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Hochverdienter Weltmeister
Spanien wollte Fußball spielen, Argentinien ihn nur verhindern

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3 min
July 19, 2026, East Rutherford, Nj, United States: Pau Cubarsi player os Spain is named the Best Young Player, Rodri is awarded the Best Player of the 2026 FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball and goalkeeper Unai Simon is named the tournament s Best Goalkeeper at New York New Jersey Stadium, in East Rutherford, United States, on Sunday, July 19, 2026.Foto: /Brazil Photo Press/Brazil Photo Press INTERNATIONAL East Rutherford United States - ZUMAv122 20260719_aap_v122_205 Copyright: xWilliamxVolcovx

Drei Säulen des spanischen Erfolgs (v. l.): Verteidiger Pau Cubarsi, bester Nachwuchsspieler der WM, Taktgeber Rodri, bester Spieler des Turnier und Unai Simon, zum besten Torhüter gekürt. 

Weltmeister Spanien wird den Fußball weiter auch weiterhin dominieren. Argentinien hinterließ einen verstörenden Eindruck.

In diesem über weite Strecken zähen, unspektakulären WM-Finale gab es nur einen hochverdienten Sieger: Spanien. Die Spanier wollten Fußball spielen, die Argentinier ihn nur verhindern. Die Spannung für Außenstehende lag vor allem in der Befürchtung, dass sich die Südamerikaner mit ihrer destruktiven, oft unfairen Art ins Elfmeterschießen mogeln könnten. Doch das war im Sinne des Fußballs zum Glück nicht der Fall.

Natürlich hatte Argentinien im Turnierverlauf auch seine Stärken demonstriert: Mentalität, Widerstandsfähigkeit, Energie, Zusammenhalt, getragen von einer Welle der Fan-Begeisterung. Und seine Ausnahmeerscheinung: Lionel Messi, den Sagenhaften, für den es die letzte WM war und der nach dem Abpfiff bittere Tränen vergoss. Doch in diesem Finale präsentierten sich die Südamerikaner, die bis zum Halbfinale dank einer glücklichen Auslosung keine großen Hürden zu nehmen hatten und bei Schiedsrichter-Entscheidungen mehrfach mit dem blauen Auge davon gekommen waren, über die gesamte Spieldauer destruktiv. Und griffen bisweilen zu Mitteln, die man eher bei Straßengangs in der Unterwelt von Buenos Aires verorten würde.

Es wäre ein Armutszeugnis für den Fußball gewesen, wenn diese Totalverweigerung der Argentinier auch noch mit dem Titel belohnt worden wäre.
Über die Südamerikaner, die in der regulären Spielzeit nicht einen Torschuss abgaben

Es wäre ein Armutszeugnis für den Fußball gewesen, wenn diese Totalverweigerung der Argentinier, die in 110 Minuten nicht einen Torschuss abgegeben hatten, auch noch mit dem Titel, dem zweiten in Folge, belohnt worden wäre. Dass Leandro Paredes den Abpfiff erlebt, grenzte gar an ein Wunder. Danach versagten dann bei ihm mit seinen Attacken ins Gesicht von Eric und Gavi alle Kontrollmechanismen.

Doch die Spanier blieben beneidenswert geduldig und ruhig. Und belohnten sich mit dem Goldenen Tor durch Ferran Torres. Der Europameister ist ein würdiger Weltmeister. Er war die beste Mannschaft des Turniers – vor allem im Kollektiv. Zwar haben Teams wie Frankreich oder England Superstars in ihren Reihen, doch die Iberer waren die perfekte Einheit. Eine, die defensiv nicht zu knacken war – nur ein Gegentor zeugt davon. Diese Mannschaft hat keine großen offensichtlichen Schwächen, angeleitet von einem uneitlen, herausragenden Trainer einen klaren Plan und glänzende Perspektiven. In vier Jahren wird die WM zum großen Teil auf der iberischen Halbinsel ausgetragen, und die Mannschaft dürfte auf keinen Fall schlechter werden. Viele ihrer Stützen sind im besten Fußballeralter, Jungstars wie Yamal, Cubarsi oder Pedri spielen schon gewichtige Rollen. Die Nachwuchsarbeit des Verbands ist ohnehin herausragend.

Am Ende setzen sich die Favoriten durch

Nach fast sechs Wochen und 104 Spielen ist diese WM nun beendet. Das Niveau von vielen Spielen war besser als gedacht, zum Teil wurde sogar Spektakel geboten – auch durch manchen Außenseiter und vermeintlichen Kleinen. Ob man will oder nicht: Die Zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen, bei Weltmeisterschaften wird auch in Zukunft Gigantismus regieren. Trumps und Infantinos Narzissmus, zuletzt noch einmal bei der Siegerehrung zur Schau getragen, war so unsäglich wie erwartbar. Manchmal ist es besser, diesen einfach zu ignorieren.

Doch das Turnier zeigte auch: Am Ende setzten sich sportlich die Favoriten durch, im Halbfinale standen die ersten Vier der Weltrangliste. Spanien, Frankreich und England werden den Fußball auch in den kommenden Jahren dominieren, Argentinien steht nach dem wahrscheinlichen Ende der Messi-Ära vor einem schwierigen Neuaufbau. Die „Ruderer“ aus Norwegen oder die so wackeren Kap Verde haben Spaß gemacht. Es war auch die WM der Superstars. Deutschland, das keinen Superstar mehr hat, war in der Runde der letzten 32 gescheitert und gehört zu Recht längst nicht mehr zur Phalanx der Großen, doch die DFB-Auswahl hat mehr Potenzial als „unter ferner liefen“. Bleibt zu hoffen, dass Jürgen Klopp, der designierte neue Bundestrainer, das Potenzial heben kann und für dringend benötigte Aufbruchsstimmung sorgt.