Abo

Teuer, bekannt, gut?Daran erkennt man eigentlich gutes Hunde- und Katzenfutter

4 min

Was kommt in den Napf? Eine aktuelle Auswertung von mehr als 108.000 Bewertungen zeigt: Bekannte Futtermarken sind bei Hunde- und Katzenhaltern nicht automatisch die beliebtesten. Entscheidend bleibt, was zum Tier passt und dauerhaft gut vertragen wird.

Die Auswahl an Tierfutter ist riesig, die Versprechen auf den Verpackungen ebenso. Eine neue Auswertung zeigt: Besonders bekannte Marken sind nicht automatisch die beliebtesten bei Tierhaltern.

Wer vor dem Tierfutterregal steht, kann sich inzwischen fast fühlen wie beim Einkauf für sich selbst. Getreidefrei, proteinreich, sensitiv, natürlich, mit besonders viel Fleisch oder abgestimmt auf Alter und Rasse. Dazu kommen Marken, die wir seit Jahrzehnten aus der Fernsehwerbung kennen. Doch sagt Bekanntheit tatsächlich etwas darüber aus, wie zufrieden Hunde- und Katzenhalter mit einem Futter sind?

Eine aktuelle Auswertung der Bewertungsplattform CheckForPet liefert darauf zumindest aus Sicht der Tierhalter eine interessante Antwort. Für das „Best Rated Pet Food 2026“ wurden 108.088 verifizierte Bewertungen zu mehr als 400 Futtermarken ausgewertet. Gesammelt wurden sie zwischen September 2025 und September 2026.

Bekannte Marken landen teilweise weit hinten

Besonders auffällig ist das Abschneiden einiger großer Namen. Beim Katzen-Nassfutter gehören Whiskas, Sheba und Felix zu den vier am häufigsten bewerteten Marken. Bei der Gesamtzufriedenheit erreichen sie jedoch lediglich 3,7 bis 3,9 von fünf Sternen und landen damit auf den Plätzen 45, 46 und 49 von insgesamt 51 gewerteten Marken.

Beim Hunde-Trockenfutter zeigt sich ein ähnliches Bild: Royal Canin erhielt 3.088 Bewertungen, erreichte bei der Gesamtzufriedenheit mit 3,8 Sternen aber Platz 69 von 78.

Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass diese Futtersorten deshalb schlecht oder gesundheitlich ungeeignet wären. Alle Marken in den Ranglisten mussten mindestens 3,5 Sterne erreichen. Und vor allem: Die Bewertung der Zusammensetzung beruht auf der Einschätzung der Tierhalter und nicht auf einer Laboranalyse.

Welche Marken überzeugen die Halter?

Bei der Gesamtzufriedenheit liegt bei Hunde-Trockenfutter Platinum mit 4,7 Sternen aus 3.062 Bewertungen vorn. Beim Hunde-Nassfutter erreicht Terra Canis 4,8 Sterne, allerdings auf Basis von deutlich weniger Bewertungen, nämlich 344.

Bei Katzen erreicht Platinum beim Trockenfutter 4,9 Sterne aus 491 Bewertungen. Beim Nassfutter liegt Miamor mit 4,8 Sternen aus 415 Bewertungen vorn. Interessant ist außerdem: Beim Preis-Leistungs-Verhältnis schneiden nicht ausschließlich hochpreisige Spezialmarken gut ab. Bei Katzen liegt hier sowohl bei Trocken- als auch bei Nassfutter „Dein Bestes“ von dm an der Spitze der jeweiligen Auswertung.

Aber woran erkennt man nun wirklich gutes Tierfutter?

Genau hier sollte man bei solchen Rankings vorsichtig sein. Eine hohe Zufriedenheit anderer Tierhalter ist eine interessante Orientierung, beantwortet aber nicht automatisch die Frage, welches Futter für den eigenen Hund oder die eigene Katze ernährungsphysiologisch optimal ist.

Entscheidend ist zunächst, dass ein Futter als Alleinfuttermittel gekennzeichnet ist, wenn es dauerhaft die komplette Ernährung des Tieres übernehmen soll. Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen nicht darauf ausgelegt, allein sämtliche benötigten Nährstoffe zu liefern.

Auch Alter, Größe, Aktivität und Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Ein junger, sehr aktiver Hund hat andere Bedürfnisse als ein älterer Hund mit wenig Bewegung. Bei Katzen können beispielsweise Erkrankungen der Nieren oder Harnwege eine speziell abgestimmte Ernährung notwendig machen. Bei gesundheitlichen Problemen sollte die Futterwahl deshalb mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt besprochen werden.

Nass oder trocken: Was ist besser?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Entscheidend ist vielmehr, ob das Futter den Nährstoffbedarf des jeweiligen Tieres deckt und gut vertragen wird.

Nassfutter enthält wesentlich mehr Flüssigkeit und kann deshalb insbesondere bei Katzen hilfreich sein, die von Natur aus häufig wenig trinken. Trockenfutter ist dagegen praktisch zu lagern und lässt sich leichter portionieren. Auch eine Kombination kann funktionieren, sofern die Gesamtfuttermenge entsprechend angepasst wird.

Wichtiger als die Glaubensfrage „nass oder trocken?“ ist deshalb der Blick auf das einzelne Tier: Bleibt das Gewicht stabil? Wird das Futter gut vertragen? Sind Fell, Verdauung und Allgemeinzustand unauffällig? Und bekommt das Tier tatsächlich die Nährstoffe, die es benötigt?

Werbung ersetzt den Blick aufs Tier nicht

Genau darin liegt vielleicht die interessanteste Erkenntnis der aktuellen Auswertung. Eine bekannte Verpackung und ein großer Werbeetat sagen wenig darüber aus, wie zufrieden andere Halter mit einem Produkt sind. Umgekehrt macht eine hervorragende Onlinebewertung ein Futter noch nicht automatisch zur besten Wahl für jedes Tier.

Auch die Methodik des Rankings sollte man kennen: Für eine Platzierung waren mindestens 30 Bewertungen bei Hundefutter beziehungsweise 15 bei Katzenfutter erforderlich. Bewertet wurden Gesamtzufriedenheit, Preis-Leistungs-Verhältnis und die von den Haltern eingeschätzte Zusammensetzung. Zudem fließt die Dauer der Fütterung in die Gewichtung ein.

Für Tierhalter bedeutet das: Bewertungen können eine gute erste Orientierung sein. Die wichtigste Bewertung liefert am Ende aber immer noch das eigene Tier. Frisst es das Futter gern, verträgt es dieses dauerhaft gut und passt die Zusammensetzung zu seinen individuellen Bedürfnissen, ist das aussagekräftiger als der bekannteste Name auf der Verpackung.

Quelle: Grundlage der genannten Ranking-Ergebnisse ist „Best Rated Pet Food 2026“ von CheckForPet. Ausgewertet wurden 108.088 verifizierte Bewertungen von Hunde- und Katzenhaltern zu mehr als 400 Futtermarken, die zwischen dem 1. September 2025 und dem 1. September 2026 über die Plattform abgegeben wurden. Alle Sieger und Kategorien gibt es über diesen Link:

Hier zu den Ergebnissen

Das Ranking bildet Erfahrungen und Einschätzungen von Tierhaltern ab und ist kein Labor- oder Warentest.