Meteorologe Karsten Brandt hat an seinen Wetterstationen in Troisdorf Rotter See und Sankt Augustin die Schneetage der vergangenen Jahre analysiert.
WettereckeAuswertung der Schneetage in Rhein-Sieg – Immer weniger Winterweiß

Dichter Schneefall so wie hier in der Siegburger Innenstadt wird immer seltener. (Archivbild)
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Die Winter im Rhein-Sieg-Kreis verändern sich spürbar. Während frühere Jahre noch regelmäßig Schneedecken und frostige Tage brachten, werden Schneetage heute immer seltener. In einer aktuellen Auswertung der Wetterstationen Troisdorf Rotter See und Sankt Augustin möchte ich aufzeigen, wie stark die Winter im Laufe der Jahre abgemildert wurden und welche Faktoren dafür verantwortlich sind.
Die Auswertung der Wetterstationen zeigt deutlich: Die Zahl der Schneetage im Rhein-Sieg-Kreis nimmt langfristig ab. Dieser Trend entspricht auch dem subjektiven Eindruck vieler Menschen, die sich an deutlich schneereichere Winter der Vergangenheit erinnern. Im Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre wurden pro Jahr nur noch 10 Schneetage mit Höhen von einem Zentimeter oder mehr gezählt (>=1 cm) gezählt.
Mehr als zehn Zentimeter Schnee sind inzwischen eine absolute Ausnahme
Schneetage mit einer Schneehöhe von mehr als zehn Zentimetern sind inzwischen eine absolute Ausnahme. Solche Ereignisse treten zwar gelegentlich auf, gehören aber zu den seltensten Wetterphänomenen in der Region.
Besonders heraus sticht das Jahr 2010: Mit insgesamt 78 Schneetagen war es ein Extremjahr, das deutlich von den übrigen Messjahren abweicht. In keinem anderen Jahr der jüngeren Vergangenheit fiel so viel Schnee – nicht einmal zusammengerechnet kamen die Schneetage der Folgejahre auch nur annähernd an dieses Niveau heran. Lässt man diesen Ausreißer außer Betracht, wird der rückläufige Trend noch klarer: In den 2000er-Jahren gab es deutlich häufiger Schnee als heute.
Seltener Schnee in tiefen Lagen im Rhein-Sieg-Kreis – Abnahme auch im Siebengebirge
In den tiefen Lagen Troisdorfs, Siegburgs und Sankt Augustins ist Schnee mittlerweile zu einer Seltenheit geworden; zwar kommt er in höheren Lagen des Siebengebirges noch etwas häufiger vor, doch auch dort zeigt sich eine spürbare Abnahme.
Die Gründe dafür sind unter anderem steigende Durchschnittstemperaturen: Niederschlag fällt immer öfter als Regen oder Schneeregen statt als trockener Schnee. Hinzu kommt, dass winterliche Wetterlagen zunehmend von milden Südwest- und Westwinden vom Atlantik geprägt sind. Diese bringen feuchte, vergleichsweise warme Luft mit sich – Bedingungen, die Schneefall in der Region zunehmend verhindern.


