George Santos lud vor einigen Jahren zu einer Verlobungsfeier mit seinem Freund, die es nie gab. Er war damals noch mit einer Frau verheiratet.
Lügengeflecht weitet sich ausRepublikaner Santos log über Verlobung mit seinem Freund

Weitere Lügen um Republikaner George Santos Familiengeschichte konnten aufgedeckt werden.
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Kurz vor dem Jahreswechsel ist bekannt geworden, dass der neu gewählte US-Kongressabgeordnete George Santos (34) in seinem Lebenslauf gelogen hat. Der Republikaner behauptete, an verschiedensten Universitäten studiert zu haben, was nicht stimmte. Zudem sprach er von jüdischen Vorfahren, obwohl er keine hatte.
Nun wurde eine weitere Santos-Lüge entlarvt: Im Herbst 2014 lud er über Facebook zur Verlobungsfeier mit seinem damaligen Freund Pedro Vilvarva. „Guten Abend zusammen! Wie ihr vielleicht schon wisst, haben Pedro und ich beschlossen, unsere Zahnbürsten zusammenzulegen“, hieß es in dem Post von dem offen schwul lebenden Politiker. „Danke, dass ihr diesen sehr wichtigen Tag in unserem Leben mit uns teilt! Ich sehe euch alle dort.“
Santos hielt Ehe mit Brasilianerin geheim – auch vor Freunden
Das Problem: Santos war zu diesem Zeitpunkt noch mit einer Frau verheiratet. Die Ehe verschwieg er gegenüber der Öffentlichkeit und Freunden, berichtete das Portal „Daily Beast“. Zudem habe Pedro Vilvara einer Verlobung nie zugestimmt. Drei Heiratsanträge habe er abgelehnt.
Santos hatte im Wahlkampf seine Homosexualität betont. Seine Frau, die Brasilianerin Uadla Vieira Santos, heiratete er 2012. Ein Jahr später reichte sie die Scheidung ein, zog den Antrag allerdings wieder zurück. Erst im September 2019 erfolgte die offizielle Scheidung, rund zwei Wochen vor der Veröffentlichung von Santos Kandidatur für das Repräsentantenhaus.
Zwei ehemalige Mitbewohner von Santos erhoben schwere Vorwürfe gegen den Republikaner. Gegenüber „Daily Beast“ sagten sie, dass ihnen die Ehe mit Uadla Vieira Santos nicht bekannt war und sie ihnen als eine Freundin vorgestellt wurde. Zudem soll Santos ihnen gegenüber geäußert haben, dass sich mit einer Ehe mit einer Brasilianerin Geld verdienen lasse. Man könne ihr helfen, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erhalten und gleichzeitig gutes Geld verdienen. Beide berichteten auch davon, dass Santos sie bestohlen habe.
Republikaner aus Wahlkreis fordern Rücktritt von Santos
Die republikanische Führung seines Wahlkreises hatte Santos wegen seiner falschen Angaben im Lebenslauf bereits kurz nach dem Jahreswechsel zum Rücktritt aufgefordert. Er sollte nicht im Dienste der Allgemeinheit tätig sein, sagte Joseph Cairo, Vorsitzender der Republikaner in Nassau County im US-Bundesstaat New York, am Mittwoch. „Er hat Schande über das Repräsentantenhaus gebracht und wir betrachten ihn nicht als einen unserer Kongressabgeordneten.“ Deshalb fordere die republikanische Führung von Nassau County seinen „sofortigen Rücktritt“ als Abgeordneter.
Der 34-Jährige war bei den Kongresswahlen im November erstmals ins Repräsentantenhaus gewählt worden. Die Zeitung „New York Times“ nahm daraufhin Santos‘ Lebenslauf unter die Lupe. So behauptete er etwa, ein „erfahrener Investor an der Wall Street“ gewesen zu sein. Auf Anfrage der Zeitung teilten jedoch angebliche Arbeitgeber mit, Santos sei nie bei ihnen beschäftigt gewesen. Auch seinen Universitätsabschluss konnte die Zeitung nicht verifizieren. In einem Interview räumte der Republikaner ein, er habe seinen Lebenslauf „beschönigt“. Einen Rücktritt ziehe er aber nicht in Erwägung. (rnd/dpa)

