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Vorboten eines Transfers?Das steckt hinter dem Berater-Wechsel von FC-Juwel El Mala

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1. FC Köln vs. Borussia Dortmund, 25. Spieltag, 07.03.2026, 18.30 Uhr, Said El Mala (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

FC-Ausnahmetalent Said El Mala

Said El Mala, das Ausnahmetalent des 1. FC Köln, setzt auf seine Eltern und eine spanische Agentur. Der Angreifer ist weiterhin heiß begehrt.

Über drei Jahre lang war es ein Fulltime-Job: Ein Spielerberater aus dem Kölner Umland betreute nahezu rund um die Uhr die Brüder Said und Malek El Mala. Schon bevor Said El Mala, das Ausnahmetalent des 1. FC Köln, in den Fokus der Öffentlichkeit rückte, stand der Berater an seiner Seite – in einer Zeit, in der die Profi-Karriere des Senkrechtstarters noch alles andere als sicher war, im Gegenteil, sie hing zwischenzeitlich sprichwörtlich am seidenen Faden.

Doch im Profi-Fußball haben Emotionen und Sentimentalitäten wenig Gewicht. Auf höchstem Niveau geht es um Millionen, Karrieren müssen strategisch und klug geplant werden, und gute Kontakte erleichtern vieles. Trennungen zwischen Spieler und Berater sind in diesem Umfeld keine Ausnahme: Handfeste Verträge existieren nicht, ein Wechsel ist jederzeit möglich – oft über Nacht. Beispiele wie des Ex-Kölners und heutigen Hoffenheimer Stürmers Tim Lemperle, der sich nach Jahren plötzlich von seinem Vertrauten trennte und einer großen Agentur anschloss, zeigen, dass solche Vorgänge etabliert und branchenüblich sind.

Nun ist dies auch bei den El Malas der Fall: Said (19) und sein Bruder Malek (20), aktuell in der Regionalligamannschaft des FC aktiv, haben die Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Agenten beendet. Die Meldung, die zuerst der „Kicker“ verbreitete, kann der „Kölner Stadt-Anzeiger“ bestätigen. Der Berater bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung den Vorgang, wollte aber öffentlich keine Stellungnahme abgeben.

Für ihn könnte der Schritt finanziell einschneidend sein: Spielerberater verdienen prinzipiell auf drei Wegen – durch einen Anteil an der Transfersumme bei einem Vereinswechsel, durch einen prozentualen Anteil am jährlichen Bruttogehalt des Spielers (in der Regel zehn Prozent) sowie über individuelle Erfolgsprämien bei Vermittlungen. Der Marktwert von El Mala wird aktuell auf rund 40 Millionen Euro taxiert. Zahlt ein Klub eine derartige oder sogar noch höhere Ablösesumme und geht man von einem möglichen Jahresgehalt in einem mittleren bis hohen einstelligen Millionenbereich aus, dann hat man auch als Berater erst einmal ausgesorgt. Doch nun ist das Mandat des bisherigen Vermittlers beendet. Über rund drei Jahre hinweg begleitete er die El Malas – von der Zeit bei Borussia Mönchengladbach, beim TSV Meerbusch über Viktoria Köln bis zum Wechsel zum 1. FC Köln.

Die Trennung könnte ein weiterer Hinweis auf einen Wechsel im kommenden Sommer sein. Zahlreiche Top-Klubs zeigen bereits ernsthaftes Interesse an El Mala. Sein Vertrag beim 1. FC Köln läuft noch bis 2030 und sichert ihm inklusive Bonuszahlungen ein Jahresgehalt von bis zu einer Million Euro. Doch nach seinem rasanten Aufstieg in der Bundesliga stehen deutsche und internationale Spitzenvereine bereit – eine Situation, die nicht nur für den Spieler, sondern auch für Berater und Familie immense Entscheidungen und Belastungen mit sich bringt. Und manchmal auch Überforderungen.

El Malas setzen auf „Modell Wirtz“

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Agenturen versucht, die Brüder unter Vertrag zu nehmen. Teilweise auch mit fragwürdigen Mitteln. Said und Malek setzen vorerst jedoch auf das „Modell Wirtz“: Denn um die Belange der Spieler kümmern sich ab sofort die Eltern, Sabrina und Mohammed El Mala, die in Krefeld leben. Auch der Ex-Kölner Florian Wirtz wird seit jeher von seinem Vater Hans vertreten. Sein 150-Millionen-Euro-Transfer von Leverkusen nach Liverpool wurde ohne Berater, dafür mit Unterstützung der Kölner Kanzlei Seitz abgewickelt.

Nach Informationen dieser Zeitung bleibt allerdings die spanische Agentur Footfeel ISM unter Martin Camano bei El Mala involviert. Die Agentur betreut zudem internationale Top-Stars wie Lautaro Martínez (Inter Mailand) oder Achraf Hakimi (Paris St. Germain).

Auf die Eltern kommt einiges zu: Denn die Frage nach einem möglichen Sommer-Transfer El Malas bleibt hochaktuell. Der FC Bayern beobachtet den Flügelspieler intensiv, auch international zeigen Top-Klubs großes Interesse. Paris und der AC Mailand sollen bereits seit Wochen an El Mala dran sein, Brighton & Hove Albion aus der Premier League legte dem FC mehrfach Angebote vor, zuletzt in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Nun sollen auch Chelsea und Newcastle aktiv in die Verhandlungen eingestiegen sein. Paradox: Vor rund zwei Wochen soll noch sein alter Berater in London Gespräche mit den Chelsea-Verantwortlichen geführt haben.

Die kommenden Wochen werden für El Mala, seine Familie und natürlich auch für den 1. FC Köln entscheidend – sowohl sportlich als auch finanziell. Hinzu kommt der immense Druck beim Bundesliga-Aufsteiger, der um den Klassenerhalt kämpft. Gleichzeitig hofft der 19-Jährige auf eine WM-Teilnahme mit Deutschland. Bundestrainer Julian Nagelsmann („Er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig“) hatte kürzlich jedoch die Chancen des jungen Talents auf eine Nominierung deutlich reduziert – eine enorme Belastung für einen Teenager, der ohnehin schon mit dem Druck einer Profi-Karriere und dem Interesse zahlreicher Top-Klubs jongliert.

Ein Trainings-Rückkehrer beim FC und ein Schreiben an den DFB

Der 1. FC Köln hat am Dienstagnachmittag die Vorbereitung auf das so wichtige Auswärtsspiel am Samstag (18.30 Uhr) beim Hamburger SV gestartet. Und zwar immerhin mit einer positiven personellen Nachricht: Rückkehrer Sebastian Sebulonsen ist nach gut zweieinhalb Wochen Verletzungspause wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Der Rechtsverteidiger hatte sich beim 2:2 gegen Hoffenheim ebenso wie Jan Thielmann und Joel Schmied, einen Muskelfaserriss zugezogen. Sebulonsen könnte in Hamburg sein Comeback feiern. Bei Thielmann besteht zumindest die Hoffnung, dass er für den Derby-Kader in der Woche darauf gegen Gladbach ein Thema wird. Alessio Castro-Montes hat dagegen weiterhin mit einer Muskelverletzung zu kämpfen, auch Joel Schmied arbeitet noch im Reha-Bereich.

In den vergangenen Tagen sorgte zudem ein Vorfall um Stadionsprecher Michael Trippel für Schlagzeilen. Trippel hatte beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund zwei Schiedsrichter-Entscheidungen lautstark und derbe kommentiert. Der DFB-Kontrollausschuss leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den Verein ein, da dieser für das Verhalten seines Personals verantwortlich ist. Bis Donnerstagmittag muss der 1. FC Köln nun eine schriftliche Stellungnahme beim DFB abgeben. Geschäftsführer Philipp Türoff hatte Trippels Verhalten als „inakzeptabel“ bezeichnet. Wie zu erfahren war, klärte FC-Vizepräsident Jörg Alvermann die Situation in einem persönlichen Gespräch mit Trippel. Das Treffen soll in einer „sehr guten Atmosphäre“ verlaufen sein. Der 71-Jährige wird weiterhin als Stadionsprecher fungieren; Konsequenzen seitens des Vereins sind nicht zu erwarten. (lw)