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Ex-FC-Profi ist AfrikameisterJakobs' Krönung: So hat der Kölner das irre Finale und die Stunden danach erlebt

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Ismail Jakobs fotografiert die Titel-Trophäe. Der Kölner wurde mit dem Senegal Afrikameister.

Ismail Jakobs fotografiert die Titel-Trophäe. Der Kölner wurde mit dem Senegal Afrikameister.

Der gebürtige Kölner und frühere FC-Profi kam für den Senegal inklusive Finale in vier Turnier-Spielen zum Einsatz. Dienstag ist die Parade in Dakar.

Auch mehrere Stunden nach dem großen Triumph seiner Mannschaft in Marokko war ein früher FC-Profi gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ noch hörbar bewegt: „Das ist ein stolzer Moment für unser Land, meine Familie und besonders meinen Vater, der im Stadion war, und natürlich auch für mich.“ Ismail Jakobs ist Afrikameister.

Der in Köln geborene und in Erftstadt-Liblar aufgewachsene Linksverteidiger wurde beim 1:0-Sieg des Senegal nach einem chaotischen Finale in Rabat gegen Gastgeber Marokko in der 105. Minute eingewechselt. Und trug somit noch mit zum Coup bei.

„Auf der Bank war es deutlich schlimmer als dann später selbst auf dem Platz. Es war alles unfassbar. Als wir in die Kabine gegangen sind, dachte ich schon: Es ist alles vorbei. Ich habe mich schon im Flieger zurück nach Istanbul gesehen. Und jetzt haben wir es geschafft – unglaublich“, berichtete Jakobs, dessen Team kurz vor Ende der regulären Spielzeit nach einem eigenen nicht gegebenen Treffer und einen anschließenden Elfmeter-Entscheidung nach VAR-Einsatz für Marokko zwischenzeitlich aus Protest den Platz verlassen hatte. Vor allem auf Geheiß von Superstar Sadio Mané war es wieder auf den Rasen zurückgekommen. Und später triumphierte es dank eines Traumtores von Pape Gueye in der vierten Minute der Verlängerung.

Wir mussten aufpassen. Deswegen sind wir mit den Familien und Freunden im Hotel geblieben. Aber am Dienstag steigt in Dakar die große Siegesparade
Ismail Jakobs, gebürtiger Kölner und 27-facher Nationalspieler des Senegal

Unbeschwert auskosten konnten die Senegalesen den Erfolg aber nicht. Die Stimmung war feindselig, die Sieger-Nacht in Rabat verlief laut Jakobs deshalb „sehr human. Wir mussten aufpassen. Deswegen sind wir mit den Familien und Freunden im Hotel geblieben. Aber nach dem Rückflug nach Dakar steigt dann am Dienstag die große Siegesparade – dann wird natürlich viel mehr gefeiert“, erklärt Jakobs.

Bewegender Moment auch für Jakobs' Vater Omar

Insgesamt kam der 27-fache Nationalspieler beim Turnier in vier Spielen über insgesamt 248 Minuten zum Einsatz und hat somit seinen Anteil am zweiten Triumph im Afrika-Cup nach 2022. „Grundsätzlich bin ich mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden. Ich habe sehr starke Konkurrenz auf meiner Position. Ich habe drei Spiele von Beginn an gemacht und bin auch im Finale reingekommen. Das Wichtigste ist ohnehin, dass wir das Turnier gewonnen haben. Deswegen stelle ich mich da sowieso hinten an“, meint der 26-Jährige.

Screenshot

Ismail Jakobs und Torhüter Édouard Mendy feiern mit den Siegermedaillen den Gewinn des Afrika-Cups.

2021 hatte Jakobs noch für die deutsche U21 den EM-Titel gefeiert. Doch dann entschied sich der Sohn einer Deutschen und eines Senegalesen, für das Heimatland seines Vaters Omar aufzulaufen. Der war auch in Rabat vor Ort – und wie ein Foto zeigte, nach dem Finale auch sichtlich gerührt und stolz. „Wir haben uns direkt nach dem Spiel gesehen. Ich habe mich damals auch für ihn für den Nationenwechsel und den Senegal entschieden. Deswegen ist dieser Titel und dieses Erlebnis auch für ihn eine ganz besondere Sache“, sagt der Abwehrspieler.

Jakobs, der am Geißbockheim ab 2012 die Jugendabteilung durchlief, beim FC auch zum Profi- und Bundesligaspieler wurde, ehe er im Sommer 2021 den Verein in Richtung Monaco verließ, läuft mittlerweile seit Anfang September 2024 für Galatasaray auf. Erst auf Leihbasis, dann fest. Insgesamt spülte Jakobs dem FC durch Ablöse und Weiterverkaufsbeteilungen knapp 7,5 Millionen Euro in die Kasse. In dieser Saison bestritt der 26-Jährige beim amtierenden türkischen Meister und Pokalsieger, bei dem er noch bis 2027 unter Vertrag steht, bis dato 19 Pflichtspiele, darunter sechs in der Champions League.