Transparenz gefordertPatientenschützer wollen Impfquoten an Krankenhäusern wissen

Rettungswagen vor einem Kölner Krankenhaus.
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Berlin – Patientenschützer fordern eine gesetzliche Verpflichtung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, die Quote der Corona-Geimpften und Genesenen beim Personal zu veröffentlichen.
„Kranke und Pflegebedürftige brauchen Transparenz, um das Infektionsrisiko einschätzen zu können“, sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das sei umso wichtiger, da nach wie vor eine bundesweit geltende tägliche Testpflicht für das medizinisch-pflegerische Personal fehle.
Brysch argumentierte, in immer mehr Bundesländern werde eine 2-G-Regel etwa in Kneipen und Hotels angewandt. Zutritt hätten somit nur Geimpfte und Genesene. „Doch Pflegebedürftige und Patienten wissen nicht mal, wie hoch die 2-G-Quote der Beschäftigten im Pflegeheim oder in der Klinik ist“, kritisierte er. Durch die nicht existierende Testpflicht für das Personal gelte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen nicht einmal 3 G, beklagte er.
„Deshalb muss der Bund im Infektionsschutzgesetz eine Berichtspflicht über den 2-G-Status von Alten- und Krankenpflegekräften festschreiben“, forderte Brysch. Das „2-G-Statusradar“ müsse dann tagesaktuell auf den Internetseiten der Dienste und Häuser veröffentlicht werden, so der Patientenschützer.
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Nach dem Ende der Ferien in den meisten Bundesländern gewinnt zugleich die Debatte über die Sicherheit an den Schulen wieder an Fahrt. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt vor einer Corona-Durchseuchung in den Schulen und pocht darauf, Schutzmaßnahmen für Schüler je nach Höhe der Inzidenz auszubauen.
„Statt Infektionen hinzunehmen oder zu verharmlosen, müssen bei stärkerem Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen auch mehr Schutzmaßnahmen ergriffen werden“, sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem RND. „Wer da jetzt wegschaut, nimmt die Durchseuchung der Ungeimpften in Kauf.“
Bei den Zehn- bis 24-Jährigen gebe es eine mehr als doppelt so hohe Inzidenz wie in der Gesamtgesellschaft, führte der Lehrergewerkschafter aus. Im Fall der Fünf- bis 14-Jährigen hätten sich die Zahlen zuletzt innerhalb von nur einer Woche verdoppelt, sagte er. Das häufig angeführte Argument, dass Kinder eine Infektion mit dem Coronavirus meist gut überstehen und nur leichte Symptome entwickeln, greife zu kurz.
„Auch für Kinder besteht laut wissenschaftlichen Studien die Gefahr von Long Covid“, warnte Beckmann. „Wer es zulässt, dass sich über den Winter alle Kinder infizieren, weil die Inzidenz für Maßnahmen an den Schulen kaum noch eine Rolle spielt, nimmt damit auch in Kauf, dass bis zu 10 Prozent von ihnen später lange Zeit in der Schule fehlen werden.“

