Donald Trump hat versucht, sich beim WM-Jubel der Spanier mit in Szene zu setzen. Das kam selbst bei Infantino nicht gut an.
„Sie können ihn rausschneiden“Spott über Trumps Photobombing-Versuch bei Spaniern

Die Spanier jubeln, Trump (r.) würde gerne mitmachen, Infantino versucht, ihn zum Gehen zu überreden.
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Donald Trump hat sich am Sonntag im Glanz der Fußball-Weltmeisterschaft gesonnt. Während er sich in den Wochen zuvor persönlich noch zurückgehalten hatte, ging er beim Finale in New York in die Vollen. Die Gelegenheit, sich nach einer erfolgreichen Weltmeisterschaft mit den spanischen Siegern zu zeigen, ließ sich der US-Präsident nicht nehmen. Zunächst verfolgte er mit Ehefrau Melania, Fifa-Präsident Gianni Infantino und anderen hochrangigen Gästen in einer Loge hinter kugelsicherem Glas das Spiel. Zu den Siegerehrungen betrat er den Rasen – dabei kam es zu viel diskutierten Szenen rund um Trump.
Bereits über Szenen, die sich in der Loge abspielten, wurde in den sozialen Medien viel diskutiert. Die brasilianische Fußball-Legende Ronaldo präsentierte Infantino und Trump den WM-Pokal. Trump berührte die Trophäe daraufhin, offenbar auf Aufforderung von Infantino. Dies sorgte bei vielen Fans für Empörung, da sie es als respektlos gegenüber den späteren Weltmeistern empfanden. Auch ZDF-Kommentator Oliver Schmidt kritisierte Trumps Verhalten – nach den Regeln der Fifa ist dies aber vereinbar. Neben Fifa-Funktionären und Weltmeistern dürfen auch Staatsoberhäupter den Pokal anfassen.
Unter Beobachtung stand Trump in der Loge auch, weil sich dort gleichzeitig Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez aufhielt. Der Sozialist gilt als „Lieblingsfeind“ Trumps in Europa, und ausgerechnet den Spaniern musste der US-Präsident später gratulieren. Trump hatte Sánchez noch beim Nato-Gipfel kurz zuvor als „schlechten Menschen“ bezeichnet. Spanien widersetzt sich auch offen dem Irankrieg und unterstützt die Nato nach Trumps Vorstellungen zu wenig.
Sánchez ließ sich in der Vergangenheit von Trumps Drohgebärden nicht beeindrucken, woraufhin dieser immer wieder mit einem Handelskrieg drohte. Auf der Tribüne im MetLife Stadium wurden Trump und Sánchez nun auch mit einem Sicherheitsabstand positioniert. Es kam aber immerhin zu einem freundlichen Händedruck bei Beginn des Spiels, wie zu beobachten war.
Spannend wurde es aber vor allem nach dem Spiel, als Trump und Infantino den Rasen betraten. Viele der 80.000 Fans im Stadion quittierten dies mit einem Pfeifkonzert. Zunächst wurden die unterlegenen argentinischen Spieler vom Fifa-Boss und dem US-Präsidenten geehrt. Dann waren die Spanier an der Reihe, die ihre Medaille und einen Händedruck erhielten.
Trump photobombt Jubelszene der Spanier
Es folgte der sehnlichst erwartete Moment der Pokal-Übergabe. Infantino und Trump gemeinsam trugen die Trophäe zur Mannschaft, die sich auf dem großen Podium versammelt hatte, und überreichten sie Kapitän Rodri. Dieser war zuvor bereits als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet worden. Nach der Übergabe wäre eigentlich der Moment gewesen, sich schnell vom Podium zu entfernen, Trump allerdings machte zunächst keine Anstalten.
Dass der Moment einzig und allein der spanischen Mannschaft gelten sollte, beherzigte selbst Fifa-Chef Gianni Infantino, der ansonsten nicht für Bescheidenheit bekannt ist. Infantino verließ die Szene zunächst auf der linken Seite. Dann bemerkte er, dass Trump versuchte, sich auf der rechten Seite neben die Mannschaft zu drängen, um mit auf den ikonischen Jubelbildern zu erscheinen. Infantino sprintete daraufhin zurück und geleitete Trump sanft, aber unmissverständlich nach rechts vom Podium. Während Spieler und Trainer schon unter Konfettiregen den Pokal hochrissen, waren Infantino und Trump noch als verlorene Gestalten am rechten Rand zu sehen.
So ging Trumps offensichtliches Ansinnen, in den Jubel der Spanier einbezogen zu werden, nach hinten los. Sein Versuch, sich unpassenderweise in den Vordergrund zu drängen, wurde in den sozialen Medien mit Spott und Häme bedacht. Auch die Kommentatoren in aller Welt machten spitze Bemerkungen zu der Szene. Beim australischen Sender SBS hieß es: „Sie können Trump da rausschneiden“.
„Photobombing des Jahrhunderts“, schrieben User bei Reddit. „Er dachte wohl, er hätte die WM gewonnen“, sind noch eher freundliche Kommentare. Trump habe nichts dazugelernt, heißt es weiter, denn bereits bei der Siegerehrung zur Klub-WM 2025 im selben Stadion hatte Trump den Jubel gestört.
Die Szene sei eine großartige Werbung für Googles „Magic Eraser“-Tool, schreibt ein anderer User mit Beispielbild.
Ein X-User fasst die Szene gut zusammen: „Der Fifa-Präsident musste Trump regelrecht aus dem Bild herausziehen, auf dem die spanische Nationalmannschaft mit ihrem Weltmeisterpokal feierte. Wie unersättlich nach Aufmerksamkeit Trump doch ist. Er hat absolut KEINEN gesunden Menschenverstand und KEINEN Anstand!“
