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„Als Gruppensieger bestraft“Nagelsmann kritisiert neuen WM-Modus

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Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Ecuador

Julian Nagelsmann wünscht sich als Gruppenerster bei der WM mehr Vorbereitgunszeit auf den Gegner im Sechzehntelfinale.

Wegen des neuen WM-Modus droht Bundestrainer Julian Nagelsmann eine Nachtschicht für die Vorbereitung aufs erste K.o.-Spiel.

Aufgrund der Fifa-Bestimmungen entwickelt sich die XXL-WM für Julian Nagelsmann zu einer Herausforderung – Nachtschichten inklusive. Zwar steht für den Bundestrainer am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) zunächst das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador im Fokus, jedoch beginnen im Hintergrund bereits die Planungen für die erste Partie der K.-o.-Runde.

Das Problem: Der Gegner der DFB-Auswahl für das Zwischenrundenspiel am kommenden Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough wird voraussichtlich erst in der Nacht zu Sonntag amerikanischer Ortszeit feststehen. Für eine reguläre Gegneranalyse verbleibt Nagelsmann daher nur äußerst wenig Zeit.

Zeitdruck für den Gruppenersten: „Ich glaube, dass das nicht optimal ist“

„Es kann sich jeder vorstellen, dass es bessere Konstellationen gibt, als Samstagnacht durchzuschrubben. Das wird eine Nachtschicht“, sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Ecuador. „Ich glaube, das ist selbstredend, dass das nicht optimal ist“, so der 38-Jährige.

Er fühle sich auch als „Gruppensieger ein bisschen bestraft“, weil der Zweitplatzierte aus der deutschen Gruppe E aufgrund der Ansetzungen mehr Zeit für die Vorbereitung auf seinen Kontrahenten hat.

Ursächlich für diese komplizierte Lage ist der Modus zur Ermittlung der acht besten Gruppendritten, welche erstmalig bei einer Weltmeisterschaft die neue Zwischenrunde erreichen. Die Entscheidung, wer den Einzug in die K.-o.-Phase schafft, fällt erst nach den abschließenden Begegnungen der Gruppe J zwischen Argentinien und Jordanien sowie Österreich und Algerien am frühen Sonntagmorgen nach deutscher Zeit.

Für Nagelsmann und sein Trainerteam bedeutet das angesichts von sechs Stunden Zeitverschiebung einen erheblichen Arbeitsaufwand. Am darauffolgenden Morgen steht lediglich die letzte Trainingseinheit zur Verfügung, um der Mannschaft die taktische Marschroute auf den Weg zu geben. Die wolle man „nicht in ganz großer Hektik erstellen müssen“, sagte Nagelsmann.

Die Anzahl der denkbaren Gegner für das deutsche Team hat sich am Mittwochabend (Ortszeit) bereits von 15 auf 8 reduziert. Diese Zahl wird bis Samstag weiter schrumpfen.

Mögliche Gegner: Australien, Paraguay und Schottland

Für Deutschland kommen als mögliche Dritte der Gruppe D beispielsweise Australien oder Paraguay in Betracht. Auch Schottland, als Drittplatzierter der Gruppe C, ist eine Option.

Nagelsmann wollte sich mit Kritik am Spielsystem allerdings nicht zu lange aufhalten. Zum Abschluss fügte der 38-Jährige hinzu: „Wir sind ja fast alle noch jung im Trainerteam, da kann man auch mal die Nacht durcharbeiten.“ (oke/dpa)