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Eine Stunde Halbzeitpause?Aufgeblähte Halbzeitshow droht im WM-Finale – diese Stars sind dabei

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Shakira und Burna Boy bei der Eröffnungsfeier in Mexiko.

Shakira und Burna Boy bei der Eröffnungsfeier der WM 2026 in Mexiko.

Die FIFA verspricht 15 Minuten Halbzeit, doch Kritiker rechnen mit deutlich mehr. Mit einer All-Star-Besetzung droht das Endspiel zur Konzertpause zu werden.

Am kommenden Sonntag erreicht die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ihren Höhepunkt. Im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, steht das Finale an, bei dem es erstmals in der Geschichte des Turniers eine aufwendige Halbzeitshow nach Vorbild des Super Bowls geben wird.

Die Ankündigung einer hochkarätigen Besetzung hierfür hat im Vorfeld für rege Diskussionen gesorgt. Kritiker sehen darin eine weitere Amerikanisierung des Fußballs, durch die der sportliche Kern verwässert werden könnte.

Justin Bieber soll in Halbzeitshow von Fußball-WM-Finale auftreten

Das Line-up liest sich wie das Programm eines Festivals, nachdem vergangene Woche der Auftritt des kanadischen Popstars Justin Bieber verkündet wurde. Vor Bieber waren bereits Madonna, Shakira und die K-Pop-Gruppe BTS als Künstler des geplanten Spektakels genannt worden. Dieses wird von Chris Martin von Coldplay inszeniert und soll sich an den in den USA traditionell üblichen Halbzeitshows beim Super Bowl orientieren, dem Finale der Football-Liga NFL. Die von Global Citizen produzierte Show soll Spenden für Bildungsprojekte einwerben – ein nobles Ziel, das an Live Aid erinnert.

Organisator Hugh Evans betont den Respekt vor dem Fußball: Die musikalische Darbietung selbst ist auf elf Minuten begrenzt, hinzu kommen etwa vier Minuten für den Auf- und Abbau. Insgesamt bleibe die Halbzeitpause bei den regulären 15 Minuten. Der Rasen wird geschützt.

WM-Finale mit Super-Bowl-Show: Wann wird aus Fußball Entertainment?

Dennoch brodelt die Debatte. Viele Fans und Beobachter erinnern an das Klub-WM-Finale 2025 im selben Stadion, bei dem eine vergleichbare Show rund 25 Minuten dauerte. Nun wird sogar über eine einstündige Unterbrechung inklusive Nachwärmen der Spieler bei voller Besetzung befürchtet. Stimmen aus der Fußballwelt warnen, dass längere Pausen die Spieler auskühlen, den Rhythmus unterbrechen und letztlich das Entertainment über die sportliche Fairness stellen. 

Befürworter argumentieren, dass das WM-Finale ein globales Ereignis ist, das neue Zielgruppen ansprechen muss. In den USA gehören spektakuläre Halbzeitshows zur Kultur großer Sportereignisse. Die FIFA erhofft sich dadurch höhere Reichweiten und Einnahmen, ohne den sportlichen Charakter zu opfern. Ob die strenge Zeitdisziplin in der Praxis eingehalten wird, bleibt abzuwarten. Das Finale wird ab 21 Uhr MESZ live von TV-Sendern wie ZDF und MagentaTV übertragen.

Die Kontroverse spiegelt einen grundlegenden Konflikt wider: Soll Fußball pur bleiben oder sich zu einem umfassenden Entertainment-Event entwickeln? Traditionelle Fans fürchten eine schleichende Veränderung des Spiels, das durch Hydration Breaks und andere Unterbrechungen ohnehin schon fragmentierter wirkt. Die Organisatoren versprechen, die Balance zu wahren. Am Sonntag wird sich zeigen, ob die elfminütige Show wirklich nur schmückendes Beiwerk bleibt oder den Takt des Finales bestimmt. (mbr)