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Jungprofi des 1. FC KölnFynn Schenten lehnt Leihe zum Stadtnachbarn ab

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FC-Nachwuchsstürmer Fynn Schenten (r.) im vergangenen Januar im Duell mit Bayerns Hiroki Ito

Der 1. FC Köln und Viktoria Köln wollen künftig enger zusammenrücken. Zum Auftakt hätte Fynn Schenten an den Drittligisten verliehen werden sollen. Doch der Jungstürmer lehnte ab.

Mit einem ziemlich jungen Kader bereitet sich der 1. FC Köln seit Wochenbeginn auf die neue Saison vor. Neben Neuzugang Luka Lochoshvili (1. FC Nürnberg) und Leihrückkehrer Julian Pauli gehören gleich fünf Talente aus der eigenen Akademie der Trainingsgruppe von Cheftrainer René Wagner an. David Fürst, Jonathan Friemel, Kristiyan Irmiev, Nilas Yacobi und Maik Afri Akumu erhalten die Möglichkeit, im Profiteam vorzuspielen und Erfahrungen auf hohem Niveau zu sammeln. Eine Maßnahme, die vermutlich so lange gelten wird, bis die Reihen des noch unvollständigen Kaders geschlossen sind.

Ein Jungprofi, der zu Jahresbeginn in der Bundesliga debütierte, fehlt dagegen im Aufgebot. Fynn Schenten blieb von Wagner unberücksichtigt, stattdessen trainiert der Mittelstürmer bei der Kölner Regionalliga-Mannschaft mit. Schentens Nichtnominierung ist als klares Zeichen zu verstehen, dass der FC die Zukunft des ehemaligen U19-Torjägers vorerst nicht in der Bundesliga sieht. Der 18-Jährige soll noch in diesem Sommer verliehen werden, um bei einem Klub oberhalb der Regionalliga regelmäßig Spielpraxis zu sammeln. Nach Informationen dieser Zeitung hatte sich der FC bereits einen Wunschklub ausgeguckt: Schenten sollte an den Stadtnachbarn Viktoria Köln verliehen werden. Der Drittligist befindet sich nach dem Abgang von Benjamin Zank zum Zweitligisten Greuther Fürth auf der Suche nach einem neuen Stürmer.

Viktoria Köln hat sich einen Namen als Ausbildungsklub gemacht

Doch der Wechsel auf die rechte Rheinseite kommt nach einem Veto Schentens wohl nicht zustande. Dem Vernehmen nach sieht sich der Jungprofi nicht in der Dritten Liga – einer Spielklasse, in der es in der kommenden Saison vor Traditionsklubs wie Fortuna Düsseldorf, Preußen Münster, Hansa Rostock, dem MSV Duisburg oder Alemannia Aachen nur so wimmelt. Schentens Entscheidung soll am Geißbockheim mit Unverständnis aufgenommen worden sein – auch wenn sich der Verein auf Anfrage nicht offiziell äußern will.

Schließlich hätte ein Wechsel zur Viktoria in mehrfacher Hinsicht Sinn ergeben. Der Kölner Drittligist hat sich über die Jahre einen Namen als Ausbildungsklub gemacht, der zahlreichen Talenten zum Sprung in eine höhere Liga verholfen hat. Prominentestes Beispiel ist Said El Mala, der sich durch herausragende Leistungen bei der Viktoria für einen Wechsel zum 1. FC Köln empfahl – und mittlerweile mit europäischen Topklubs in Verbindung gebracht wird. Auch Sidny Lopes Cabral vom WM-Überraschungsteam Kap Verde spielte vor noch nicht allzu langer Zeit bei der Viktoria, deren Coach Marian Wilhelm als großes Trainertalent gilt.

1. FC Köln stattet Schenten im Januar mit Profivertrag bis 2030 aus

Nicht grundlos verlieh Borussia Mönchengladbach unlängst seinen U19-Nationalspieler Niklas Swider an die Viktoria, die von der Drittliga-Konkurrenz für ihre klare Spielidee geschätzt wird. Und, nicht zu verachten: In Höhenberg lässt es sich im Schatten des omnipräsenten 1. FC Köln in aller Ruhe arbeiten. Das weiß man am Geißbockheim – und deshalb laufen im Hintergrund auch intensive Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen dem Bundesligisten und dem Drittligisten.

Doch Schenten, der in dieser Woche zu Gesprächen bei der Viktoria weilte, hat sich anders entschieden. Der Deutsch-Franzose wird unter anderem mit Klubs aus der Ligue 1 in Verbindung gebracht. Eine offizielle Anfrage lag beim FC bislang aber nicht vor. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Ansprüche Schentens im vergangenen Halbjahr verschoben haben. Der Stürmer wurde zu Jahresbeginn vom redseligen Lukas Kwasniok mit Lob geradezu überhäuft („Ich liebe den Jungen“) – im Umkehrschluss kritisierte der damalige FC-Trainer aber indirekt auch den etablierten Angreifer Ragnar Ache.

Schenten durfte nicht nur ins Wintertrainingslager nach Spanien mitfahren, zum Jahresauftakt gegen Heidenheim feierte er sogar sein Bundesliga-Debüt. Es folgten sechs weitere Profi-Einsätze, ehe Schenten nach der Trennung von Kwasniok Ende März nicht mehr im Kader auftauchte. In der Zwischenzeit hatte der FC das Sturmtalent mit einem bis 2030 gültigen Profivertrag ausgestattet. Dabei soll Schenten als nächster Karriereschritt eine Leihe ans Herz gelegt worden sein. Dieser Weg wird ihn allerdings wohl nicht nach Höhenberg führen.