Abo

Von Lebensmitteln bis KleidungDeutschland schickt Zehntausende Hilfspakete in die Ukraine

3 min
Eine Frau hält an einer Ausgabestelle für humanitäre Hilfe in Kramatorsk einen Laib Brot.

Eine Frau hält an einer Ausgabestelle für humanitäre Hilfe in Kramatorsk in der Ukraine einen Laib Brot. 

Ukrainerinnen und Ukrainer sitzen in der Kälte und im Dunklen, haben teils kein fließend Wasser. Hilfspakete aus Deutschland haben Bürgerinnen und Bürger bereits geholfen, doch gerade zum Winter lässt die Hilfsbereitschaft nach.

Die Deutsche Post hat mehr als zehntausende Pakete mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Hilfsgütern in die Ukraine geschickt. Es wurde „eine fünfstellige Anzahl von Hilfspaketen an die Ukrainische Post übergeben“, sagte ein Konzernsprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). In den Wintermonaten sei die Zahl der Pakete zuletzt gestiegen.

Kostenloses Versandlabel für Pakete in die Ukraine

Wenige Wochen nach Beginn des Krieges hatte die Deutsche Post damit begonnen, Hilfspakete aus Deutschland in die Ukraine zu senden. Kundinnen und Kunden können sich seitdem auf der Webseite des Tochterunternehmens DHL ein kostenloses Versandlabel ausdrucken und auf ein Paket mit Hilfsgütern bis zu 20 Kilogramm kleben. Dann transportiert der Konzern die Pakete bis nach Polen, Ungarn und die Slowakei, wo sich Übergabepunkte der ukrainischen Post Ukrposhta befinden.

Die Liste der benötigten Güter ist lang „Das Wichtigste sind derzeit Medikamente und Sanitätsartikel, Lebensmittel, warme Kleidung, Elektrogeräte, Haushaltswaren und Hygieneartikel“, heißt es von Ukrposhta.

Nudeln, Mehl, Batterien, Seife – alles fehlt

Auf einer im Internet veröffentlichten Liste teilt die ukrainische Post regelmäßig mit, welche Produkte in der Ukraine gerade am meisten benötigt werden. Darunter befinden sich unter anderem Konserven, Nudeln, Mehl, Kekse und Kaffee sowie Batterien, Wasserkocher, Zahnpasta und Seife. Auch Antibiotika, Schmerzmittel und Verbandsmaterial befindet sich auf der Liste.

„Ukrposhta hat die Ukraine vor dem Krieg mit der Welt vereint, tut es jetzt und wird es auch nach dem Krieg tun“, erklärte die ukrainische Post in einem Aufruf, das Land mit weiteren Hilfspaketen zu unterstützen. Mitarbeiter der Ukrposhta sortieren die Pakete und verteilen die Hilfslieferungen an diejenigen, die sie am dringendsten benötigen, heißt es.

Ähnliche Aktionen mit kostenlosen Paketlieferungen gibt es auch von Hilfsorganisationen, wie dem Global Aid Network (GAiN) oder der Deutschen Kleiderstiftung. Von ihrem Logistikzentrum in Gießen transportieren GAiN regelmäßig Lebensmittel-, Kleider- und Hygienepakete in die Ukraine. Etwa 120 Lkw mit Spenden von Privatpersonen und Unternehmen haben sie seit Kriegsbeginn in die Ukraine gebracht. Vor allem Lebensmittel, Winterjacken und Decken werden derzeit besonders benötigt, heißt es auf RND-Nachfrage.

40 Tonnen Kleidung für die Ukraine

Die Deutsche Kleiderstiftung erlebt ebenfalls, dass derzeit vor allem Winterkleidung benötigt wird. Sie hat in den vergangenen Monaten Lkws mit rund 40 Tonnen Kleidung in die Ukraine und weitere 30 Tonnen Kleidung in die polnische Grenzregion geschickt. Bereits kurz nach der Besetzung der Ostukraine durch Russland 2014 lieferte die Hilfsorganisation immer wieder Kleidung in die Ukraine, da schon damals viele Menschen aus dem Osten geflüchtet und auf Hilfe angewiesen waren, sagt Markus Böck von der Deutsche Kleiderstiftung dem RND. Im Vergleich zum Frühjahr, wo es eine enorme Spendenbereitschaft gab und tausende Pakete die Organisation erreicht hatten, habe die Zahl der Pakete inzwischen deutlich nachgelassen. Etwa einhundert Pakete erhalte man nun etwa am Tag, so Böck. Der nächste Lkw soll kurz nach Weihnachten in die Ukraine losfahren.