Der familiengeführte Betrieb in Troisdorf ist in der Übergabe zur siebten Generation. Im Sortiment sind auch Garten- und Reitbedarf.
Hofläden in Rhein-SiegBauernhof Fritzen bietet nachhaltiges Gemüse und Obst in Eschmar an

Max Fritzen ist Experte für frisches, saisonales Gemüse.
Copyright: Gerriet Scheben
Die auf einer meterhohen Gabel aufgespießte Kartoffel, die ungefähr drei Briefkästen groß ist, kann man kaum übersehen. Die Statue steht direkt an der Hauptstraße der Ortschaft Eschmar mit 3100 Einwohnern und Einwohnerinnen und ist das Aushängeschild des Bauernhof Fritzen. „Wir haben uns für das Symbol entschieden, weil Kartoffelsäcke nicht so viel hermachen“, erläutert Margret Fritzen. „Leute, die uns nicht kennen, halten uns deswegen manchmal für ein Restaurant“, fügt ihr Sohn Max Fritzen an. Das sei aber eher die Ausnahme: „Jeder Zweite aus dem Ort kommt bei uns einkaufen.“

Die Kartoffel-Statue ist das Markenzeichen der Fritzens.
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Der inzwischen 26-Jährige packt beim Familienbetrieb seiner Eltern in der Rheinstraße 38 in Troisdorf an, seit er ein Kind ist. Damit arbeitet der Agrarökonom als „mindestens siebte Generation“ auf dem Bauernhof. „Mittlerweile sorge ich lieber dafür, dass beim Trecker die Einstellungen stimmen, als selbst damit zu fahren“, sagt er und lächelt. „Mein Vater Jürgen ist am glücklichsten, wenn er auf dem Traktor sitzt. Wir sind in einer gesunden Übergabe.“
Neben dem Trio bringt sich noch eine weitere Fritzen tatkräftig ein: „Oma Elisabeth ist knapp über 80 und macht sechs Tage die Woche das Mittagessen“, sagt Max Fritzen. Er finde es erstaunlich, wie sie aus dem übriggebliebenen Gemüse des Hofladens leckere Gerichte für nicht selten mehr als zehn Personen zubereite. „Das mag sie sich nicht nehmen lassen.“ Im Durchschnitt arbeiten Max Fritzen zufolge sieben Mitarbeitende am Hof (Oma Elisabeth mal ausgenommen), je nach Bedarf komme aber noch wichtige Unterstützung von weiteren Familienmitgliedern, Freundinnen und Nachbarn hinzu.
Im Hofladen gibt es saisonale Produkte aus der Region
Wer an der Kartoffel-Statue vorbeigeht -oder fährt, findet nach Betreten des Hofs auf der linken Seite den Hofladen. Davor stehen Kisten mit frischem Obst und ein hölzerner Ziehwagen, beladen mit Kartoffelsäcken. Die Auswahl im Hofladen ist saisonal. Vornehmlich werden Gemüse und Obst, allen voran Kartoffeln, aber zum Beispiel auch Spargel, Hokkaidokürbisse, Lollo Bionda, Tomaten oder Stangenbohnen, angeboten.

Im und vor dem Hofladen finden sich vor allem saisonale Gemüse- und Obstsorten.
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Einige Güter werden in der Hofmanufaktur der Familie verarbeitet. Andere Produkte wie Konfitüren beziehen die Fritzens aus benachbarten Kommunen, Weintrauben werden etwa aus Niederkassels Stadtteil Mondorf zugekauft. Kunden und Kundinnen, die Rindfleisch abholen wollen, müssen dies vorher telefonisch anfragen. Auch Interessierten, die erfragen möchten, was aktuell im Sortiment ist, empfiehlt Max Fritzen, sich vorher telefonisch zu melden.
In der Vorweihnachtszeit kann man sich bei den Fritzens zudem Tannenbäume abholen. „Die meisten der Bäume kommen von unserer Plantage“, erläutert Max Fritzen. Ein paar bekomme man zugeliefert. Das Besondere: „Wir bieten an, dass die Weihnachtsbäume zurückgebracht werden können. Nach dem Einpflanzen können die Bäume in ein paar Jahren nochmal verwendet werden.“ Gerade das Ausgraben sei zwar aufwendig, aber die Wiederverwendung nachhaltiger.
Kartoffeln haben nur eine kurze Reise
Generell bemühe man sich um eine umweltfreundliche Bewirtschaftung. Die regionalen Produkte stammen größtenteils von der rund 200 Hektar großen Acker- und Grünlandfläche, die nur wenige Autominuten vom Bauernhof entfernt liegt. Max Fritzen: „Die Kartoffeln reisen in ihrem Leben nur einen Kilometer.“ Auf den Feldern und in den Gewächshäusern setze man so wenig chemische Mittel wie möglich ein und beschränke die Düngung auf ein Minimum, um das Grundwasser zu schützen.

Im Herbst werden Kürbisse am Hof angeboten, im Winter können dort Tannenbäume abgeholt und zurückgebracht werden.
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Bei ihrer landwirtschaftlichen Arbeit konzentriert sich die Familie nicht nur auf den Anbau. „Wir haben 250 Hühner, 20 Puten, acht Rinder, drei Pferde, drei Katzen und einen Hund“, zählt Max Fritzen die Tiere auf, um die er sich kümmert, und zeigt auf eine schwarz-weiße Mäusefängerin: „Katze Paule hilft am Hof mit. Sie ist für die Tiergesundheit Gold wert.“
Neben Essen und Getränken bietet die Landwirtsfamilie auch kaltgepresste Öle ohne Konservierungsstoffe an. Außerdem gibt es bei den Fritzens Artikel rund um den Garten zu finden, etwa Saatgut von ihren eigenen Feldern oder Pflanzen aus der Region. Sie bieten zudem Reitbekleidung und Waren für den Pferdebedarf an, wie Decken oder Halfter. Auch das Futter für die Reittiere kann man am Hof abholen.
Eckdaten zum Bauernhof Fritzen
Adresse: Rheinstraße 38, 53844 Troisdorf-Eschmar
Telefon: 02241/42169
E-Mail: eschmar@bauerfritzen.de
Website: https://www.bauerfritzen.de/
Socials: https://www.instagram.com/bauernhof_fritzen/?hl=de
Öffnungszeiten des Hofladens:
Montag,Dienstag und Donnerstag 8 bis 12.30 Uhr, 14 bis 18 Uhr
Mittwoch 8 bis 12.30 Uhr
Freitag 8 bis 18 Uhr
Samstag 8 bis 13 Uhr
Sonntag Geschlossen
Parken: Es gibt vier Kostenlose Parkplätze auf dem Gelände des Hofs.
Unser Tipp: Man sollte die Kartoffeln-Sorten der jeweiligen Saison probieren – ansonsten lohnt es, das saisonale Gemüse einzukaufen und sich davon zu Gerichten inspirieren zu lassen.
Hofführungen/Naturführungen: Entsprechende Führungen werden nicht angeboten.