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Hits und ein Seitenhieb Richtung KölnRobbie Williams startet Düsseldorfer Rekordsommer

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Robbie Williams steht beim Auftritt auf der Bühne.

Robbie Williams begeisterte am Freitagabend 60.000 Fans im Düsseldorfer Stadion. Am Samstag steht noch eine zweite Show an.

Etliche Hits, zahlreiche Witze und viele emotionale Momente: Robbie Williams zeigte sich beim Auftritt in Düsseldorf gelöst und voller Spielfreude.

Immer mehr Menschen warnen vor den Gefahren, die von Künstlicher Intelligenz ausgehen. Auch die Musikindustrie sieht die Entwicklung skeptisch. Aber, so schallt es am Freitagabend (5. Juni 2026) aus den Lautsprechern, einen realen Entertainer könne keine Technik ersetzen.

Um diese These zu untermauern, liefert Robbie Williams anschließend den zweistündigen Beweis ab, dass nur echte Musiker und echte Entertainer der Masse Glücksmomente schenken können.

Robbie Williams: 60.000 Fans erleben erste Düsseldorf-Show

Mit dem ersten von zwei Auftritten des einstigen Take-That-Stars hat der Düsseldorfer Rekordsommer begonnen. 18 Shows stehen in der Merkur Spiel-Arena an, zehn allein von den Backstreet Boys. Der Brite hat zum Auftakt die Messlatte schon mal ganz hoch gelegt.

Natürlich, eingefleischte Robbie-Fans erleben wenig Neues. Das Programm, die Outfits, die Sprüche – das haben alle bereits im Vorjahr bei der Tour gesehen. Das jüngste Album „Britpop“, das den Konzerten den Namen gibt, wird schnell mit dem Song „Rocket“ zum Auftakt abgehandelt. Danach geht es durch die 31-jährige Solo-Karriere voller Hits.

Die rote Glitzerjacke hat schnell ausgedient. Im weißen T-Shirt mit Robbie-Aufdruck, dessen Design einst von Oasis entworfen wurde, springt der selbst ernannte „King of Entertainment“ passenderweise zu „Let Me Entertain You“ über die Bühne. „Habt ihr mich vermisst?“, will er wissen. 60.000 Fans liefern eine lautstarke Antwort. „Die Welt ist verrückt. Wir benötigen einen Platz, um zusammenzukommen und durchzudrehen. Das hier ist der Platz.“

Auch einer der erfolgreichsten britischen Popkünstler aller Zeiten weiß, welche Scherze zünden. Als die Menge beim Mix aus Blurs „Song 2“, White Stripes‘ „Seven Nation Army“ und Bon Jovis „Livin‘ on a Prayer“ etwas schwächelt, stichelt er: „Wir waren in Berlin, in Köln, die waren lauter.“ Doch als der Gesang aufdreht, ist das Urteil klar: „Düsseldorf ist viel besser als Köln.“

Zu „Monsoon“ sucht der Superstar erstmals den Körperkontakt zum Publikum. „Ich habe einen Fan gesehen, mit dem ich in den 90ern geschlafen habe. Jetzt hat er einen Bart“, geht die Witzeshow weiter. „Ich mache diese Auftritte nicht wegen des Geldes. Ich hab‘ vier Kinder und bin froh, wenn ich mal aus dem Haus kann.“

Mit dieser lockeren Art, dem verschmitzten Lächeln und der überzeichneten Mimik erreicht er alle Fans. Die Zeiten der Selbstzweifel und der eigenen Zerstörung sind vorbei. Williams wirkt gereift, aber auch gealtert. Die Haare werden immer grauer. Nach „Rock DJ“ schnauft er: „Ich fühle mich wirklich wie 52.“ Den Klassiker „New York, New York“ verhunzt er, obwohl überall auf der Bühne Teleprompter stehen. Das letzte Tourkonzert liegt schließlich über acht Monate zurück.

Robbie Williams singt auf einer Bühne.

Robbie Williams lieferte zwei Stunden Spitzen-Entertainment mit vielen persönlichen Momenten.

Zu „The Road to Mandalay“ zieht Robbie samt Band zur Bühne in der Mitte des Innenraums. Dort präsentiert er auch „Relight My Fire“. Den Hit durfte damals Gary Barlow für Take That singen. Daher sei er immer noch traurig, wenn er das Lied höre, gesteht Williams. Aber auch diese Phase ist abgehakt. Beim Rückweg zu „Something Beautiful“ gibt’s Fangeschenke. Auch ein BH ist dabei. Der einst exzentrische Künstler bedankt sich mit Handküssen und lässt sich ausgiebig umarmen.

Das Pop-Spektakel biegt hörenswert auf die Zielgerade ein. Die Band darf sich mit bekannten Hits von „Sweet Child O' Mine“ über „The Power of Love“, „Y.M.C.A.“, „I just can’t get enough“ bis zu „Hey Jude“ vorstellen. Für Vanessa aus Bielefeld stimmt Robbie „She’s the One“ an.

Robbie Williams: Als Vorband begeistert Samu Haber das Publikum

„My Way“ widmet der Superstar seinem Helden, Vater Pete, der an Parkinson erkrankt ist und kaum mehr aus dem Haus kann. Mit „Feel“ und „Angels“ folgen noch zwei Mega-Hits, die endgültig zeigten, wie berührend echte, gut gemachte Unterhaltung sein kann.

Am Samstagabend steht die zweite Robbie-Show in Düsseldorf an. Noch gibt es Karten für das Konzert. Die Fans sollten pünktlich kommen, denn schon das Vorprogramm von Ex-Sunrise-Avenue-Frontmann Samu Haber ist das Kommen wert.