Lukas Kwasniok kritisierte trotz des 2:1-Testspielsiegs gegen den FC Lugano am 1.FC Köln mangelnde Intensität und Hingabe.
„Müssen Zahn zulegen“FC-Trainer Kwasniok kritisiert Haltung der Profis trotz Testspielsiegs

Die Kölner feiern den Treffer von Marius Bülter (r.) zur 1:0-Führung.
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Lukas Kwasniok nahm nach dem Abpfiff des Testspiels in La Nucia kein Blatt vor den Mund. Mit den ersten Trainingstagen in Spanien sei er „nicht zufrieden“ gewesen, sagte der Trainer des 1. FC Köln. „Ich bin da ehrlich. Es hat ein Quäntchen gefehlt“, vor allem an „Hingabe, Intensität und Gier. Wir müssen da einen Zahn zulegen“. Das habe er der Mannschaft am Montagabend auch klar und deutlich mitgeteilt, mitteilen müssen. Denn vergeblich habe er zuvor auf einen Impuls der Mannschaft gehofft. Kwasniok bemängelte vor allem die Haltung seiner Profis: „Du kannst deinen Job erledigen, oder du kannst ihn mit Hingabe erledigen. Ich glaube, wir tun gut daran, das vom ersten Tag zu tun.“
Umso genauer schaute der Kölner Trainer in der Partie gegen den Schweizer Erstligisten FC Lugano hin – und durfte nach dem 2:1-Sieg bei nasskaltem Wetter zumindest ein halbwegs positives Fazit ziehen. Doch auch Kwasniok wusste, dass spielerisch vieles Stückwerk geblieben war.
Der FC war in der 3-4-3-Grundordnung gestartet, im Sturmzentrum bekam Nachwuchsspieler Fynn Schenten seine Chance, der früh die erste Chance hatte. Insgesamt entwickelte sich von Beginn an eine intensive, teils ruppige Partie. Kwasniok verschaffte sich Gehör, besonders häufig war der Ruf „Vorwärts denken“ zu vernehmen. „Das hat im Laufe der ersten Halbzeit immer besser geklappt“, sagte er später. In der 28. Minute ging der FC in Führung: Nach einer Aktion über die rechte Seite nahm Marius Bülter den Ball unter Bedrängnis direkt und traf ins lange Eck (28.).
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Zur Pause wechselte Kwasniok seine Mannschaft komplett durch. Der Spielfluss ging zunächst verloren. Nach einer vergebenen Möglichkeit von Luca Waldschmidt fiel kurz darauf der Ausgleich. Nachwuchsspieler Yannick Mausehund hatte sich an der Torauslinie den Ball abluchsen lassen. Kevin Behrens, der Ex-Wolfsburger, bedankte sich mit dem Tor zum 1:1 (56.). Der FC wackelte kurz. Doch gegen Ende kamen die Kölner dann wieder besser zurück ins Spiel. In der 80. Minute traf Linton Maina mit einem feinen Heber nach Vorlage von Ragnar Ache zum 2:1-Sieg. „Es war wirklich kein Zuckerschlecken“, sagte Kwasniok , „aber wir waren stabil und hatten eine gute Einstellung. Unter dem Strich bin ich zufrieden. Das Spiel wird allerdings nicht in die FC-Annalen eingehen.“
Für besondere Unterhaltung hatte der verhaltensauffällige Lugano-Trainers Mattia Croci-Torti gesorgt. Der wie ein Rumpelstilzchen an der Seitenlinie tigernde und wie ein Löwe brüllende Coach stoppte kurz vor Schluss einen Ball vor dem Aus und unterband damit einen Kölner Konter. Kwasniok winkte fassungslos ab, konnte nach dem Abpfiff aber wieder lachen. „Hätte man nur ihn beobachtet, wäre das wahrscheinlich interessanter gewesen als das Spiel“, sagte Kwasniok schmunzelnd. „Das war süffisant und unterhaltsam – wir haben kostenlos eine Show geboten bekommen.“
FC (1. Hz.): Schwäbe – Sebulonsen, Martel, Heintz – Thielmann, Huseinbasic, Johannesson, Castro-Montes – Kaminski, Schenten, Bülter.- FC (2. Hz.): Zieler – Mausehund, van den Berg, Özkacar – Maina, Krauß, Kainz, Lund – Waldschmidt, Ache, El Mala.- Tore: 1:0 Bülter (28.), 1:1 Behrens (56.), 2:1 Maina (80.).

