Aufgabe der Studierenden war, Beutel, Handtücher und T-Shirts für das Aggua zu gestalten. Die Gewinner wurden bei einer Modeschau im Freibad gekürt.
Modeschau im „Aggua“Hennefer Designstudierende gestalten für Troisdorfer Freibad

Die Zweitplatzierte Nox Bondar präsentiert ihre Designs auf dem Laufsteg im Freibad.
Copyright: Lilian von Storch
Ein Briefing vom Kunden und dann vier Wochen Zeit, um ein T-Shirt, ein Handtuch und einen Beutel zu designen: Dieser Herausforderung stellten sich 23 Studierende der Rhein-Sieg-Akademie für realistische Bildende Kunst und Design (RSAK) in Hennef. Ihr Auftraggeber: Das Aggua in Troisdorf. Die 11 Finalistinnen und Finalisten präsentierten ihre Entwürfe am Mittwoch bei einer Modeschau im Freibad. Die Gewinnerstücke gibt es in einer limitierten Auflage im Aggua zu kaufen.
Aggua will Kunst und Design ins Freibad bringen
Die Stadtwerke Troisdorf haben schon einmal eine Modeschau in Zusammenarbeit mit der Designschule organisiert. Das Aggua sei im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Art meets Wave“ auf die Kunsthochschule zugegangen, so Geschäftsführerin Daniela Simon. „Wir wollen Kunst und Design bewusst dorthin bringen, wo die Menschen ihre Freizeit verbringen - und nicht darauf warten, dass sie aktiv eine Ausstellung oder ein Museum besuchen“, so Simon.
Im Februar erhielten die angehenden Designerinnen und Designer im Alter von 17 bis 23 Jahren von ihrem Kunden einen klaren Auftrag: „Der Gedanke war, dass die Studierenden ein gewisses Lebensgefühl in ihren Designs rüberbringen sollten: Was verbindest du mit Sommer, mit Schwimmbad?“, so Daniela Simon, „und wo kannst du das am besten erleben? Direkt am Beckenrand.“ Daher sollte die Modeschau auch direkt mit dem Start der Freibadsaison im Aggua stattfinden. Manche der Studierenden präsentierten ihre fertigen Shirts, Handtücher und Beutel selbst auf dem Laufsteg, für andere liefen Models.

Die drittplatzierte Veronika Mykhlych ließ sich für ihr Design von Goldfischen inspirieren. Das Handtuch präsentierte das Model Maria.
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„Das hier ist für uns echt eine coole Chance“, sagt die Finalistin Nina Karabek. Die 20-Jährige verbrachte schon als Kind viel Zeit in dem Troisdorfer Freibad. In ihr Design hat sie deswegen ihren Stofftier-Hund Alfie eingebaut, der im Aggua auf einer Welle surft: „Damit wollte ich auch auf nostalgische Gefühle anspielen, die viele mit dem Aggua verbinden.“
Für viele der Hennefer Studierenden ist es die erste Berufserfahrung
Eine Jury aus Vertretern vom Aggua, den Stadtwerken Troisdorf als Hauptsponsor und der Kunsthochschule entschied über die Gewinnerinnen und Gewinner. Für den Erstplatzierten gibt es neben dem Verkauf seines Designs im Freibad ein Preisgeld von 750 Euro, für den zweiten 350 Euro und den dritten Platz 150 Euro. Auch das Publikum durfte durch eine eigene Abstimmung einen Liebling küren, der einen Aggua-Gutschein als Preis erhielt.

Tim Krügers Design überzeugte die Jury am meisten. Handtuch, Shirt und Beutel gibt es demnächst im Aggua zu kaufen.
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Am meisten überzeugte die Jury das Design des 22-jährigen Tim Krüger. „Ich hab mich an japanischem Grafikdesign und an einem Retro-Stil der 70er und 80er Jahre orientiert: Knallige, bunte Flächen, umrandet von schwarzen Outlines“, so der Student über seinen Entwurf. Das Bild zeigt Palmen, Wasser, Wolken, „Alles, was mir zum Thema Freibad eingefallen ist.“ Auch er kennt das Aggua schon aus Kindertagen: „In der Grundschule hab ich hier mein Seepferdchen gemacht.“
Die Zweitplatzierte Nox Bondar wollte mit ihrem Design einen Zeitgeist ihrer Generation wiederspiegeln. Es zeigt eine junge Person in Manga-Optik vor Palmen mit der Aufschrift „Ready to Swim“? „Wir tun gerne cool und erwachsen, aber wenn wir ins Schwimmbad gehen, sind wir wieder Kinder“, so die junge Designerin. In ihren Handtuch-Entwurf baute sie den Aufbau des Aggua-Bades ein: „Als ich mir das Schwimmbad angeschaut habe, ist mir aufgefallen, wie schön das von oben aussieht.“

Das Design von Elias Daffe (präsentiert von Model Nick) schaffte es ebenfalls auf Platz drei.
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Platz drei teilen sich Elias Daffe und Veronika Mykhlych, als Publikumsliebling wurde Julian Kremer gekürt. Alle 23 Teilnehmenden bekommen ein Zertifikat für ihre Mappe mit individuellem Feedback vom Aggua, so Daniela Simon. In der Hochschule lernten die Studierenden vieles in der Theorie, sich aber wirklich in der Kommunikation mit einem Kunden auszuprobieren und dessen Wünsche umzusetzen, sei eine wichtige Erfahrung. „Das ist eben dann auch das, was bei uns ins Voting mit reinfließt: Wie haben sie das Briefing für sich umgesetzt, wie haben sie es verstanden, wie haben sie die Marke Aggua aufgegriffen“.
Anja Eichholz, Dozentin für Modedesign und der Grafiker Klaus Hohnemann haben die Studierenden bei ihrem Projekt begleitet. Sie freue sich, dass diese so die Möglichkeit haben, erste Berufserfahrungen zu sammeln, sagt Anja Eichholz. „Bei uns in der Kreativbranche zählt das Zeugnis und der Abschluss, aber wenn ich mich nachher bewerben möchte, ist das Portfolio viel wichtiger.“ Studierende aus dem zweiten, vierten und sechsten Semester haben am Wettbewerb teilgenommen. Gerade für die jüngeren Semester sei das mit großen Herausforderungen verbunden gewesen, weil sie sich zusätzlich noch in die professionellen Design-Programme reinfuchsen mussten.
An mehreren Entwürfen sei sichtbar geworden, dass Muster aus den 1980er Jahren aktuell im Trend sind. Die Dozierenden habe es überrascht, wie unterschiedlich die Entwürfe am Ende geworden sind, obwohl alle das gleiche Briefing bekommen haben. „Darüber sind wir aber auch sehr froh, weil wir ja letztendlich eigene kreative Stimmen ausbilden wollen und jeder hier ganz klar einen eigenen Stil mitbringt“, so Klaus Hohnemann.

