Donald Trump und Gianni Infantino schwärmen vor dem Finale von der WM. Kritische Themen lassen sie bei einem gemeinsamen Auftritt aus.
US-Präsident droht KanadaTrump liefert skurrile WM-Aussagen – und Tuchel antwortet

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
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US-Präsident Donald Trump ist für denkwürdige Auftritte bekannt – und bleibt sich auch vor den letzten Spielen der FIFA-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko treu. Am Freitag kommentierte der Republikaner bei einer Pressekonferenz nun auch das Ausscheiden Englands – und die Taktik des deutschen Trainers Thomas Tuchel.
Der US-Präsident reihte sich bei einem FIFA-Empfang in New York in die ohnehin schon lange Liste der Kritiker des englischen Nationaltrainers nach dem verlorenen WM-Halbfinale ein. Trump schwärmte zunächst von Bayern-Stürmer Harry Kane – und wunderte sich dann über dessen Rolle beim 1:2 gegen Argentinien. „Sie haben geführt und dann ihren besten Spieler in die Defensive gestellt“, sagte der 80-Jährige, der jedoch einräumte, kein Fachmann zu sein: „Was weiß ich schon übers Trainersein?“
Thomas Tuchel reagiert auf Worte von Donald Trump
Tuchel konterte die Worte des US-Präsidenten wenig später bei einer Pressekonferenz. Ob der Journalist nun den US-Präsidenten als Zeugen verwenden würde, gab der frühere Bundesligatrainer zunächst zurück: „Wir haben im tiefen Block verteidigt. So macht man das“, erklärte Tuchel die taktische Rolle von Kapitän Kane schließlich, verzichtete jedoch auf weitere Kommentare zu Trumps Einlassungen.
Der US-Präsident lieferte derweil bei seinem Auftritt weitere skurrile Aussagen. „Dies war das erfolgreichste Sportereignis, vielleicht sogar der Weltgeschichte“, sagte Trump etwa. „Ich dachte, wir seien kein Fußball-Land. Es stellte sich heraus, dass wir eines sind. Ich glaube, das wird so bleiben.“ Trump witzelte zudem darüber, dass die USA eine weitere WM ausrichten sollten, jedoch „ohne Mexiko und Kanada“.
Donald Trump spricht über Fußball-Qualitäten seines Sohnes
Trump erwähnte zudem seinen Sohn Barron, der „Fußball liebe“, wie der US-Präsident erklärte. Der 80-Jährige äußerte jedoch Zweifel daran, dass sein Sohn das nötige Tempo für Duelle mit Spielern aus England oder Argentinien mitbringe.
„Er ist sehr groß, ich weiß nicht“, erklärte Trump und schilderte schließlich ein Gespräch mit seinem Sohn, der ihm versichert habe, „eine sehr gute Ballbehandlung“ zu haben. Was er tun würde, wenn doch jemand schneller als er sei, habe Barron jedoch nicht beantworten wollen, berichtete der US-Präsident schmunzelnd.
US-Präsident schwärmt von Gianni Infantino
Erneut dankte Trump derweil FIFA-Chef Gianni Infantino dafür, dass eine Sperre nach einer Roten Karte gegen den US-Spieler Folarin Balogun aufgehoben worden war – und schrieb diese Entscheidung Infantino persönlich zu.
Er habe den FIFA-Chef angerufen und eine Empfehlung ausgesprochen, sagte Trump in New York – und wandte sich dann direkt an Infantino, der neben ihm stand: „Du hast eine großartige, großartige, großartige Entscheidung getroffen.“
FIFA-Chef sieht „größtes Ereignis, das die Menschheit je gesehen hat“
Der US-Stürmer Balogun hatte beim 2:0 im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen und war damit eigentlich automatisch für die Achtelfinal-Partie gegen Belgien gesperrt. Die FIFA hob die Sperre aber überraschend wieder auf – und sorgte damit für internationale Entrüstung. Belgien setzte sich trotz der Entscheidung schließlich auf dem Platz gegen die US-Nationalmannschaft durch.
Infantino sparte unterdessen am Freitag ebenfalls nicht mit großen Worten. „Sie brauchen keine Leute, die Ihnen Komplimente machen, aber diese Weltmeisterschaft wäre ohne Sie kein so unglaublicher Erfolg gewesen“, erklärte Infantino und sprach vom „größten menschlichen, sozialen und kulturellen Ereignis, das die Menschheit je erlebt hat“.
Donald Trump droht Kanada wegen Waldbränden mit Strafzöllen
Auch abseits seines Auftritts beim FIFA-Empfang am Freitag sorgte Trump im Vorfeld des WM-Finales, das am Sonntag in New York stattfinden soll, mit einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social für Irritationen. Wegen der hohen Luftverschmutzung, die nach Waldbränden in Kanada, nun auch an der US-Ostküste herrscht, drohte der US-Präsident dem Nachbarland kurzerhand mit neuen Strafzöllen.
„Die Vereinigten Staaten werden unnötigerweise von einer schmutzigen, verschmutzten und gesundheitsschädlichen Luft heimgesucht, deren Qualität eine vollkommen inakzeptable Gefahr darstellt!“, schrieb Trump. „Das ist grobe Fahrlässigkeit und entwickelt sich zu einem jährlichen Ereignis, das die Vereinigten Staaten Milliarden von Dollar kostet.“
Rauch von Waldbränden: Luftqualität vor WM-Finale beeinträchtigt
Die „Kosten dieser Verschmutzung“ müssten „zwangsläufig“ zu den Zöllen hinzugerechnet werden, die Kanada derzeit zahle, schrieb Trump weiter. Er werde den kanadischen Premierminister Mark Carney anrufen, „um herauszufinden, was sie wegen des Rauchs zu tun gedenken“. Trump warf Kanada zudem vor, seine Wälder „nicht ordnungsgemäß instand zu halten“ und es zu versäumen, „grundlegendes Waldmanagement und die Beseitigung von Schutt“ vorzunehmen.
Wegen des Rauchs hatte es Sorgen gegeben, dass das WM-Finale am Sonntag verschoben oder verlegt werden muss. Die voraussichtlichen Schadstoffwerte rund um das Endspiel seien jedoch „keineswegs extrem“, erklärte am Samstag der Leiter der Abteilung für Pneumologie an der University of British Columbia in Kanada, Christopher Carlsten, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Wolkenkratzer in New York nahezu unsichtbar – Sorgen um WM-Finale
„Optimal ist es allerdings auch nicht“, fügte der Experte hinzu. Die Spieler der Finalteilnehmer Argentinien und Spanien seien zwar „weit davon entfernt, ernsthafte gesundheitliche Probleme zu bekommen“, sagte Carlsten. Dennoch könne deren Leistungsfähigkeit „beeinträchtigt“ werden.

Die Silhouetten der Wolkenkratzer des New Yorker Stadtteils Manhattan sind derzeit oftmals nahezu unsichtbar. (Archivbild)
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Am Donnerstag war die Silhouette der Wolkenkratzer des New Yorker Stadtteils Manhattan nahezu unsichtbar. Trotz einer Verbesserung am Freitag könnte sich der Rauch bis Samstag wieder verdichten, teilte der US-Wetterdienst (NWS) unterdessen mit. Die Organisatoren beobachteten die Lage genau, hatte der WM-Verantwortliche im Weißen Haus, Andrew Giuliani, derweil am Freitag gesagt.
Trump will sich das Finale zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag im MetLife-Stadion in New Jersey nahe der Metropole New York persönlich anschauen. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez wird ebenfalls erwartet. (mit afp)
