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Deutscher Fußball in der KriseEin Jürgen Klopp alleine wird nicht reichen

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Fußball, WM 2026, 20260629, Deutschland - Paraguay. Im Bild Jürgen KLOPP fiebert mit. Foxborough Boston-Stadion Massachusetts Vereinigte Staaten von Amerika *** Soccer, 2026 World Cup, 20260629, Germany vs. Paraguay. Pictured: Jürgen Klopp cheering on the team at Foxborough Stadium in Boston, Massachusetts, United States of America Copyright: Passion2Press/MarkusxFischerx

Jürgen Klopp ist bei der WM als TV-Experte im Einsatz – hier beim Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay, in dem das DFB-Team blamabel ausschied.

Jürgen Klopp gilt als der logische Nachfolger von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Doch das Problem im deutschen Fußball liegt tiefer.

Noch ist Julian Nagelsmann im Amt. Es bringt allerdings wenig, jemandem Vertrauen auszusprechen, der es in einem großen Fußball-Land wie Deutschland nahezu überall verloren hat. DFB-Sportdirektor Rudi Völler weiß das aus eigener Erfahrung am besten: 2004 zog sogar er, eine deutsche Fußballlegende, nach dem EM-Desaster die Konsequenzen und trat als Teamchef zurück. Für Nagelsmann wäre der Ballast nach vielen Jahren des Niedergangs im deutschen Fußball noch ungleich schwerer – auch er sollte sich das nicht antun.

Doch nur mit einem neuen Bundestrainer ist es nicht getan. In den vergangenen Jahren scheiterten schließlich Weltmeister Joachim Löw und Hansi Flick, der heute beim FC Barcelona große Erfolge feiert. Das Problem liegt tiefer: Deutschland braucht Reformen, fast eine Revolution – die längst hätte stattfinden müssen. Der DFB muss wieder eine echte Idee und   einen Plan entwickeln, wie man mit der Nationalmannschaft erfolgreich sein will. Mit neuem Bundestrainer. Und möglicherweise braucht es auch weitere personelle Erneuerung.

Jürgen Klopp gilt als logischer Nachfolger. Doch der langjährige Lieblingstrainer der Nation, erfolgreich beim BVB und in Liverpool, hat zuletzt hat zuletzt nicht unumstritten agiert – etwa in seiner Rolle beim Konstrukt RB Leipzig. Auch sein TV-Job bei der WM als Schatten-Bundestrainer war bisweilen fragwürdig.

Neue Dynamik, aber keine Wunder

Dennoch läuft alles auf Klopp hinaus. Ihm wird seit Jahren nachgesagt, dass er irgendwann Bundestrainer werden will. Doch wenn nicht jetzt, wann dann? Mit 59 Jahren hat er noch die Chance; mit Mitte sechzig oder siebzig wird er es kaum noch machen. Im Gegensatz zu früher ist er zudem in keinem Beschäftigungsverhältnis gebunden, aus dem es kein Herauskommen gibt. Klopp besitzt die Klasse, das Standing, die Erfahrung, Eloquenz und Aura für den anspruchsvollen Job, der nicht mit der reinen Trainer-Tätigkeit endet. Er muss Massen begeistern können. Wo sind andere Kandidaten mit solchen Eigenschaften? Nicht in Sicht.

Wunderdinge sollte man aber selbst vom weltberühmten Trainer nicht erwarten: Auch Klopp hat nur das Personal zur Verfügung, das es derzeit gibt. Doch er kann beim am Boden liegenden deutschen Fußball hoffentlich die nötige Dynamik entfachen, die es jetzt einfach braucht.