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1:3 gegen die „Rekord-Bayern“Achtbarer Auftritt taugt für den 1. FC Köln als Mutmacher

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Min-jae Kim Muenchen 3 erzielt das Tor zum 1:2 14.01.2026 Fussball 1. FC Koeln vs FC Bayern Muenchen, Rheinenergiestadion, Koeln, DFB/DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO *** Min jae Kim Muenchen 3 scores the goal to 1 2 14 01 2026 Soccer 1 FC Koeln vs FC Bayern Muenchen, Rheinenergiestadion, Koeln, DFB DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Copyright: xpepphotox/xHorstxMauelshagenx pep00321, pep_20260114_hm_252139

Spiel gedreht: Hier bringt Bayern-Verteidiger Min-Jae Kim (l.) die Gäste per Kopf mit 2:1 in Führung.

Ein tapferer 1. FC Köln hält das Spiel gegen einen nicht zu stoppenden FC Bayern lange offen, verliert dann aber mit 1:2. München stellt Rekord auf.

Nach dem Abpfiff in Müngersdorf holten sich die Spieler des 1. FC Köln den verdienten Applaus ihrer Fans ab. Der Aufsteiger hatte sich am Mittwoch gegen das Ausnahmeteam der Bundesliga, den derzeit nicht zu stoppenden, sagenhaften FC Bayern München, achtbar geschlagen, aufopferungsvoll gekämpft und lange Zeit auch das Spiel überraschend offengehalten.

Doch dann merkten die Kölner: Gegen diese Bayern, die mit 47 Punkten einen Bundesliga-Hinrunden-Rekord aufstellten, ist kein Kraut gewachsen. Am Ende verlor der FC mit 1:3, blieb somit auch im achten Spiel in Folge sieglos und schließt die Hinrunde mit 17 Punkten ab.

Aber der FC sollte aus dem Auftritt neuen Mut schöpfen. Denn nach dem Aufruhr der vergangenen Tage, der deftigen Fan-Kritik an Lukas Kwasniok, zeigten die Kölner einen sehr ordentlichen, beherzten, teilweise auch mutigen Auftritt. Auf dem Platz war jedenfalls diesmal nichts davon sehen, dass diese Mannschaft gegen ihren Trainer spielt. Und weitere Banner gegen Kwasniok waren auch nicht zu sehen.

Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs, dass sie Woche für Woche trotz künstlich erzeugter, negativer Stimmungslage von außen imstande sind, solche Leistungen abzuliefern.
FC-Trainer Lukas Kwasniok

„Ich will heute zwei Dinge hervorheben: Unser ältester Feldspieler war 27 Jahre alt, und sechs Innenverteidiger haben bei uns gefehlt. Trotzdem haben die Jungs Bayern so Paroli bieten können. Das geht nur, wenn man eine absolute Einheit ist und das Herz am rechten Fleck hat. Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs, dass sie Woche für Woche trotz künstlich erzeugter, negativer Stimmungslage von außen imstande sind, solche Leistungen abzuliefern. Das geht nur, weil sie fokussiert arbeiten und vorwärtskommen wollen“, sagte Kwasniok.

Am kommenden Samstag zählt es dann aber für den FC, für Kwasniok. Dann kommt kein übermächtiger Gegner nach Müngersdorf, sondern der FSV Mainz 05. Die Kölner müssen die Rheinhessen bezwingen, damit wenigstens wieder etwas Ruhe am Geißbockheim einkehrt. Allerdings befinden sich die Mainzer unter ihrem neuen Trainer Urs Fischer im Aufwind, doch das darf die Kölner nicht tangieren.

Diesmal hatte Kwasniok auf größere personelle Experimente in der Kölner Mannschaft verzichtet, die ohnehin in der Defensive quasi mit dem letzten Aufgebot antrat. Das hieß aber wiederum, dass der Coach im Vergleich zum 2:2 am vergangenen Samstag in Heidenheim vier Wechsel vornahm: Ausnahmetalent Said El Mala rückte in die Startelf, in der sich auch Kristoffer Lund, Linton Maina und der zuletzt kaum noch berücksichtigte Cenk Özkacar wiederfanden, der mit Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey und Sebastian Sebulonsen die Dreier-Abwehrkette bildete, die im Spielverlauf inklusive Jan Thielmann und Lund auf den Außen aber vielmehr zu einer Fünferkette wurde. Zudem fanden sich die zuletzt aus dem Kader gestrichenen Luca Waldschmidt und Florian Kainz auf der Ersatzbank wieder.

Spiel anfangs lange unterbrochen – FC startet mutig und belohnt sich

„Fightclub“ 1. FC Köln stand vor dem Anpfiff auf einem riesigen Transparent auf der Choreographie der FC-Fans, die folkloristisch von Pyrotechnik flankiert wurde. Und „fighten“, also kämpfen, war an diesem nasskalten Abend für den FC auch angesagt. El Mala hatte gleich in der zweiten Minute die erste große Chance für den Außenseiter. Der 19-Jährige zündete den Turbo, stand alleine vor Manuel Neuer, doch der Bayern-Torwart parierte seinen Schuss. Danach war die Partie erst einmal für fast zehn Minuten unterbrochen, denn der von der Pyrotechnik verursachte Rauch musste erst einmal abziehen.

Der FC blieb nach der Wiederaufnahme mutig, versteckte sich wie schon beim Pokal-Aus in der zweiten Runde nicht. Doch natürlich mussten die Kölner immer auf der Hut sein. Hiroki Ito vergab die erste große Bayern-Chance, scheiterte freistehend an FC-Keeper Marvin Schwäbe (21.). In der 35. Minute hielten die Kölner den Atem an: Nach einem Rückpass von Simpson-Pusey rutschte Schwäbe der Ball beim Stoppen durch und trudelte ganz knapp neben das Tor ins Aus. Doch der FC setzte immer wieder Nadelstiche, Ragnar Ache schoss knapp am Tor vorbei. Und dann belohnten sich die Gastgeber für einen couragierten Auftritt mit dem 1:0: Nach Serge Gnabrys schlimmen Ballverlust in der Kölner Hälfte trieb Maina blitzschnell den Ball durch das Zentrum, wurde überhaupt nicht angegriffen und zog aus 16 einfach mal satt ab. Neuer war zwar am zentralen Abschluss dran, sah aber wahrlich nicht gut aus konnte den Einschlag nicht verhindern (41.).

Bayern zeigt seine beeindruckende Klasse und schlägt zurück

Doch gerade, als der FC so richtig schön Oberwasser hatte, fiel der Ausgleich: Nach einer starken Seitenverlagerung von Leon Goretzka auf Gnabry setzte sich der Stürmer gegen Simpson-Pusey durch und traf aus unerhört spitzem Winkel per Dropkick zum 1:1 (45+5.) – nach seinem Patzer vor dem 0:1 eine überragende Aktion. Dennoch: Es war eine überzeugende Halbzeit eines kämpfenden, von Kwasniok gut eingestellten FC. Natürlich hatten die Bayern auch nach dem Wechsel deutlich mehr Ballbesitz, doch die Kölner verteidigten konzentriert und geschickt. Die wenigen Konter spielte der FC allerdings nicht konsequent genug aus, so dass die Entlastung fehlte.

In der 71. Minute schlug der Rekordmeister aus seiner Überlegenheit dann Kapital. Und es kam so, wie es wohl kommen musste: Nach einer Hereingabe von Luis Diaz an die Torauslinie köpfte Ito zurück und fand Min-Jae Kim, der aus kurzer Distanz zur 2:1-Führung einköpfte. Bitter für den FC, der zuvor fast alles wegverteidigt hatte. Das eingewechselte Bayern-Juwel Lennart Karl sorgte dann mit dem 3:1 für die Vorentscheidung (84.). „Köln war voller Energie und unangenehm zu spielen von Anfang bis zum Ende“, lobte denn auch Bayern-Trainer Vincent Kompany.

1. FC Köln: Schwäbe - Sebulonsen, Simpson-Pusey, Özkacar, Lund Hansen (78. Johannesson) - S. El Mala (78. L. Waldschmidt), Krauß, Thielmann (85. Niang), Kaminski, Maina (67. Schenten) - Ache (78. Bülter).- Bayern München: Neuer - Laimer, Kim, Tah (67. Upamecano), H. Ito (88. Guerreiro) - Pavlovic, Goretzka - Olise (82. Bischof), Gnabry (67. Karl), Luis Díaz - Kane.- Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg) - Zuschauer: 50.000 (ausverkauft).- Tore: 1:0 Maina (41.), 1:1 Gnabry (45.+5), 1:2 Kim (71.), 1:3 Karl (84.).