Tod von Dietrich MateschitzDiese Familie entscheidet über die Zukunft von Red Bull

Der verstorbene Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz mit Formel-1-Fahrer Max Verstappen (Juli 2018).
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- Wer tritt das Erbe des am Samstag verstorbenen Red-Bull-Chefs Dietrich Mateschitz an?
- Sein Sohn Mark gilt bisher als unerfahren.
- Die Zukunft des Imperiums liegt in den Händen einer thailändischen Unternehmerfamilie. Doch die ist in Skandale verwickelt.
Sein Name und sein Gesicht sind untrennbar mit dem Firmenimperium verbunden: Bis zu seinem Tod am Samstag führte Dietrich Mateschitz den österreichischen Mischkonzern „Red Bull“ von Fuschl am See bei Salzburg aus als eine Art Alleinherrscher. Fußball, Rennsport, Eishockey, der Sender Servus TV und natürlich der Energy-Drink: Wie es mit dem Erbe des österreichischen Multimilliardärs nun weitergeht, entscheidet sich voraussichtlich in Bangkok. Denn der thailändischen Familie Yoovidhya gehört die Mehrheit an der Red Bull GmbH und damit auch an den zahlreichen Tochterunternehmen.
49 Prozent hielt der im Alter von 78 Jahren verstorbene Mateschitz an der Gesellschaft. Auch wenn sein 1992 geborener Sohn Mark, ein Einzelkind, diesen Anteil erbt, die herausragende Stellung als Geschäftsführer kann ihm sein Vater nicht vermachen.
Insgesamt 51 Prozent an Red Bull hält die Familie Yoovidhya – 49 Prozent über ihre Holding TC Agro Agrotrading, zwei Prozent gehören dem Familienoberhaupt Chalerm Yoovidhya direkt. Und so entscheiden sie über die Zukunft Red Bulls.
Mateschitz hielt Rechte am Red-Bull-Drink, den Yoovidhya erfunden hatte
Mateschitz gründete 1984 Red Bull gemeinsam mit dem 2012 verstorbenen Chaleo Yoovidhya, dem Vater von Chalerm. Zuvor hatte sich der Österreicher die Rechte an dem von Yoovidhya erfundenen Energydrink gesichert.
Über Mateschitz‘ Sohn ist wenig bekannt: Er wuchs unter dem Namen Mark Gehardter auf und ist das Kind einer Beziehung zwischen Dietrich Mateschitz und Anita Gerhardter. Nach der Matura begann Mark Mateschitz laut dem österreichischen „Standard“ ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Salzburg.
Sein Vater beteiligte ihn in seinem Firmengeflecht, teils als Geschäftsführer von Unternehmenszweigen. Diese Funktion bekleidete Mark Mateschitz zeitweise auch beim Salzburger Getränkehersteller Thalheimer Heilwasser. Seit Beginn des Jahres sitzt er im Vorstand der von seinem Vater gründeten Stiftung Wings for Life, die Rückenmarksforschung unterstützt. Auch seine Mutter ist Teil des Vorstands.
Mark Mateschitz folgt wahrscheinlich nicht an die Red-Bull-Spitze
Aus dem operativen Geschäft des Red-Bull-Imperiums hielt sich der Sohn bisher heraus. Dass Mateschitz‘ einziger Sohn die Nachfolge seines Vaters antritt, gilt daher als unwahrscheinlich. „Undenkbar“ sei es, dass die Yoovidhyas einen solch unerfahrenen Mann als Geschäftsführer akzeptieren. So urteilte das „Manager Magazin“ noch 2017 – und das dürfte bis heute gelten.
Mit dem Ableben von Dietrich Mateschitz endet demnach auch dessen weitreichende Macht: Bisher konnte nur eine Zwei-Drittel-Mehrheit den Österreicher überstimmen, de facto hatten die thailändischen Mehrheitseigener keine Handhabe gegen ihn.
Mateschitz‘ Nachfolger habe jedoch nur noch bei grundlegenden Entscheidungen, zum Beispiel Fusionen, eine Sperrminorität, berichtete das Magazin. Sogar der Übertragung der Firmenanteile müssten die Mehrheitseigner zustimmen. Beide Seiten hätten sich also auf einen Nachfolger einigen müssen. Inwieweit dies gelungen ist, ist bisher nicht bekannt.
So kommen nun Chalerm Yoovidhya und dessen Bruder Saravoot, Vorstandsvorsitzender des Familienunternehmens, entscheidende Rollen zu. Die Milliärdärsfamilie ist dabei kein unbeschriebenes Blatt, denn in der Vergangenheit sorgten einzelne Mitglieder für skandalträchtige Schlagzeilen: Der Name Chalerm Yoovidhya tauchte im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ auf.
Vorayouth Yoovidhya: Langer Gerichtsprozess in Thailand
Dessen Sohn Vorayouth Yoovidhya ist seit 2012 auf der Flucht. Er soll in Bangkok unter Drogen- oder Alkoholeinfluss mit einem Luxusauto einen Polizisten totgefahren haben. Seitdem entzieht er sich einem Gerichtsprozess. Weil die thailändischen Behörden vor zwei Jahren alle noch nicht verjährten Anklagepunkte gegen ihn fallen ließen, gab es dort sogar eine Boykottkampange gegen Red Bull.
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Bis heute fahndet Interpol fandet nach dem Erben, weil inzwischen erneut Anklage gegen ihn erhoben wurde. Als Nachfolger des Red-Bull-Imperiums dürfte auch Vorayouth Yoovidhya damit ausscheiden.


