Es sind keine leichten Zeiten für Unternehmen. Dennoch: Neue Standorte, neue Produkte, neue Zielgruppen, neue Strategien fürs Marketing – all diese Komponenten können zu einer Unternehmensexpansion beitragen.
Wie Firmen wachsen könnenWas Unternehmen über Expansion wissen müssen

Weitblick mit Wachstumsperspektive – Unternehmen planen Expansionen, um fit für die Zukunft zu bleiben.
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Es gibt sie auch heutzutage – Beispiele erfolgreicher Expansionen. Wie etwas dieses: Ende 2023 startete Aixtron den Bau eines neuen Innovationszentrums. 100 Millionen Euro investierte der Chipausrüster am Konzernsitz in Herzogenrath bei Aachen in die Forschungseinrichtung mit den neuesten verfügbaren Technologien der Branche. Die Rheinländer sind einer der führenden Hersteller für Maschinen für den Halbleitersektor. Aixtron profitiert wie kaum ein anderes deutsches Unternehmen vom Boom der Stromsparchips aus innovativen Materialien wie Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN). Die mit den Maschinen produzierten Bauelemente sorgen unter anderem in Elektrofahrzeugen für einen niedrigeren Stromverbrauch und damit für eine größere Reichweite – die Nachfrage ist groß.
Megatrends bedienen
Mit der Expansion setzt Aixtron auf einen lukrativen Markt. „Jetzt beginnt die Arbeit an der nächsten Generation innovativer technischer Lösungen, um die Elektrifizierung der Welt mit den Megatrends Digitalisierung, Elektromobilität und Energieeffizienz weiter erfolgreich voranzutreiben. Das neue Innovationszentrum liefert uns dafür entscheidende Kapazitäten“, sagte Vorstandschef Felix Grawert zum Start des Baus. Ein Jahr später, Ende 2024, wurde das Innovationszentrum eröffnet. Das Beispiel zeigt, welchen Weg ein Unternehmen gehen kann, um zu expandieren und somit zu wachsen.
Expansionen können vielfältig sein. Bei einer Expansion denken viele zunächst ans Ausland: Ein Unternehmen bietet sein Produkt oder seine Dienstleistung nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern an. Doch der Begriff Expansion ist sehr viel weiter gefasst. Ein paar simple Beispiele: Unternehmen A entschließt sich, nicht länger nur junge Leute als Zielgruppe ins Auge zu fassen, sondern möchte sein Produkt auch bei den Senioren an den Mann und die Frau bringen. Unternehmen B setzt auf einen neuen Standort und eröffnet eine Filiale in einer anderen Stadt. Unternehmen C wiederum investiert viel Kapital und entwickelt ein innovatives, völlig neues Produkt. Alle Unternehmen verfolgen zwar verschiedene Strategien, aber dennoch dasselbe Ziel: Sie möchten expandieren.
Expandieren heißt wachsen
Kurzum: Wer expandiert, erweitert seine unternehmerische Aktivität, vor allem durch das Erschließen neuer Absatzmärkte. Neue Standorte, neue Produkte, neue Zielgruppen, neue Strategien fürs Marketing – all diese Komponenten können zu einer Unternehmensexpansion dazugehören. Die Steigerung von Umsatz und Gewinn liegt im Fokus. Denn Expandieren bedeutet vor allem eins: Wachstum. Für Unternehmen ist es wichtig, sich breit aufzustellen und flexibel zu sein. Dies zeigen zum Beispiel der Krieg in der Ukraine und der von den USA initiierte Handelsstreit. Firmen, die auf Kunden, Produkte oder Geschäftspartner aus den betroffenen Regionen angewiesen sind, stehen vor großen Herausforderungen.
Selbst wenn die Umsätze sinken, neue Wettbewerber auf der Bildfläche erscheinen oder neue Technologien Innovationsschübe versprechen, denken viele Unternehmen über Expansion nach. Das unternehmerische Wachstum gilt in einer Marktwirtschaft als wünschenswert. Doch eine Expansion um jeden Preis – und schlimmstenfalls ohne klare Strategie – kann schnell den gegenteiligen Effekt haben. Unternehmen sollten daher genau überdenken, ob sie wirklich fit für eine Expansion sind.
Organisch wachsen oder zukaufen
Eine Expansion ist auch danach zu unterscheiden, ob das Wachstum aus dem Unternehmen selbst kommt (organisches Wachstum) oder durch den Zukauf von anderen Firmen bewerkstelligt wird (anorganisches Wachstum). Die organische Vorgehensweise ist sicherer, es dauert aber oft länger, bis die gesetzten Ziele erreicht sind. Beim Zukauf von Unternehmen kann sich die Integration als Stolperstein herausstellen. Unterschiedliche Unternehmenskulturen und die fehlende Bereitschaft zur Zusammenarbeit können genauso für Probleme sorgen wie etwa Unterschiede bei der technischen Ausstattung.
Strategie entwickeln und Fördermöglichkeiten ermitteln
Wer über eine Expansion seines Unternehmens nachdenkt, sollte nicht überstürzt handeln, sondern zunächst eine detaillierte Strategie entwickeln. Die Firmenleitung muss die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtig einbinden und die Vertriebsleistung rechtzeitig an die gewachsenen Absatzmärkte anpassen. Auch können Kooperationen mit anderen Marktteilnehmerinnen und -teilnehmern sinnvoll sein. Und klar ist auch: Die Expansion finanziert sich nicht von allein. Für mittelständische Firmen, die expandieren möchten, stehen verschiedene regionale Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Etwa über die KfW oder die NRW.Bank. Sie bieten eine Vielzahl von Förderprogrammen an, darunter zinsgünstige Kredite für Investitionen und Betriebsmittel sowie Beteiligungsfinanzierungen. Netzwerkpartner wie Sparkassen, Förderbanken oder IHK können die Unternehmen bei der Umsetzung der Finanzierung unterstützen.
Gian Hessami