Abo

Kommentar

Neuaufstellung
Vertrauen als Basis für den Aufbruch beim 1. FC Köln

Ein Kommentar von
2 min
Philipp Türoff und Thomas Kessler im Sommer 2022; Kessler und Türoff sind nun Kollegen in der Geschäftsführung des 1. FC Köln.

Philipp Türoff und Thomas Kessler im Sommer 2022; Kessler und Türoff sind nun Kollegen in der Geschäftsführung des 1. FC Köln. 

Thomas Kessler ist befördert, Philipp Türoff wird der neue starke Mann beim 1. FC Köln. Der Verein sorgt für personelle Kontinuität. 

Der Geschäftsführer Sport verpflichtet die Spieler, ist Vorgesetzter des Trainers und damit der Mann, der auch im Profifußball entscheidenden Anteil daran hat, worum es nach wie vor geht: am sportlichen Erfolg. Dass Thomas Kessler Stadt und Verein gut kennt, darf und wird nicht das ausschlaggebende Kriterium bei seiner Beförderung gewesen sein. Dennoch: Wer in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten beobachtet hat, wie viel Energie von außen geholte Verantwortliche beim 1. FC Köln aufbringen mussten, um sich zumindest ein grundlegendes Verständnis des Vereins zu verschaffen, wird die Entwicklung positiv beurteilen. Es kann nicht schaden, wenn ein Sportchef des 1. FC Köln nicht erst nach Monaten im Amt bemerkt, worauf er sich eingelassen hat.

Thomas Kessler hat in seinen Jahren beim 1. FC Köln nahezu alles erlebt – abgesehen von nachhaltigem sportlichen Erfolg. Den soll er nun herbeiführen. Dass Kessler dazu in der Lage ist, lässt sich nach seinen ersten Monaten annehmen. Der Start war gut, die Perspektive ist es ebenfalls. Es gibt Anlass zum Optimismus.

Türoffs Bekenntnis

Die eigentliche Nachricht des Tages war allerdings der neue Vertrag für Philipp Türoff. Dem Finanzmann wird nachgesagt, er habe Sympathien für die Branche entwickelt – nachvollziehbar für jemanden, der zuvor, bei allem Respekt, Finanzchef eines Schuhherstellers war. Türoff ist angesichts seiner Qualifikation und seiner Schwerpunkte ein Mann, der sich seine Arbeitgeber aussuchen kann. Der 1. FC Köln hatte also stets Konkurrenz, als er um den Geschäftsführer warb. Türoff musste überzeugt werden. Dass er nun verlängert hat und künftig als Sprecher der Geschäftsführung weitere Verantwortung übernimmt, ist ein wechselseitiges Signal des Vertrauens. Denn Türoff ist keiner, der sein Schicksal an ein Projekt bindet, dem er nicht vertraut – schon deshalb nicht, weil er es nicht müsste.

Dass er einen neuen Vertrag unterschrieben und wie Thomas Kessler sein Bekenntnis zum 1. FC Köln abgegeben hat, deutet darauf hin: Der Klub vermittelt offenbar auch nach innen, unter seinem neuen Vorstand bessere Zeiten ansteuern zu können. Denn Vertrauen ist wichtig. Besonders in der Öffentlichkeit des 1. FC Köln, wo Mut nötig ist, um zu neuen Zielen aufzubrechen.