Ansturm auf TankstellenStreiks sorgen für Krafstoff-Engpässe in Frankreich

In Frankreich wird Kraftstoff knapp. Hintergrund sind Streiks.
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- Seit die Mitarbeiter von mehreren Raffinerien und Tanklagern des französischen Ölkonzerns Total Energies streiken, wird in manchen Gebieten Frankreichs der Kraftstoff knapp.
- Besonders betroffen waren die Hauptstadtregion, die Gegend um Marseille und der Nordosten Frankreichs mit der Region Hauts-de-France.
Der junge Mann am Steuer eines Kleinlasters hat vorgesorgt: Auf dem Beifahrersitz neben ihm liegt ein roter Benzinkanister. Noch ist er leer, aber sein Auto steht in der Warteschlange vor einer Tankstelle in Paris, die ihre Preise wie gewohnt anzeigt.Das bedeutet, dass sie als eine der wenigen noch Kraftstoff verkauft.
„Ich bin schon mehrere Tankstellen abgefahren, die geschlossen waren“, sagt er. Vor und hinter ihm warten Taxis, mobile Krankenpfleger, aber auch Privatpersonen, die in den vergangenen Tagen zunehmend nervös wurden. Denn etliche französische Tankstellen sind gar nicht erst geöffnet, vor anderen bilden sich lange Schlangen.
Tankstellen schließen, Engpässe bei Diesel oder Benzin
Seit die Mitarbeiter von mehreren Raffinerien und Tanklagern des französischen Ölkonzerns Total Energies streiken, wird in manchen Gebieten Frankreichs der Kraftstoff knapp. Bis Ende der Woche waren laut Regierungssprecher Olivier Véran 12 Prozent der 11.000 Tankstellen des Landes zumindest vorübergehend geschlossen, oder ihnen war entweder Diesel oder Benzin ausgegangen.
Besonders betroffen waren die Hauptstadtregion, die Gegend um Marseille und der Nordosten Frankreichs mit der Region Hauts-de-France. Teilweise verboten die zuständigen Präfekten, mitgebrachte Benzinkanister aufzufüllen, und riefen die Menschen dazu auf, „Bürgersinn und Solidarität unter Beweis zu stellen“.
Gewerkschaft fordert mindestens 10 Prozent mehr Gehalt
Die größte Raffinerie des Landes in der Normandie, aus der mehr als ein Fünftel des in Frankreich verbrauchten Kraftstoffs stammt, ist besonders stark von den Arbeitsniederlegungen betroffen.
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Die Gewerkschaft CGT fordert Gehaltserhöhungen von 10 Prozent, mehr Einstellungen und einen „massiven Investitionsplan“ von Total Energies, weil der Konzern in der aktuellen Krise Rekordgewinne erziele. Zu der angespannten Lage führten darüber hinaus auch Hamster- und Panikkäufe, wie ein Sprecher des Energieunternehmens sagte: „Die Situation in unseren Tankstellen liegt hauptsächlich am erhöhten Konsum der Kunden in Verbindung mit den Preissenkungen.“

