Davie Selke hat sich vor der Begegnung des Hamburger SV mit dem 1. FC Köln geäußert. Er machte dabei deutlich, welchem Verein er in diesem Spiel die Daumen drückt.
„Hört sich skurril an“Selke präferiert den HSV vor Köln-Duell

Fußball-Profi Davie Selke äußerte sich vor dem Duell des Hamburger SV gegen den 1. FC Köln – und machte klar, auf wen er in dieser Partie setzen würde.
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Davie Selke ist sich anscheinend selbst bewusst, dass seine Aussage möglicherweise befremdlich wirkt.
Der Angreifer verbrachte nur eine einzige Spielzeit beim Hamburger SV. Dennoch erklärt er im Interview mit seinem Ex-Klub ohne zu zögern: „Es mag sich für den einen oder anderen möglicherweise etwas skurril anhören, weil es eben nur eine Saison war, aber das Jahr beim HSV steht für mich über allem, was ich bisher in meiner Karriere erlebt habe.“
Davie Selke über HSV-Erinnerungen: „Da bekomme ich Gänsehaut“
Das ist eine beachtliche Liebeserklärung, wenn man die vielen Stationen des heute 30-Jährigen bedenkt. Zu Beginn seiner Laufbahn war er jahrelang für den Nord-Konkurrenten Werder Bremen aktiv und wurde dort zu einem bekannten Profi.
RB Leipzig, Hertha BSC und auch der 1. FC Köln, bei dem er ungefähr anderthalb Jahre verpflichtet war, gehören ebenfalls zu seinen früheren Vereinen. Als Wunschkandidat von Steffen Baumgart spielte er für ihn in Köln sowie in Hamburg.
In Köln erlebte Selke jedoch den Kampf um den Klassenerhalt und am Ende den schmerzlichen Abstieg in die 2. Liga. Daraufhin verließ er den Verein, obwohl er auch dort Zuneigungsbekundungen geäußert hatte.
Nachdem er im Mai 2023 im Derby gegen Leverkusen einen Doppelpack erzielte, sagte Selke: „Ich genieße es einfach, hier zu sein. Jeder sieht, wie wohl ich mich fühle. Ich bin super, super empfangen worden von den Jungs und dem Trainerteam, bekomme brutales Vertrauen.“
Die besonders starke emotionale Verbundenheit, die er jetzt so offen für den HSV schildert, hat Selke zu Köln allerdings nie aufgebaut. Ein möglicher Grund: In Hamburg erfuhr er etwas, das ihm Köln nicht bieten konnte – einen Aufstieg.
Der gemeinsame Aufstieg aus der 2. Bundesliga in die höchste Spielklasse, gefeiert mit hunderttausenden Fans bei einer Tour um die Alster. „Wenn ich mich in diesem Moment an die Aufstiegsfeier erinnere, bekomme ich Gänsehaut“, sagt Selke. Solche Erlebnisse verbinden stark und bleiben ein Leben lang im Gedächtnis.
In Köln hingegen dominierte letztlich die Enttäuschung: Abstieg statt Aufstieg. Unterschiedliche Gehaltsvorstellungen, abweichende Meinungen zur Vertragslaufzeit und eine strategische Entscheidung des FC, das Gehaltsgefüge nach dem Abstieg zu ändern, verhinderten damals eine Einigung am Geißbockheim. Selke äußerte sich damals kritisch gegenüber den Kölner Verantwortlichen und schrieb: „Es ist kein Geheimnis, dass ich es mir vorstellen konnte, den Weg mit Euch weiterzugehen. Diese Chance wurde mir final genommen.“
Davie Selke über seine HSV-Liebe: „Das liegt nicht an den Kölnern“
Für Selke, der momentan für Istanbul Basaksehir FK in der türkischen Süper Lig spielt, ist es daher eindeutig, wem er am Samstag (14. März, 18.30 Uhr) die Daumen drücken wird: „HSV oder Köln? Nur der HSV!“, fügt aber hinzu: „Das liegt in dem Fall aber nicht an den Kölnern, sondern an der Tatsache, dass ich mich bei allen meinen ehemaligen Vereinen immer für den HSV entscheiden werde.“
Immerhin zollt Selke dem FC sportlich gesehen durchaus Anerkennung. „Der 1. FC Köln ist eine Mannschaft, die immer wieder überraschen kann und meiner Meinung nach immer einen guten Plan an der Hand hat“, äußert er. Die Partie werde „intensiv und hitzig“, was der angespannten Tabellenposition beider Mannschaften entspreche.
Selke kann das Aufeinandertreffen seiner beiden ehemaligen Vereine übrigens nicht live verfolgen – sein eigener Verein tritt fast zur selben Zeit gegen den Tabellenführer Galatasaray Istanbul an. Dennoch hat er einen klaren Tipp: 2:1 für den HSV, mit Toren von Albert Sambi Lokonga und Ransford Königsdörffer.
Dass der HSV die Saison sicher in der Bundesliga abschließen wird, bezweifelt Selke keineswegs: „Von dem, was ich sehe, bin ich absolut überzeugt, dass der HSV die Klasse hält.“
Für Köln wäre es im Abstiegskampf gegen einen direkten Konkurrenten umso bedeutender, wieder zu punkten. Der FC steht mit nur 24 Punkten auf dem 14. Platz. Der HSV ist mit 29 Zählern auf dem zehnten Tabellenplatz der Bundesliga deutlich besser unterwegs. (oke)


