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1:0-Erfolg in der Analyse1. FC Köln jubelt über ungemein wichtigen Sieg in Darmstadt

Lesezeit 4 Minuten
Die Spieler des 1. FC Köln bednaken sich nach dem Erfolg in Darmstadt bei den mitgereisten FC-Fans.

Die Spieler des 1. FC Köln bednaken sich nach dem Erfolg in Darmstadt bei den mitgereisten FC-Fans.

Es war ein zähes Spiel am Böllenfalltor. Doch das Resultat fühlt sich für einige FC-Akteure wie eine Erlösung an – allerdings nicht für Trainer Baumgart.

Darmstadt Knapp sechs Minuten Nachspielzeit hatten sie noch zu überstehen, mussten zittern und bangen. Dann durften die Spieler und mitgereisten Fans des 1. FC Köln endlich jubeln. Wahrlich nicht über eine berauschende Leistung, nein, das war sie beileibe nicht. Aber über einen 1:0-Sieg im Keller-Duell beim SV Darmstadt 98, der ungemein wichtig war und sich für einige wie eine Erlösung anfühlte.

Nicht so für Steffen Baumgart, den Trainer der Kölner, die mit dem Sieg an den Hessen in der Tabelle vorbeizogen, die Rote Laterne abgaben und wenigstens bis Samstag 15. sind. „Ich fühle Erleichterung, Erlösung war das bei weitem nicht. Vieles war heute noch nicht da, wie wir uns das vorstellen. Die Erlösung ist noch weit weg“, sagte der FC-Coach, der sich aber froh zeigte, „nach langer Zeit mal wieder zu Null gespielt zu haben.“

Und zwar zum ersten Mal nach 20 Bundesligaspielen und seit dem 2. April (0:0 gegen Gladbach). Aber Baumgart hatte auch keine Probleme zuzugeben, was jeder sah: „Es war kein gutes Spiel.“

Alles zum Thema Davie Selke

Aber eines, das die etwas aktivere Mannschaft durchaus verdient durch das Goldene Tor von FC-Stürmer Davie Selke aus der 60. Minute gewann. Selke sprach im Gegensatz zu Baumgart von einer „großen Erlösung. Es war extrem wichtiger Sieg – auch vom Timing her. Es ist wichtig, dass wir uns endlich mal belohnt haben. Solche Erfolgserlebnisse können einem richtig viel Kraft geben für die kommenden Wochen.“

Davie Selke: „Das ist das Leben eines Stürmers. Du musst immer wach bleiben“

Dass das Spiel ansonsten an ihm weitgehend vorbeigelaufen war – geschenkt. „Das ist das Leben eines Stürmers. Du musst immer wach bleiben, bis du mal den Ball vor die Füße bekommst“, so Selke. Entscheidend für den Sieg waren wohl die Umstellungen von Baumgart zur zweiten Halbzeit und die Hereinnahme des agilen Luca Waldschmidt, aber dazu gleich mehr.

Nach dem Bayern-Spiel, in dem es Baumgart erfolglos mit einer Dreierabwehrkette probiert hatte, wartete der Coach erneut mit einer Überraschung auf. Er bot mit Timo Hübers, Jeff Chabot, Luca Kilian und Dominique Heintz gleich vier gelernte Innenverteidiger auf. Gezwungenermaßen. Rechtsverteidiger Benno Schmitz hatte sich vor der Abreise mit einem Infekt abmelden müssen. Sein „Ersatz“ Rasmus Carstensen fiel zu allem Überfluss in der Nacht zum Spiel aus, der Arm schmerzte. Während Heintz nicht zum ersten Mal auf der linken Seite verteidigte, nahm Kilian die rechte Flanke ein. Um noch einen Verteidiger auf der Bank zu haben, holte der FC kurzfristig Max Finkgräfe nach, der im Spiel der U21 gegen Fortuna eingeplant war. Der 21-Jährige reiste erst am Spieltag an.

Kein Torschuss in der ersten Halbzeit

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt entwickelte sich eine ganz zähe Partie. Obwohl: Eigentlich entwickelte sich nichts. Unfassbar: Beide Mannschaften gaben in den ersten 45 Minuten nicht einen einzigen Schuss ab, der auf das Tor ging. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz, konnten mit diesem aber fast nichts anstellen. Darmstadt fand offensiv so gut wie nicht statt.

Baumgart reagierte auf die leidige Vorstellung, nahm den formschwachen Kapitän Florian Kainz und Luca Kilian aus der Partie und brachte Waldschmidt und Finkgräfe. Doch nach dem Seitenwechsel war erst einmal Darmstadt besser in der Partie. Gerade, als die Lilien ihre beste Phase hatten, schlugen die Kölner zu. Nach einer Ecke von Waldschmidt verlängerte Darmstadts Honsak am ersten Pfosten unglücklich in die Mitte. Davie Selke war zur Stelle und bugsierte das Leder zur Führung über die Torlinie (60.).

Luca Waldschmidts Treffer wegen Abseits wieder einkassiert

Sechs Minuten später jubelten die Kölner über den vermeintlichen Doppelschlag: Waldschmidt traf zum vermeintlichen 2:0 (68.). Doch es meldete sich der Kölner Keller. Nach dem Videobeweis wurde der Treffer wieder einkassiert, da Linton Maina zuvor offenbar hauchdünn im Abseits gestanden hatte.

Drei Minuten später waren es die Kölner, die vom Videobeweis profitierten. Nach einem angeblichen Handspiel im Strafraum von Timo Hübers wurde der Elfmeter für Darmstadt zurückgenommen. Eine richtige Entscheidung. Danach näherte sich das Spiel dem Niveau der ersten Halbzeit an. Aber das konnte dem FC am Ende egal sein.

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