Troisdorf – Dieses Schuljahr wird das letzte in der evangelischen Grundschule in der Viktoriastraße sein, danach steht das Gebäude leer. Eine Ära geht also zu Ende. Schüler, Lehrer, Freunde und Förderer verabschieden sich am Samstag, 12 bis 16 Uhr, mit einem Sommerfest von der Schule, die an der Matthias-Langen-Straße als evangelische Bekenntnisschule weitergeführt wird.
Von einem reibungslosen Umzug kann nicht die Rede sein: An der neuen evangelischen Schule an der Matthias-Langen-Straße im Osten der Stadt protestieren muslimische Eltern dagegen, dass ihre Kinder am Religionsunterricht teilnehmen mussten, was an der Viktoriastraße nicht der Fall gewesen war.
Islamischer Unterricht
Der erste Beigeordnete und Schuldezernent der Stadt Heinz Eschbach machte jetzt noch einmal im Stadtrat deutlich, dass es an der Schule trotz des evangelischen Bekenntnisses islamischen Unterricht geben könne: Die Mindestzahl von zwölf Kindern muslimischen Glaubens wird an der Schule überschritten, Kinder evangelischen und katholischen Glaubens sind sogar zahlenmäßig in der Minderheit. Eschbach betonte aber auch, dass dafür die Schulaufsicht bei der Bezirksregierung zuständig sei. Letztere hatte die Stadt darum gebeten, einen Informationsabend zu veranstalten, bei dem es auch um die Frage gehen sollte, wie die Schule in eine Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt werden kann.
Gerade die evangelische Kirchengemeinde hatte vor zwei Jahren vehement gegen den Umzug der evangelischen Schule demonstriert, die auf das Jahr 1890 zurückgeht. Sie wurde noch vor der heutigen Stadtkirche gebaut und geht auf eine Schule zurück, die vor 150 Jahren auf der Hütte gebaut wurde. Ein wichtige Rolle im Schulleben spielten zahlreiche Kinder griechisch-orthodoxen Glaubens.
Der Betrieb in der ehemals katholischen Schule an der Matthias-Langen-Straße mit ihrer moderneren Bausubstanz, Turnhalle und großzügigem Außengelände konnte durch den Umzug trotz stark zurückgegangener Schülerzahlen erhalten werden.
