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Ehre einer untergegangenen NationWarum Toni Kroos in der DFB-Historie eine Ausnahme bleibt

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Toni Kroos auf einer DFB-Pressekonferenz.

Toni Kroos gewann mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 den WM-Titel in Brasilien. (Archivfoto)

Der ehemalige Mittelfeldregisseur ist der einzige deutsche Nationalspieler, dem das gelang – vor und nach ihm schaffte das niemand.

Er ist der lebende Beweis dafür, dass nach der Wende große Karrieren möglich waren – und zugleich ein Mahnmal dafür, wie selten sie gelangen. Toni Kroos, 1990 in Greifswald geboren, ist bis heute der einzige Weltmeister, den die ehemalige DDR hervorgebracht hat.

Der am 4. Januar 1990 in Ostdeutschland geborene Mittelfeldspieler gewann 2014 in Brasilien den WM-Titel mit der DFB-Auswahl und ist bis heute ein singulärer Fall in der deutschen Fußballgeschichte. Und dieser Titel wird ihm nicht mehr zu nehmen sein.

Toni Kroos als einziger Weltmeister aus der ehemaligen DDR

Die Real-Legende erblickte nur wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer das Licht der Welt. Die offizielle Wiedervereinigung erfolgte jedoch erst am 3. Oktober 1990, weshalb er zu der sehr kleinen Gruppe von Sportlern gehört, die noch in der DDR geboren wurden, aber ihre gesamte Karriere im vereinten Deutschland absolvierten.

Toni Kroos im DFB-Dress.

Toni Kroos streifte für die Heim-EM 2024 noch einmal das DFB-Trikot über. (Archivfoto)

In der siegreichen WM-Mannschaft von Rio de Janeiro war er der einzige Spieler mit diesem Hintergrund. Selbst Marcel Schmelzer, der ebenfalls in der DDR geboren wurde, verpasste das Turnier aufgrund einer Verletzung.

Einzigartig: Toni Kroos – Weltmeister aus der untergegangenen DDR

Der Rekord wirft ein Schlaglicht auf die Entwicklung des ostdeutschen Fußballs nach der Wende. In den 1970er- und 1980er-Jahren hatte die DDR-Oberliga durchaus internationale Klasse hervorgebracht.

Toni Kroos, Casemiro und Luka Modric von Real Madrid.

Mit Real Madrid gewann Toni Kroos fünfmal die Champions League. (Archivfoto)

Namen wie Matthias Sammer, der allerdings schon vor der Wende in den Westen wechselte und 1996 Europameister wurde, oder Michael Ballack stehen für eine gewisse Tradition. Dennoch schaffte es nach der Wiedervereinigung kaum ein in der DDR geborener Spieler in die Weltspitze der Nationalmannschaft. Kroos, der auch im Kölner Promi-Viertel Hahnwald eine riesige Villa besitzt, blieb die große Ausnahme.

Toni Kroos besitzt Villa in Köln-Hahnwald

Seine Karriere verlief dabei äußerst erfolgreich. Über Hansa Rostock und den FC Bayern München führte sein Weg zum Weltstar bei Real Madrid. Insgesamt sechs Champions-League-Titel, zahlreiche nationale Meisterschaften und der Status als einer der besten Spielmacher seiner Generation unterstreichen seine außergewöhnliche Klasse. Bei der WM 2014 war er nicht nur Stammspieler, sondern einer der prägenden Akteure des Titelgewinns.

In Interviews hat Kroos den Aspekt seiner Herkunft meist nüchtern behandelt. Die Teilung Deutschlands war für ihn, der die Wende als Kleinkind erlebte, nie eine zentrale Identitätsfrage. Dennoch wird er in Mecklenburg-Vorpommern und im gesamten Osten bis heute mit besonderem Stolz betrachtet. Greifswald feierte seinen prominentesten Sohn bei dessen Karriereende mit emotionalen Aktionen.

Den Ruhestand genießt der ehemalige Mittelfeldregisseur entweder in Madrid oder im Rheinland zusammen mit seiner Familie. Festzuhalten bleibt: Er ist mehr als eine Fußball-Kuriosität: der „einzige Weltmeister aus der DDR“. (mbr)