Olaf Piprek, Besitzer des Eschmarer Brauhaus, hat den Spicher Künstler beauftragt.
Kunst von Josef HawleIn Eschmar wird ein Biergarten zur großen Leinwand

Der Spicher Maler Josef Hawle (links) hat die Mauer im Biergarten des Eschmarer Brauhauses mit dem für ihn typischen naiven Realismus bemalt. Auftraggaber war Olaf Piprek (rechts).
Copyright: Quentin Bröhl
Wer den Biergarten des Brauhauses in Eschmar betritt, dürfte seinen Blick künftig nicht nur auf das kühle Bier im Glas, sondern auch auf die Wände richten. Auf einer Fläche von rund 52 Quadratmetern und einer Gesamtlänge von etwa 24 Metern hat der Spicher Künstler Josef Hawle drei Seiten des Biergartens gestaltet. Entstanden ist auf den drei Wänden ein großformatiges Kunstwerk in seinem unverwechselbaren Stil des naiven Realismus.
Knapp drei Wochen arbeitete der 78-jährige Maler an der außergewöhnlichen Wandgestaltung. Auftraggeber ist Olaf Piprek, der das Brauhaus im Jahr 2021 eröffnet hat. Die Mauer umschließt den Biergarten auf drei Seiten und bietet damit eine große Fläche für Hawles farbenfrohe Bildwelt.
Eschmarer Brauhaus gibt es seit 2021
Die Grundfarbe der Gestaltung ist Grün. Sie verleiht dem Biergarten eine natürliche und zugleich beruhigende Atmosphäre und soll bei den Gästen ein Gefühl des Wohlbefindens schaffen. Hawle, der mit seinen Arbeiten bereits vielfach im öffentlichen Raum in Troisdorf und der näheren Umgebung präsent ist, verbindet in seinem Werk vertraute Orte der Region mit seiner charakteristischen, leicht zugänglichen und detailreichen Bildsprache.

Auf der Hauptwand findet sich der Kölner Dom, der Rhein und viel Grün wieder.
Copyright: Quentin Bröhl
Auf der langen Wand begibt sich der Betrachter auf eine kleine Reise durch die Umgebung. Zu sehen sind unter anderem der Kölner Dom, die Burg Wissem und natürlich das Eschmarer Brauhaus selbst. Dahinter finden sich die Eschmarer Mühle und schließlich das Siebengebirge. Vertraute Landschaften und Wahrzeichen verschmelzen dabei zu einer farbenfrohen Szenerie, die den Blick über die Grenzen des Biergartens hinausführt.
Für Hawle ist der Ort nicht nur eine gastronomische, sondern auch eine emotionale Begegnungsstätte. „Es ist ein Ort zum Draußensein, zum Durchatmen und Auftanken“, beschreibt der Künstler seine Idee hinter der Gestaltung. Es gehe um das Miteinander und um ein Gefühl von Gemeinschaft: „Gemeinsam statt einsam.“ Die Ruhe und Entspannung, die von der Natur ausgehe, solle sich auch auf die Betrachter übertragen.

Der Biergarten bietet mittlerweile 90 Gästen Platz.
Copyright: Quentin Bröhl
Auch für Olaf Piprek ist die Wandgestaltung ein weiterer Schritt in der Entwicklung seines Biergartens. Seit der Eröffnung des Brauhauses im Jahr 2021 hat der Besitzer den Außenbereich immer wieder erweitert und ausgebaut. Schon lange habe er die Idee gehabt, mit Farben eine besondere Atmosphäre in den Biergarten zu bringen. Mit Hawles großflächiger Gestaltung ist diese Idee nun Wirklichkeit geworden.
Doch nicht nur optisch hat sich der Biergarten weiterentwickelt. In diesem Jahr wurde die Zahl der Sitzplätze noch einmal erhöht – von 60 auf 90 Plätze. Damit bietet der Außenbereich nun deutlich mehr Raum für Gäste und gesellige Stunden. Und auch für besonders heiße Sommertage ist vorgesorgt: Wenn die Temperaturen steigen, können sich die Besucher auf eine Sprühnebelanlage freuen, die für Abkühlung sorgen soll.
So ist im Eschmarer Biergarten ein Ort entstanden, der Kunst, Natur und Geselligkeit miteinander verbindet. Die großformatigen Bilder von Josef Hawle geben dem Außenbereich eine ganz eigene Identität und laden dazu ein, genauer hinzusehen. Vielleicht bleibt der eine oder andere Gast dabei ein wenig länger sitzen – mit einem Getränk in der Hand, dem Blick auf die farbenfrohe Landschaft und dem Gefühl, für einen Moment einfach durchatmen und auftanken zu können.
