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Nächster Ausfall drohtGebeutelter FC bangt nun auch um Top-Talent Said El Mala

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ARCHIV - 21.02.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Fußball: Bundesliga, 1. FC Köln - TSG 1899 Hoffenheim, 23. Spieltag, RheinEnergieStadion. Torschütze Saïd El Mala (1. FC Köln) jubelt nach seinem Treffer zum 2:2. (zu dpa: «El Mala-Einsatz fraglich - Köln kämpft mit Ausfällen») Foto: Marius Becker/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

FC-Ausnahmetalent Said El Mala nach seinem Treffer zum 2:2-Endstand gegen Hoffenheim. Es war sein achtes Saisontor.

Einsatz des großen Kölner Talents in Augsburg steht auf der Kippe. Klub betreibt Ursachenforschung aufgrund der vielen Muskelverletzungen.

Trainer Lukas Kwasniok griff am Mittwoch lieber zum Zettel, um niemanden zu übersehen. Der 1. FC Köln reist mit einem stark ausgedünnten Kader zum Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr) beim FC Augsburg. Verantwortlich für die angespannte Personallage sind vor allem gehäufte Muskelverletzungen – und nun bangt der Bundesliga-Aufsteiger auch noch um eines seiner größten Talente: Said El Mala.

Nach dem 2:2 gegen die TSG Hoffenheim meldeten sich Jan Thielmann, Joel Schmied und Sebastian Sebulonsen mit Muskelverletzungen ab. Auch Alessio Castro-Montes fällt muskulär bedingt aus. In Augsburg wird zudem Linton Maina wegen eines Rippenbruchs und einer Magen-Darm-Erkrankung fehlen. Fraglich ist der Einsatz von Denis Huseinbasic, der das Training am Mittwoch aufgrund von Hüftproblemen abbrechen musste. Nicht einsatzbereit sind weiterhin die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian (beide Knie).

Besonders aufmerksam verfolgt Kwasniok den Zustand von El Mala. Der 19-Jährige war am Dienstag vorzeitig aus dem Training ausgestiegen und hatte sich an den Oberschenkel gefasst. „Er war gegen Hoffenheim komplett am Anschlag und hat danach über eine Muskelverhärtung geklagt“, erklärte der Trainer. „Das ist auch ein Anpassungsprozess. Der Körper muss sich an dauerhaften Bundesliga-Fußball gewöhnen – an die Intensität und an 90 Minuten auf diesem Niveau.“ Ob der Youngster in Augsburg auflaufen kann, sei offen, der Einsatz „mindestens fraglich“.

Das ist eine ganz kuriose Situation, die ich so in meiner Laufbahn noch nicht erlebt habe. Natürlich suchen wir nach Erklärungen, aber das ist nicht ganz so einfach, weil mehrere Faktoren eine Rolle spielen.
FC-Trainer Lukas Kwasniok über die vielen Muskelverletzungen bei seinem Team

Die Ursachen für die ungewöhnliche Häufung an Muskelverletzungen lassen sich aus Sicht des Trainers nicht auf einen einzelnen Punkt reduzieren. „Das ist eine ganz kuriose Situation, die ich so in meiner Laufbahn noch nicht erlebt habe“, sagte Kwasniok. „Natürlich suchen wir nach Erklärungen, aber das ist nicht ganz so einfach, weil mehrere Faktoren eine Rolle spielen.“ Bereits zuvor hatten den FC Muskelprobleme geplagt, unter anderem bei Dominique Heintz sowie Youssoupha Niang. Auffällig sei der zeitliche Verlauf. „Bis zum Spiel bei Borussia Mönchengladbach (8. November 2025, d. Red.) hatten wir keine einzige Muskelverletzung. Dann waren es bis zur Winterpause zwei – und seitdem gibt es eine extreme Häufung“, so Kwasniok. „Da müssen wir jetzt sehr genau hinschauen.“

Als einen Ansatzpunkt nennt der Coach die enorme Belastung im Oberhaus. „Die Bundesliga ist brutal intensiv, und unsere Spielart ist es auch. Wir wollen immer voll dagegenhalten“, sagte er. „Die Jungs bewegen sich häufig am absoluten Limit. In der Summe aus Spielen und Trainingseinheiten kann es dann passieren, dass ein Muskel zumacht.“ Häufig seien die Blessuren zwar nicht schwerwiegend, „aber drei Wochen Ausfall reichen schon, um uns personell richtig weh zu tun“. Trotz aller Widrigkeiten und eines „stabilen, gefestigten Gegners“ in Augsburg gibt sich Kwasniok kämpferisch. Er habe seiner Mannschaft eine klare Botschaft mitgegeben: „Schwund macht stärker.“ Der FC müsse enger zusammenrücken – und einmal mehr das Beste aus einer schwierigen Lage machen.