Unser Reporter Olaf Pohl ist fußballverrückt: Vor acht Jahren fuhr er mit dem Auto nach Russland, jetzt fliegt er auf eigene Kosten zur WM in die USA.
280 Dollar fürs TicketWarum Troisdorfer unbedingt die Fußball-WM in den USA erleben will

Olaf Pohl auf dem Weg in die USA zur Fußball-WM: Von Frankfurt ging esd nach San Francisco.
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Die Fußball-Weltmeisterschaft läuft bereits auf Hochtouren. Während am Donnerstagabend im legendären Aztekenstadion in Mexiko-Stadt Gastgeber Mexiko und Südafrika das Turnier eröffneten, begann mein persönliches WM-Abenteuer erst am frühen Freitagmorgen.
Um 8.44 Uhr stieg ich am ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn in den Zug nach Frankfurt/Main. Knapp drei Stunden später hob mein Flieger Richtung Kalifornien ab. Das Ziel: San Francisco. Nach gut elf Stunden Flug und neun Stunden Zeitverschiebung landete ich um 14.30 Uhr Ortszeit an der amerikanischen Westküste.
Olaf Pohl hat Karten für drei WM-Spiele in den Stadien
Acht Jahre nach meiner Reise zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Russland geht es diesmal allein auf Tour. 2018 fuhr ich gemeinsam mit meiner Mutter 1350 Kilometer mit dem Auto nach Kaliningrad. Diesmal führt mich der Weg über den Atlantik in die San Francisco Bay Area.
Dort warten in den kommenden Tagen drei WM-Spiele auf mich. Am Samstag treffen im Levi's Stadium Katar und die Schweiz aufeinander. Am Dienstag folgt Österreich gegen Jordanien, ehe am Freitag die Türkei und Paraguay den Abschluss meines Stadionprogramms bilden.
Dass ich diese Partien überhaupt live sehen kann, war lange Zeit keineswegs selbstverständlich. Das größte Abenteuer begann nämlich schon Monate vor dem Abflug am heimischen Computer. Über mehrere Verkaufsphasen versuchte ich vergeblich, Eintrittskarten zu ergattern. Immer wieder saß ich stundenlang vor dem Bildschirm, nur um am Ende leer auszugehen. Erst in der fünften und letzten Verkaufsphase hatte ich endlich Glück.
Nicht nur Fußball, auch die Golden Gate Bridge steht auf dem Programm
Die Freude war entsprechend groß, auch wenn die Preise durchaus heftig waren. Rund 280 US-Dollar kostete jedes Ticket. Andererseits: Bis nach Kalifornien zu fliegen und anschließend nur um das Stadion herumzuschleichen, wäre wohl die deutlich schlechtere Alternative gewesen. Man lebt schließlich nur einmal.
Weniger aufregend verlief die Vorbereitung auf die Einreise. Der Reisepass wurde rechtzeitig verlängert, die ESTA-Reisegenehmigung kam schnell und problemlos. Damit stand der Reise nichts mehr im Weg, der Flug war längst gebucht.
Neben dem Fußball freue ich mich auch auf das Programm abseits der Stadien. Natürlich stehen Ausflüge nach San Francisco mit der Golden Gate Bridge auf dem Plan. Außerdem möchte ich die Umgebung erkunden. Der Yosemite-Nationalpark soll derzeit sehr überlaufen sein, weshalb ich eher mit dem Sequoia-Nationalpark liebäugele. Dort steht mit dem General Sherman Tree der größte Baum der Erde, gemessen am Holzvolumen.
Anpfiff zum ersten Spiel der deutschen Mannschaft ist um 10 Uhr morgens Ortszeit
Wo ich am Sonntag das erste WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao verfolgen werde, ist dagegen noch offen. Anpfiff ist um 10 Uhr morgens Ortszeit. Vielleicht in einer Sportsbar, vielleicht in einem deutsch-bayerischen Biergarten. Mein Freund Patrick Sausen, der vor vier Jahren aus Troisdorf-Oberlar nach Kalifornien ausgewandert ist und sich dort einen Lebenstraum erfüllt hat, wird sicher einen guten Tipp haben.
Für den Moment überwiegt ohnehin die Vorfreude. Die Weltmeisterschaft hat begonnen. Und mein ganz persönliches WM-Abenteuer jetzt auch.