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Kommentar zum Aus
Der 1. FC Köln hat auf seiner Reise durch Europa viel gelernt

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Ehrenrunde

Die FC-Profis verließen am Donnerstag unter großem Applaus die internationale Bühne. 

Köln – Selbst wenn es am Ende keine Prinzessin gab und keinen Sieg über den finalen Rivalen, hat der 1. FC Köln seine Heldenreise durch die Conference League am Donnerstag mit zu einem versöhnlichen Abschluss gebracht. Steffen Baumgarts Spieler blickten abgekämpft, aber zufrieden auf die Tribünen Müngersdorfs, als sie die Ehrenrunde abschritten. Die Kölner haben Monate voller Höhen und Tiefen hinter sich, viel Geld verdient und eine Entwicklung vollzogen, die dem Verein eine Hilfe sein wird auf dem Weg zurück zu etwas, das erinnern könnte an den Glanz alter Zeiten.

Die Stille nach dem Aus dürfte schon bald der Neugier darauf weichen, was in dieser Bundesligasaison noch möglich ist. Und welche Fortsetzung die Entwicklung erfahren wird. Denis Huseinbasic ist da nur ein Beispiel: Der erstaunliche 21-Jährige, der aus der Regionalliga kam, riss am Donnerstagabend einmal mehr das Publikum von den Sitzen: eine große Grätsche, eine Vorlage, ein Tor. Es sind auch diese Entwicklungsschübe, für die eine Mannschaft die Herausforderung Europa annimmt.

Lernprozess unter Druck

Unter dem Druck des Spielplans hat der 1. FC Köln viel gelernt. Womöglich auch, dass man mehr zu leisten imstande ist, als man zunächst glaubte. Der Rote Bereich, den die Kölner zuletzt so intensiv erkundeten, ist womöglich gar kein so schlechtes Betätigungsfeld für Athleten mit Ambitionen. Der FC hat seine Grenzen neu erforscht, aber auch taktisch reagiert. Gegen die TSG Hoffenheim spielte Köln plötzlich deutlich vorsichtiger – und legte keine 55 Stunden nach dem Sieg in Slovacko dennoch mehr Kilometer zurück als jedes andere Team des vergangenen Wochenendes.

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Der 1. FC Köln hat sich und seinen Fans in den acht Partien dieser ersten internationalen Saison nach fünf Jahren Abstinenz Momente beschert, an denen der Verein wachsen kann und wird. Ein Tor trennte die Kölner am Donnerstag vom Gruppensieg, das trug in Kombination mit dem Gedanken an fünf weitere Jahre Wartezeit bei zu einer gewissen Melancholie.

Drama_Seitenlinie

In der Schlussphase spielten sich an der Seitenlinie Dramen ab.

Doch scheint der 1. FC Köln die schlimmsten Zeiten vorerst hinter sich zu haben, der nächste Absturz ist trotz der schwierigen Finanzlage zwar noch in Sichtweite. Doch immerhin rast man nicht darauf zu. Eher geht die Entwicklung derzeit insgesamt nach vorn. Daran ändert auch das frühe Scheitern im internationalen Wettbewerb nichts.