Der 20-jährige Innenverteidiger könnte weiteren Defensiv-Transfer des 1. FC Kölln obsolet machen. Viel Lob für die Leihgabe
Junger Engländer überzeugt auf AnhiebSimpson-Pusey verkleinert Kölner Handlungsdruck

FC-Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey (l.) im Duell mit dem Mainzer Jae-Sung Lee
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64 Minuten in der schottischen Premiership, 90 im Pokal: Jahmai Simpson-Pusey hatte ein frustrierendes halbes Jahr als Leihspieler bei Celtic Glasgow hinter sich, bevor er Anfang Januar zum 1. FC Köln wechselte. Daher ist es eine positive Überraschung, dass der Innenverteidiger auch ohne Spielpraxis keine Anlaufphase beim neuen Verein und in der neuen Liga benötigt.
Jedenfalls hat sich die Leihgabe von Manchester City auf Anhieb beim FC etabliert, kam in allen drei Spielen nach der Winterpause über die komplette Distanz zum Einsatz und überzeugte dabei mit einem starken Stellungsspiel, Übersicht, Ruhe und einem gekonnten Aufbauspiel. Der 20-Jährige ist auf dem besten Weg, zum Kölner Transfer-Volltreffer zu werden.
Trainer Lukas Kwasniok war nach dem 2:1-Sieg gegen Mainz voll des Lobes für den Neuzugang, der sich sehr passsicher zeigte. 91 Prozent seiner 58 Pässe kamen an, der Engländer traute sich dabei auch schwierige Diagonalbälle zu. „Jahmai hat in Glasgow ein halbes Jahr nach Orientierung gesucht und spult dann hier innerhalb von einer Woche dreimal 90 Minuten mit einer stoischen Ruhe ab“, sagte Kwasniok. Auch Sportdirektor Thomas Kessler zeigte sich erfreut: „Wir brauchen nicht in absolute Superlative verfallen, aber dass er fußballerisch sehr gut ist, wussten wir vorher. Der Junge hat eine hohe Qualität.“ Simpson-Pusey habe eine schwierige Zeit hinter sich, erst dieser Umstand habe dem FC die Chance auf den Transfer gegeben, der die zwischenzeitliche Not im Abwehrzentrum gelindert hat.
Bald fünf einsetzbare Innenverteidiger plus Allzweckwaffe Eric Martel
Da Innenverteidiger Rav van den Berg wieder fit ist und gegen Mainz immerhin im Kader stand, Joel Schmied und Dominique Heintz in absehbarer Zeit einsatzfähig sein werden und Cenk Özkacar zumindest wieder eine Option ist, scheint der Handlungsdruck auch nicht mehr so akut zu sein. Gut möglich, dass der FC doch nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig wird, zumal sich eine Rückhol-Aktion von Sebastiaan Bornauw offenbar zerschlagen hat. Mit fünf Innenverteidigern und einem Eric Martel, der schon oft im Abwehrzentrum gespielt hat, ist der FC auch ohne die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian in der Defensive nicht unterbesetzt. (LW)

