Deutschland war im entscheidenden Moment nicht klar, flexibel auf die Aufgaben zu reagieren, die die Gegner stellten.
Deutsches WM-Aus gegen ParaguayGescheitert, schon wieder


Auch Julian Nagelsmann hat es nicht geschafft, die deutsche Elf wieder einmal in ein WM-Achtelfinale zu führen.
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Die WM 2026 hat vieles gebracht, was es zuvor nicht gab. Ein Turnier mit 48 Mannschaften, verteilt auf drei Länder. Trinkpausen, die das Spiel neuerdings in Viertel einteilen. Und ein Sechzehntelfinale, das in der Geschichte ohne Vorgänger ist. Was diese WM erneut allerdings nicht gebracht hat: Deutschland im Achtelfinale. Vor acht Jahren schied die DFB-Elf in der Vorrunde aus, vor vier Jahren ebenfalls. Jetzt war immerhin ein Spiel mehr drin. Nur dass diese Runde erfunden ist, ein Kind der Aufblähung, die die Fifa dem Weltfußball verordnet hat.
Julian Nagelsmann hat in Nordamerika einen Plan verfolgt. Dieser Plan passte zu Curaçao, eigentlich schon nicht mehr zur Elfenbeinküste. Gegen Ecuador war er definitiv überfordert. Und nie darauf ausgelegt, den Franzosen zu begegnen, die wohl im Achtelfinale gewartet hätten. Nagelsmann hatte keinen Plan, der kühn genug gewesen wäre, um theoretisch gegen Frankreich zu funktionieren. Nun hat es nicht einmal gereicht, um Paraguay in 120 Minuten zu besiegen.
Das 1:2 gegen Ecuador, als der Gruppensieg feststand, war kein Unfall. Es war eine verpasste Gelegenheit. Zwischen dem Spiel gegen die Elfenbeinküste und dem Gruppenabschluss gegen Ecuador lag genug Zeit, um Schlüsse zu ziehen. Zwischen Ecuador und Paraguay dann noch einmal. Nagelsmann probierte ein bisschen was. Doch bleibt er ein Plan-A-Trainer, der unerträglich lange tüftelt, sich dann festlegt und anschließend kaum mehr abweicht. Der Entschluss, das Spiel über Joshua Kimmich auf der rechten Seite aufzubauen und Leroy Sané mit der Absicherung zu belasten, war zu grundlegend, um ihn zu verwerfen. Nagelsmann hätte ihn trotzdem verwerfen müssen. Kimmich spielte weder gegen die Elfenbeinküste noch gegen Ecuador gut genug, um dieses Konstrukt zu rechtfertigen. Nagelsmann hatte Zeit genug, das zu erkennen.
Kimmich ist ein guter Maßstab für dieses Turnier und die deutschen Leistungsträger, die keine waren. Mit dem FC Bayern gewann er die Champions League, Meisterschaften, Pokale. Am Montag erlebte er mit 31 Jahren das erste und wahrscheinlich letzte K.o.-Spiel seiner Karriere bei einer Weltmeisterschaft. Das sagt viel aus über die vergangenen acht Jahre der deutschen Elf.

Joshua Kimmich konnte seine furchtbare Bilanz bei Weltmeisterschaften nicht verbessern. Der Kapitän wird als tragische Figur in die deutsche WM-Geschichte eingehen.
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Ein K.o.-Spiel, immerhin. Doch der Modus wird sich ändern. Die Fifa hat Formatfragen stets pragmatisch gelöst. Das Sechzehntelfinale, diese von einem Supercomputer sortierte Ausscheidungsrunde mit acht von zwölf Gruppendritten, ist weder übersichtlich noch dramaturgisch überzeugend. Das wird nicht bleiben.
Was wird aus Nagelsmann?
Bleibt die Frage nach Nagelsmann. Er hat einen Vertrag bis 2028, soll die Mannschaft zur Europameisterschaft führen. Das Ausscheiden gegen Paraguay beschädigt diese Perspektive. Nicht, weil er ein schlechter Trainer wäre. Sondern weil er sich als taktisch zu wenig flexibel und kommunikativ zu ungeschickt erwiesen hat, um ein Turnier erfolgreich zu bestreiten.
Deutschland ist gescheitert. Wieder vor dem Achtelfinale. Der Modus war neu. Das Ergebnis ist es nicht.
