. Dann sollte der Spargel spätestens in den Verkauf kommen, gern auch einige Tage vorher.
Die meisten Spargelbauern im Rhein-Sieg-Kreis haben schon die Folie auf den Spargelfeldern aufgebracht
Die meisten Spargelbauern haben deshalb vor einigen Tagen mit der letzten Phase vor der Ernte begonnen. „Aufgrund des frühen Osterfestes könnte es eng werden“, meint Fritzen. Dieser Termin ist beim Verkauf des weißen Goldes immer ein kleiner Wendepunkt. Das bestätigt Fadime Sezer, die mit ihrem Mann Ugur seit 25 Jahren einen Gemüsestand auf dem Siegburger Markt betreibt. Sie sind schon die zweite Generation dort. „Meine Eltern haben hier vor über 50 Jahren angefangen“, berichtet Ugur Sezer.
Alles zum Thema Einzelhandel Köln und Region
- Feinkörniger, krümeliger Boden ist wichtig Die Spargelsaison im Rhein-Sieg-Kreis beginnt bald
- Illegale Vapes und Snus sichergestellt Kölner Ordnungsamt schließt zwei Kioske im Sofortvollzug
- Spritpreise in Köln Wo tanken gerade am günstigsten ist
- Lebensmittelhandel Auch Aldi Nord interessiert sich für einige Tegut-Filialen
- Kölner Buchhändler kritisieren Weimer „Herzlichen Glückwunsch, wir sind systemkonform!“
- Vandalismus und Zerstörung Unbekannte brechen in Süßwarengeschäft in Siegburg ein

Fadime Sezer verkauft seit 25 Jahren Spargel auf dem Markt in Siegburg.
Copyright: Stefan Villinger
Bei den Sezers gibt es seit der vergangenen Woche Spargel. Er kommt vom Hof Waldfeucht bei Heinsberg. Dort werden die Felder beheizt, deswegen konnte er schon früher geerntet werden. Das Kilogramm Spargel kostet zurzeit 28 Euro auf dem Siegburger Markt, wer nur Spitzen möchte, der zahlt 20 Euro fürs Kilo. Der grüne Spargel aus Mexiko ist auch in der Auslage zu finden. 22 Euro ist bei ihm der Kilopreis.
„Es ist jedes Jahr dasselbe. Um Ostern ist der Spargel am teuersten, weil die Nachfrage stark ist“, erläutert Fadime Sezer. Danach sinke der Preis deutlich. Sie schätzt, dass er in diesem Jahr mit zwölf Euro pro Kilo einen Tiefpunkt erreichen wird. Doch genau sagen könne man das nie. Wenn durch Unwetter die Ernte vernichtet werde, blieben die Preise hoch. Gebe es ein Überangebot, mache sich das ebenfalls bemerkbar.
Peter Wermes aus Zündorf beheizt einen Teil seiner Spargelfelder mit der Abwärme eines Biogaskraftwerkes. Er wird um den 20. März herum zum ersten Mal ernten. „Zwischen 50 und 150 Kilo werden es sein“, schätzt er. Er beliefert dann auch einige Restaurants im Rhein-Sieg-Kreis. „Viele Gäste legen Wert darauf, dass sie frisch geernteten Spargel aus der Region auf den Teller bekommen.“ Am Donnerstag, 9. April, wird die Spargelsaison in Nordrhein-Westfalen offiziell auf dem Hof von Peter Wermes an der Wahner Straße eröffnet.

Noch ist die Spargelpflanze tief in der Erde. Dank der Folie erwärmt sich der Boden und fördert so das Wachstum.
Copyright: Stefan Villinger
Dass Restaurants auf Produkte aus der Region setzen, kann Max Fritzen bestätigen. Nach seinem erfolgreichen Studienabschluss in Landwirtschaft stieg er im Jahr 2022 in den Hofbetrieb der Eltern in Eschmar ein. Und brachte frischen Wind in den Verkauf: „Ich habe mir überlegt, dass wir unsere Spargel und Kartoffeln neben dem Hofladen auch direkt vertreiben können.“ Er klapperte die Restaurants in der Umgebung ab und stieß fast nur auf Zuspruch. „Für unseren Salat, der bald erntereif ist, gibt es auch schon Vorbestellungen.“
Funkthermometer zeigen die Temperatur und errechnen den Erntezeitpunkt
Moderne Technik hilft heute beim Anbau von Spargel. So wird die Lage der Pflanzen auf dem Feld mit GPS erfasst und im Rechner des Traktors gespeichert. Er findet damit automatisch den richtigen Weg, um die Dämme optimal aufzuhäufeln. Funkthermometer unter der Folie zeigen die Temperatur in der Erde. Die Software der angeschlossenen App analysiert die Daten, berechnet die tägliche Wärmesumme und hilft zu entscheiden, wann der Spargel geerntet werden kann.
Bei den Fritzens hatte übrigens Max seine Mutter Margret überzeugt, stärker in den Spargelanbau einzusteigen. Sein Vater Jürgen freute sich über dieses Engagement des Hofnachfolgers. Das älteste Spargelfeld der Familie ist zehn Jahre alt. 2025 wurde die letzte Kultur auf einer anderen Fläche angelegt. Max Fritzen: „Wir haben dafür Folien gekauft, die auf einer Seite grün und nicht schwarz sind, damit sie sich besser in das Bild der Landschaft anpassen.“

