Berlin/Stuttgart – Der 1.FC Köln hat die Verpflichtung eines neuen Mannes bestätigt, und das für die laufende Saison. Spätestens zum 1. April 2013 wechselt Alexander Wehrle (37) vom VfB Stuttgart zum FC, er übernimmt dort den Posten des Geschäftsführers. Wehrle arbeitete bisher als Referent des Vorstands bei den Schwaben. In Köln tritt er die Nachfolge der Geschäftsführer Claus Horstmann und Oliver Leki an, deren Verträge am 30. Juni 2013 auslaufen. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Gemeinsam werden wir den FC vernünftig, nachhaltig und professionell in die Zukunft führen“, sagte Wehrle dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Denkbar ist ein Übergabemodell, Horstmann hatte betont, seinen Nachfolger einarbeiten zu wollen. In dieser Zwischenphase hätten die Kölner dann den Rekordposten von gleich drei bezahlten Geschäftsführern. Von Klubseite verlautete, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass Horstmann und Leki ihre Verträge erfüllen werden. Doch das dürfte in der Praxis schwierig werden. Wahrscheinlicher ist der Ausstieg von Horstmann und Leki, sobald sie Wehrle über die Vorgänge im Klub informiert haben. Auch Diplom-Betriebswirt Wehrle steht beim VfB noch in der Pflicht, auch er soll seinem Nachfolger den Einstieg in den neuen Job erleichtern.
Auf der Stuttgarter Geschäftsstelle hat sich Wehrle einen Ruf als teamfähiger, anpackender Arbeiter erworben. Vor allem unter dem einstigen VfB-Präsidenten Erwin Staudt begann 2003, gleich nach Abschluss seines Wirtschafts- und Jura-Studiums in Konstanz, der Aufstieg von Wehrle zu einem wichtigen Helfer des Vorstands. Auch Staudts Nachfolger Gerd Mäuser, seit Juli 2011 im Amt, vertraute der Arbeit Wehrles.
In Stuttgart hatte Wehrle zuletzt das Projekt „Neues Stadion“ gelietet. Der VfB wandelte die einstige Leichtathletik- in eine reine Fußball-Arena ohne Tartanbahn um. Dabei habe er selbstständig, eigenverantwortlich und sehr aktiv gearbeitet, heißt es. Seit Sommer 2011 ist der Bau abgeschlossen. Zudem war Wehrle beim VfB für das Personal zuständig und eingebunden in das Lizenzierungsverfahren des Klubs – Vorkenntnisse, die er in Köln gut brauchen dürfte. In Köln will Wehrle vor allem an der Ausgabendisziplin arbeiten.
Der Kontakt zu den Kölnern soll über Staudt zustande gekommen sein, einem guten Bekannten von FC-Präsident Werner Spinner. Der wiederum erklärte, dass Wehrle „von einer achtköpfigen Auswahlkommission ausgewählt wurde“. Wehrle hofft, dass er seinen Job in Köln „so früh wie möglich antreten kann“, allerdings liege ihm sehr an einer „sauberen Übergabe“.
