43 Millionen EuroSieglarer Gesamtschule wird neu gebaut

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Das Schulzentrum in Sieglar ist in die Jahre gekommen. Die Verwaltung empfiehlt nun, die Pläne für eine Sanierung der Gesamtschule zu den Akten zu legen und für geschätzte 43 Millionen Euro einen Neubau hochzuziehen.

Troisdorf – Es ist eine „grundsätzliche Weichenstellung“ mit weitreichenden finanziellen Folgen: Mit großer Mehrheit haben am Donnerstagabend die Mitglieder des Schulausschusses für einen Neubau der Gesamtschule in Sieglar gestimmt.

Der Bau könnte im Jahr 2019 beginnen, in drei Jahren Bauzeit würden nach derzeitiger Kostenkalkulation ungefähr 40 Millionen Euro aufgewendet werden. Die Abkehr von einer Sanierung der Schule, die seit 2014 geplant worden war, muss auch im Stadtrat am 26. September noch beschlossen werden.

1200 Schülerinnen und Schüler

„Relativ enttäuschend“ fand im Sommer nicht nur der Planungschef Claus Chrispeels den Förderbescheid des Landesministeriums. Und so wurde seit dem Sommer erneut die Sanierung gegen einen möglichen Neubau abgewogen.

Zu den „erheblichen Nachteilen“ einer Sanierung zählten ganz wesentlich die lange Dauer des Vorhabens bis Ende 2024 und die Notwendigkeit, über einen langen Zeitraum Schulklassen in Containern unterzubringen. Die Schule, derzeit noch im Aufbau, wird ab 2019 im Vollbetrieb laufen und dann bis zu 1200 Schülerinnen und Schüler haben.

Um einen „guten und belastbaren Vergleich“ habe man sich im Rathaus bemüht, versicherte Claus Chrispeels den Ausschussmitgliedern: Zentral war die Frage, wo die benötigten Neubauten entstehen könnten, während der Altbau bis zur Fertigstellung stehen bleibt. Nördlich der heutigen Schule wurden die Planer fündig, 16 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche ließen sich hier in einem viergeschossigen Bau unterbringen. Erhalten bleiben soll der Gebäudekomplex der heutigen Bibliothek, wo auch die Heizzentrale für das gesamte Schulzentrum installiert ist.

Teil der „städtebaulichen Idee“ Chrispeels’ ist zudem, Mensa und Aula sowie das Schülercafé als öffentlich zugängliche Gebäude zu gestalten. Das erhöhe die soziale Kontrolle, mindere, so die Hoffnung, die bisher hohen Schäden durch Vandalismus.

Knapp 43 Millionen Euro würde ein Neubau nach derzeitiger Schätzung kosten, für eine Sanierung waren bislang 31 Millionen Euro angesetzt. Haushalterisch, so Claus Chrispeels, stelle sich die Differenz aber weniger deutlich dar: In Aussicht stünden Gelder aus einem weiteren Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes, die jährlichen Betriebskosten würden sich gegenüber heute halbieren, eine Neuordnung des Parkens rings um die Schule würde auch eine gewinnbringende Vermarktung des bisherigen Parkplatzes erlauben.

„Wir haben es uns nicht leichtgemacht“, versicherte Chrispeels – gleichwohl empfahl die Verwaltung eindeutig einen Neubau. Eine Haltung, der sich die Fraktionen anschlossen – auch wenn die SPD und die Linke sich mehr Zeit gewünscht hatten und zunächst eine Vertagung beantragten.

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