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DFB-NominierungAufregung um Said El Mala – Kölner fährt nicht zur WM

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Said El Mala und Julian Nagelsmann beim DFB-Lehrgang im November. Der Kölner Stürmer wird nun doch nicht zur WM reisen.

Said El Mala und Julian Nagelsmann beim DFB-Lehrgang im November. Der Kölner Stürmer wird nun doch nicht zur WM reisen. 

Es sah aus, als nähme Nagelsmann den Kölner mit nach Amerika. Die Gerüchte stimmten nicht – und damit auch ein Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Said El Mala fährt nun doch nicht zur WM – das Traumtor des Kölners beim 1:5 gegen den FC Bayern München am letzten Spieltag reichte nicht, um den Bundestrainer zu überzeugen. Nach dem Wochenende hatten sich die Hinweise auf El Malas Nominierung verdichtet. Am Dienstagabend veröffentlichte unsere Redaktion eine Meldung, wonach Bundestrainer Julian Nagelsmann dem Kölner Profi telefonisch mitgeteilt habe, er sei für das Turnier in Nordamerika berufen.

Diese Information war falsch. Sie stammte aus einer grundsätzlich belastbaren Quelle aus El Malas Umfeld und bezog sich auf einen angeblichen direkten Kontakt aus dem technischen Stab des DFB. Eine Bestätigung durch den DFB lag allerdings nicht vor. Zahlreiche Medien übernahmen die Meldung, berichteten ebenfalls vom vermeintlichen Gespräch zwischen Nagelsmann und El Mala. El Malas Berufung wurde zum gefühlten Fakt. Umso größer war die Enttäuschung in den sozialen Netzwerken darüber, dass Nagelsmann sich offenbar spät gegen El Mala und für Beier entschieden hatte.

Nagelsmann betonte am Donnerstag bei der Kaderbekanntgabe in Frankfurt El Malas Qualitäten – mit Einschränkungen: „Er hat eine tolle Rückrunde gespielt. Er passt aber natürlich auch zu der Spielidee von Köln sehr gut. Die Frage war: Ist er schon so weit für unsere Spielidee in einer anderen Angriffshöhe? Wenn man seine Heatmap in Köln sieht, ist er sehr nah am eigenen Tor“, erklärte der Bundestrainer. Der Ansatz der Nationalmannschaft sei ein anderer. Statt El Mala berief Nagelsmann einen Dortmunder: „Für Konter haben wir Maxi Beier dabei, der eine tolle Saison gespielt hat mit extremem Fleiß, mit einer unfassbaren Mentalität, der in jeder Spielsekunde immer an die Grenzen geht.“

Beier besetzt die Position, die scheinbar für El Mala vorgesehen war. In Nagelsmanns Augen ist Beier wohl der vielseitigere Mann – und gönnt sich weniger Pausen. El Mala dagegen ist der größere Spezialist – und jenseits der ersten Elf braucht ein WM-Kader genau solche Spieler. Nach 13 Toren und fünf Vorlagen in 34 Einsätzen seiner Debütsaison galt der Kölner als sicherer WM-Fahrer.

Said El Mala lief am Samstag in der Allianz-Arena allen davon – auch Konrad Laimer.

Said El Mala lief am Samstag in der Allianz-Arena allen davon – auch Konrad Laimer.

Der 1. FC Köln reagierte am Nachmittag. „Wir als FC-Familie und natürlich auch ich persönlich finden es sehr schade, dass Said nicht mit zur WM fährt. Wenn man seine Entwicklung und seine Leistungen in dieser Saison betrachtet, hätte er es sich definitiv verdient. Gleichzeitig respektieren wir die Entscheidung des Bundestrainers. Wir sind sehr stolz darauf, dass Said seine ersten Schritte in der Bundesliga bei uns gemacht hat – und er kann sehr stolz darauf sein, was er erreicht hat. Wir sind überzeugt davon, dass er nach der WM ein ernsthafter Kandidat für den Kreis der Nationalmannschaft sein wird“, teilte FC-Geschäftsführer Thomas Kessler mit.

Der Spieler habe die Nachricht gefasst aufgenommen. Nagelsmann richtete aus: „Said hat sehr gut reagiert“ – und stellte dem Spieler Berufungen zu weiteren Turnieren in Aussicht: „Saids Zeit wird kommen.“ (red)