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ZwischenbilanzRekord-Sommer lockte mehr Badegäste in die Freibäder in Rhein-Sieg

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Der Sprungturm im Troisdorfer Aggua zählt zu den Attraktionen des Troisdorfer Freibads.

Der Sprungturm im Troisdorfer Aggua zählt zu den Attraktionen des Troisdorfer Freibads.

Eine Zwischenbilanz zeigt: Die Saison lief überdurchschnittlich gut. Manche bleiben noch bis weit in den September geöffnet, andere schließen bald.

Die Hitzetage sind erst einmal vorbei, doch die Freibäder haben noch geöffnet. Eine Zwischenbilanz zeigt: Die Saison lief überdurchschnittlich gut, doch wenn es besonders heiß war, blieben viele Menschen paradoxerweise sogar dem Freibad fern.

Wir haben bei den Freibädern im Rhein-Sieg-Kreis nach ihren Erfahrungen dieses Sommers gefragt.

Das Aggua in Troisdorf zählte 4000 Badegäste am besucherstärksten Tag

„Die heißen und sonnigen Tage, die wir bereits ab Mai hatten, haben erwartungsgemäß für eine hohe Nachfrage gesorgt. Der bisher besucherstärkste Tag war der 27. Juni, an dem wir über den Tag verteilt weit über 4000 Gäste bei uns begrüßen durften“, sagt Daniela Simon, Geschäftsführerin des Aggua in Troisdorf. An solchen Tagen habe es kurze Wartezeiten an der Kasse oder am Kiosk gegeben, einen Einlassstopp aber nicht. Für eine abschließende Bewertung des Gästeaufkommens sei es noch zu früh. „Auch wenn der Sommer aktuell eine kleine Pause einlegt, ist die Freibadsaison für uns noch nicht abgeschlossen. Das Besucheraufkommen hängt naturgemäß stark von Wetter und Ferienzeiten ab.“

Allerdings führe ein warmer Sommertag nicht automatisch zu einem höheren Besucheraufkommen. „Gerade in den Ferien stehen zahlreiche Freizeitangebote in Konkurrenz. Hinzu kamen schwüle Tage, die nicht unbedingt zu einem längeren Aufenthalt im Freien eingeladen haben.“ Deswegen sei der Juli unter den Erwartungen geblieben. „Gerade an den sehr heißen Tagen nutzen viele Gäste lieber unser Kombiticket, mit dem sie auch ins Hallenbad kommen“, sagt Simon. Mit dem bisherigen Besucheraufkommen sei man im Aggua zufrieden.

Aggua-Geschäftsführerin Daniela Simon.

Aggua-Geschäftsführerin Daniela Simon will es vom Wetter im September abhängig machen, wie lange das Freibad in Troisdorf noch geöffnet hat.

Ein besonders heißer Sommer verändere den Betrieb eines Freibads vor allem durch die höhere Zahl an Gästen. „Wir müssen mehr Frischwasser zuführen – aber nicht, weil es stärker verdunstet, sondern weil mehr Wasser durch Duschen und Badekleidung aus den Becken getragen wird. Wie viel Wasser dazukommt, richtet sich nach festgelegten Vorgaben pro Badegast. Den Rasen bewässern wir bei anhaltender Trockenheit aber bewusst nicht.“

Das Freibad bleibe während der sogenannten Revision des Erlebnisbads vom 7. bis 20. September geöffnet. Es handelt sich um eine vorgeschriebene Überprüfung, bei der das Wassser abgelassen wird. „Wir lange die Freibadsaison darüber hinaus verlängert wird, entscheiden wir abhängig vom Wetter.“

Waldfreibad in Much beendet die Saison am 31. August mit guten Besucherzahlen

In Much schließt das Waldfreibad traditionell zum 31. August. Es wird komplett ehrenamtlich betrieben. „Bis Mitte August kamen 34.500 Besucher, im vergangenen Jahr waren es 24.000, davor 21.000“, sagt Anita Kipshagen vom Trägerverein. Die meisten Gäste, nämlich 1425, kamen am 27. Juni. Acht weitere Tage hätten die 1000er-Marke geknackt, zuvor waren es lediglich zwei. „Den Einlass schließen mussten wir aber nicht. Die Besucher verteilen sich über den Tag, es war zwischendurch eng im Wasser, aber auf unseren Wiesen noch genügend Platz“, sagt Kipshagen.

Das Waldfreibad Much.

Das Waldfreibad Much gibt es seit über 50 Jahren.

Die vielen Tage, an denen das Freibad geöffnet war, hätten zu erhöhtem Personalbedarf geführt. „Wir benötigten natürlich mehr Rettungsschwimmer als üblich. Zum Glück konnten aber immer welche einspringen. Zugleich war ein großer Einsatz unserer Ehrenamtlichen im Kiosk und Imbiss erforderlich, da bei hohen Besucherzahlen zum Teil gleich drei Leute mithelfen mussten.“ Heißes Wetter und ein entsprechendes Gästeaufkommen bringe die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen: „Wir wünschen uns natürlich noch mehr Leute, um den Arbeitseinsatz auf viele Schultern zu verteilen. Ansonsten freuen wir uns, dass unser Waldfreibad so gut angenommen wird und dass viele Jugendliche und Familien unsere Gäste sind. So wird unser Freibad ein Ort der Begegnung.“

Rund 55.000 Badegäste im Freibad in Sankt Augustin

Das Sankt Augustiner Freibad konnte in dieser Saison bisher rund 55.000 Besucherinnen und Besucher begrüßen, etwas mehr als im vergangene teilt Christoph Laudan, Pressesprecher der Stadt, mit. „Der besucherstärkste Tag war der 26. Juni mit rund 3200 Gästen.“ Trotz des teilweise hohen Andrangs habe der Zugang an keinem Öffnungstag eingeschränkt werden müssen.

Wenn der Sommer oder einzelne Tage besonders heiß seien, bedeute das für den Freibadbetrieb einen deutlich höheren Arbeitsaufwand, was sich in zahlreichen Überstunden niederschlage. „Durch das erhöhte Besucheraufkommen muss wesentlich mehr gereinigt werden, sowohl die Schwimmbecken als auch die gesamte Freibadanlage. Pro Badegast werden grundsätzlich 30 bis 60 Liter Frischwasser nachgeben, sodass sich auch Hitzetage nicht besonders in höherer Wasserzufuhr niederschlagen.“

Das Freibad in Sankt Augustin bietet Platz für viele Besucher.

Das Freibad in Sankt Augustin bietet Platz für viele Besucher.

Kreislaufzusammenbrüche habe es im Freibad trotz der hohen Temperaturen nicht überdurchschnittlich viele gegeben. „Wir konnten beobachten, dass viele Gäste den Schatten aufgesucht oder sich im Wasser abgekühlt haben. Unser Personal ist stets wachsam und die Zahl der eingesetzten Mitarbeiter steigt mit zunehmender Besucherzahl“, sagt Laudan. Dennoch habe es beizeiten personelle Engpässe gegeben, etwa durch Krankheitsfälle. Bei den Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer seien dagegen immer genügend Kräfte bereit gewesen. Das Freibad bleibt voraussichtlich noch bis Sonntag, 6. September, geöffnet.

Das Freibad auf der Insel Grafenwerth in Bad Honnef war außergewöhnlich gut besucht

Das Bad Honnefer Freibad blickt auf eine bislang außergewöhnlich gut besuchte Saison zurück. Bis zum 16. August wurden auf der InselGrafenwerth 72.888 Besucher gezählt. Damit könnte in diesem Jahr erstmals seit längerer Zeit wieder die Marke von 80.000 Gästen geknackt werden. Im Vorjahr waren zum vergleichbaren Zeitpunkt lediglich 53.400 Besucher im Bad. „Die Hitzetage haben sich deutlich auf die Besucherzahlen niedergeschlagen“, sagt Betriebsleiter Hans-Joachim Lampe-Booms. Der besucherstärkste Tag der bisherigen Saison sei der Pfingstmontag mit 3475 Gästen gewesen. Das bislang besucherstärkste Jahr war 2003. Damals wurden bis zum 31. August insgesamt 103.389 Besucher gezählt.

Trotz oftmals langer Schlangen habe der Einlass zu keinem Zeitpunkt gestoppt werden müssen. Allerdings komme es bei einer hohen Besucherzahl immer wieder zu Konflikten. „Durch die zahlreichen Besucherinnen und Besucher gibt es immer wieder Konfrontationen, die wir mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber deeskalieren und meist zu einem respektvollen Miteinander führen“, sagt Lampe-Booms.

Auch beim Umgang mit den Grünflächen werde inzwischen auf einen sparsamen Wasserverbrauch geachtet. „Der Rasen wird nicht mehr bewässert, um kein Trinkwasser zu verschwenden.“ Noch bis voraussichtlich 13. September soll das Freizeitbad geöffnet bleiben. „Sollte die Witterung stabil bleiben, kann es eine Verlängerung geben“, sagt der Betriebsleiter. Auch energetisch habe sich im laufenden Jahr etwas verändert. Neben einer Solarthermieanlage wurde eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. „In der Endabrechnung 2026 werden wir sehen, wie unsere Energiebilanz sich verbessert hat“, erklärt Lampe-Booms.